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Fast so schön wie früher: Saniertes Wohnhaus Penningskamp 20 in Dortmund-Hörde ist Denkmal des Monats März

An den Fenstern gibt es Ornamente des floralen Jugendstils. Man kann davon ausgehen, dass der damalige Bauherr bewusst diese Dekoration gewählt hatte, um dem Haus einen „modernen Zug“ zu verleihen. Foto: Bruno Wittke

Mit der Fassadensanierung eines Wohnhauses hat eine Straße in Dortmund-Hörde fast vollständig ihr altes Aussehen zurück erhalten. Anlass für die Dortmunder Denkmalbehörde, das Gebäude am Penningskamp 20 als Denkmal des Monats März 2020 vorzustellen.

Um die Jahrhundertwende sorgt die Industrialisierung für zunehmendes Wachstum

Der Penningskamp ist beinah die einzige Straße im Hörder Zentrum, die noch im Großen und Ganzen das Bild ihrer ursprünglichen Bebauung zeigt. Nördlich der 1898 fertiggestellten evangelischen Lutherkirche verlaufend, verdeutlicht der Penningskamp, wie sich der historische Ortskern Hördes um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in westlicher Richtung erweiterte. 

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Neues Bauland musste erschlossen werden, da die Industrialisierung schnell fortschritt. In Hörde war es vor allem die florierende und ständig sich erweiternde Hermannshütte um die alte Hörder Burg, die nicht nur zum wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch zu einem steilen Anstieg der Bevölkerungszahlen in der damals noch selbständigen Stadt Hörde führte.

Am Penningskamp entstand eine Mischung aus Wohnen und öffentlichen Einrichtungen. Noch heute wird das repräsentative Postgebäude von 1903 von der Deutschen Post genutzt. Das Gebäude der Reichsbankfiliale von 1908 dient dagegen inzwischen als Pflegeheim.

Ornamentdekorationen im floralen Jugendstil als Zeichen des Wohlstands

Während diese Objekte auf der Straßenseite mit ungeraden Nummern direkt unterhalb der Kirche stehen, war die gegenüberliegende Seite von Anfang an dem Wohnen vorbehalten. Hier reihen sich vor allem dreigeschossige Mietshäuser mit sandsteinfarbenen Steinputzfassaden aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts aneinander.

Eines dieser neuen Wohngebäude ließ sich 1902/03 der Lehrer Böckmann am Penningskamp 20 errichten. Für die Pläne zeichnete der Bauleiter A. Hilvering verantwortlich. Der ansonsten schlicht verputzte Neubau erhielt zur Straße hin eine Putzfassade, die durch Nute Steinquader imitiert. 

Unter und über den Fenstern gibt es eine Reihe von Ornamenten des floralen Jugendstils: Mehrfach geschwungene Stiele tragen stilisierte Blumenköpfe, Laubgirlanden rahmen Wappen und einen Mädchenkopf. Auch die schwungvolle Ausführung der Dachgauben geht auf den Jugendstil zurück.

Sanierung hat für die Wiederherstellung des alten Straßenbildes gesorgt

Man kann davon ausgehen, dass der damalige Bauherr bewusst diese seinerzeit neuartige Dekoration seines Hauses gewählt hatte, um ihm einen „modernen Zug“ zu verleihen. Doch Geschmäcker sind verschieden: Zwanzig Jahre später sieht man auf einem Foto von 1924 vor dem Haus ein kastenförmiges, glänzendes Auto. 

Der neue Hauseigentümer ließ dafür vor die rechte Seite der Fassade eine Garage bauen. Erst 1987 wurde sie entfernt und die Schauseite des Hauses wieder in den originalen Zustand rückgeführt. Allerdings folgte man der damaligen Mode, historische Häuser bunt anzustreichen. Dadurch fiel das nun blaue Gebäude optisch weiterhin aus dem Erscheinungsbild des Straßenzuges.

Ein Farbbefund bestätigte nun die Vermutung, dass das Haus Penningskamp 20 ursprünglich – wie auch seine Nachbarn – in einem Sandsteinton gestrichen gewesen war. Ein solcher Anstrich wurde nun verwandt, nachdem Risse und Hohlstellen im Putz beseitigt waren. Damit hat sich das Gebäude nicht nur seinem Originalzustand angenähert, sondern fügt sich wieder gut in das ursprüngliche, geschlossene Straßenbild des Penningskamps ein.

 

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