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Glaube, Politik, Kultur: TU Dortmund macht „Grenzen“ zum Thema bei der öffentlichen Vorlesung in der Reinoldikirche

Die morgige Veranstaltung ist die letzte der „Bild und Klang“-Reihe zum Europäischen Kulturerbe. Foto: Stadtkirche St. Reinoldi

Die Vorlesungsreihe „Bild und Klang“ bringt die TU Dortmund in die Stadtkirche St. Reinoldi. Foto: Stadtkirche St. Reinoldi

Die TU Dortmund lädt am Dienstag, 3. Dezember 2019, zur öffentlichen Vorlesung „Bild und Klang“ in die Reinoldikirche. Die Veranstaltung wendet sich in ihrem weit gespannten Themenspektrum „Zwischen Himmel und Hölle“ dem besonderen Thema „Grenzen“ zu. Die Vorlesung richtet sich gleichermaßen an Studierende wie an die städtische Öffentlichkeit. Interessierte sind sehr herzlich eingeladen. Die Vorlesung beginnt um 19.30 Uhr.

Glaubensgrenzen, geografische Grenzen, kulturpolitische Grenzen

An der St.Reinoldi-Kirche wird die Veranstaltung stattfinden. Foto:

In der St.Reinoldi-Kirche wird die Veranstaltung stattfinden.

Der Kunsthistoriker Christopher Kreutchen (TU Dortmund) erläutert die Raumkonzepte des Sacro Monte bei Varallo als Grenzen zwischen Himmel und Hölle; genauer als Grenzräume zwischen Glauben, literarischen Vorstellungen, Bildwerken, Natur und Pilgern.

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Der 1486 vom Franziskanerbruder Bernardo Caimi von Mailand gegründete Wallfahrtsort wurde als Utopie eines neuen Jerusalem installiert und inszeniert. Eine solche realisierte Utopie ermöglichte den Gläubigen, die Pilgerreisen ins Heilige Land innerhalb der Grenzen ihrer eigenen Welt zu vollziehen. 

Im folgenden Jahrhundert wurde die Kapellenanlage zu einem Geflecht aus weiteren Kreuzgängen weitergesponnen; als ein solches kodierten die begehbaren Raumfolgen während der Religionskriege das natürliche Grenzgebiet des Piemont-Gebirges als Glaubensgrenze gegen den protestantischen Norden.

Der Historiker Stefan Mühlhofer (Stadtarchiv Dortmund) wird über die innerdeutsche Grenze des 20. Jahrhunderts sprechen. Und auch der Musikwissenschaftler Alexander Gurdon (TU Dortmund) thematisiert die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, wenn er über Karajan und Schostakowitsch in Moskau spricht.

Auftritt der Berliner Philharmoniker in der Sowjetunion als Politikum während des Kalten Krieges

Ziele unseres Lebens: Ausstellungsprojekt in St. Reinoldi

Stadtkirche St. Reinoldi, Innenansicht Foto: Klaus Hartmann

Vor 50 Jahren, am 29. Mai 1969, gastierten die Berliner Philharmoniker zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion. Diese Reise wurde zu einem Politikum und einer Sternstunde auswärtiger Kulturpolitik: 

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings hatte die NATO jeglichen Kulturaustausch untersagt, was Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker geflissentlich ignorierten – wie die erstmalig ausgewerteten Akten des Politischen Archivs im Auswärtigen Amt belegen.

Auf dem Programm dieses denkwürdigen Konzerts stand zudem mit Dmitrij Schostakowitsch und seiner autobiographischen 10. Sinfonie e-Moll der erfolgreichste und zugleich der meist verfolgte Komponist der Sowjetunion. In diesem Vortrag sollen somit die kulturpolitischen Umstände dieses Zusammentreffens sowie die musikalischen Besonderheiten des Konzerts dargestellt werden: 

Durch den verfügbaren Live-Mitschnitt lässt sich auch musikalisch die Ausnahmesituation in der Interpretation Karajans wiederfinden und in einen Zusammenhang bringen. Durch den Abend führt Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund). Weitere Vorlesungstermine können Sie dem angehängten Veranstaltungsflyer entnehmen.

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Weitere Informationen:

  • Vorlesungsreihe Bild und Klang der TU Dortmund in der Reinoldikirche_Flyer
  • Die Vorlesungsreihe „Bild und Klang“ bringt die TU Dortmund in die Stadt, die Stadtkirche St. Reinoldi wird zum Hörsaal. Der Raum der Kirche und die Kunstwerke sind nicht einfach Kulisse, sondern rücken immer wieder in den Blick: als Thema der Vorlesung, als Kontextualisierung der Themen, aber zuweilen auch als Widerpart für andere, scheinbar nicht in den Raum gehörende Bilder und Klänge.
  • Veranstalter der Reihe „Bild und Klang“ sind die TU Dortmund in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, dem Stadtarchiv Dortmund, der Conrad-von-Soest-Gesellschaft und der Stadtkirche St. Reinoldi.

 

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