Eine Stadt, ein Tarifgebiet: VRR vereinfacht Tarifstruktur mit größeren Gebieten ab Juni

Neue Tarifreform bringt mehr Klarheit für Fahrgäste in Dortmund

U Bahn fährt ein: Person nutzt Handy zum Ticket buchen
Mit der VRR-Tarifreform gilt ab Juni in ganz Dortmund die Preisstufe A. Gleichzeitig gewinnt der digitale eezy.nrw-Tarif weiter an Bedeutung. Foto: Jörg Schimmel /DSW21

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) setzt zum 1. Juni 2026 die zweite Stufe seiner Tarifreform um. Für Fahrgäste in Dortmund bedeutet das vor allem: Innerhalb der Stadtgrenzen gilt künftig durchgehend die Preisstufe A. Zudem entfällt der Zwei-Waben-Tarif vollständig. DSW21 sieht darin einen weiteren Schritt hin zu einem einfacheren und kundenfreundlicheren Nahverkehrstarif.

Dortmund wird künftig zu einem einzigen Tarifgebiet

Mit der zweiten Stufe der Tarifreform beendet der VRR die bisherige tarifliche Zweiteilung Dortmunds. Künftig gilt innerhalb des gesamten Stadtgebiets einheitlich die Preisstufe A. Nach Angaben von DSW21 sollen die größeren Tarifgebiete und vereinfachten Tarifgrenzen für mehr Transparenz sorgen.

Auch Fahrgäste aus angrenzenden Tarifgebieten wie Lünen oder Bochum profitieren von der Änderung. Mit einem Ticket der Preisstufe B können sie künftig sowohl im eigenen Tarifgebiet als auch im gesamten Dortmunder Stadtgebiet fahren.

Der Verkehrsverbund verabschiedet sich damit zugleich von der bisherigen Wabenstruktur mit geteilten Städten. Der dazugehörige Zwei-Waben-Tarif wurde laut DSW21 zuletzt von weniger als einem Prozent der Fahrgäste im gesamten VRR-Gebiet genutzt und entfällt nun vollständig.

DSW21 sieht wichtigen Schritt für die Verkehrswende

Andrea Engelke, Leiterin Marketing und Kundenmanagement bei DSW21, bewertet die Reform als wichtigen Schritt für einen moderneren Nahverkehr. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Tarifsystem weiter zu vereinfachen und damit die Grundlage für eine zukunftsorientierte, digitale und noch attraktivere Mobilität schaffen.“

Andrea Engelke ist Leiterin Marketing und Kundenmanagement bei DSW21.
Andrea Engelke ist Leiterin Marketing und Kundenmanagement bei DSW21. Foto: Jörg Schimmel für DSW21

Weiter sagt Engelke: „Mit der zweiten Stufe der Tarifreform trennt sich der VRR mutig und entschlossen von überholten Strukturen. Das ist ganz im Sinne der Fahrgäste und ein wichtiger Schritt vor dem Hintergrund der Verkehrswende.“

Nach Angaben von Engelke betrifft die Reform allerdings nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Dortmunder Fahrgäste. Mehr als 90 Prozent nutzten bereits das DeutschlandTicket und seien damit ohnehin bundesweit im Einheitstarif unterwegs.

Zwei-Waben-Tarif entfällt vollständig

Mit der Reform verschwindet auch der bisherige Zwei-Waben-Tarif. Dieser ermöglichte Fahrten zwischen angrenzenden Tarifgebieten mit unterschiedlichen Preisstufen zum Preis der Preisstufe A.

Als Alternative verweist DSW21 auf den digitalen eezy.nrw-Tarif. Fahrgäste checken dabei per Smartphone ein und aus und bezahlen ausschließlich die Luftlinie der tatsächlich gefahrenen Strecke.

Andrea Engelke wirbt deshalb insbesondere bei Gelegenheitsfahrgästen für das digitale Angebot: „Unsere Botschaft ist ganz simpel: Für alle Fahrgäste, die nicht mit dem DeutschlandTicket unterwegs sind, ist der eezy-Tarif das Mittel der Wahl.“

Informationen online und in Kundencentern

DSW21 hat alle Informationen zur zweiten Stufe der Tarifreform auf einer eigenen Landingpage unter: www.bus-und-bahn.de/tarifreform zusammengefasst.

DSW21 bietet zusätzliche Infoangebote an.
Informationen zu den Änderungen gibt es auch in den Kundencentern von DSW21. Foto: Jörg Schimmel für DSW21

Die an den Haltestellen ausgehändigten Tarifinformationen werden nun schrittweise ausgetauscht und aktualisiert. Bei der Vielzahl an Haltestellen in Dortmund wird dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Die QR-Codes an den Haltestellen führen jedoch bereits zu den aktuellen Informationen.

Das Nahverkehrsunternehmen empfiehlt Fahrgästen außerdem, sich online oder in den Kundencentern über die Änderungen zu informieren. Zusätzlich bietet DSW21 Schulungen für Menschen an, die beim Umgang mit Smartphone und digitalem Tarif noch Unterstützung benötigen. Informationen zur Mobilitätsberatung gibt es unter: www.bus-und-bahn.de/mobilitaetsberatung.

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Reaktionen

  1. SPD in Scharnhorst kritisiert Folgen der VKU-Fahrplanumstellung – Mobilität der Menschen muss gesichert bleiben (PM)

    Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst, der SPD-Stadtbezirk Scharnhorst sowie die drei SPD-Ratsvertreter aus dem Dortmunder Nordosten kritisieren die Auswirkungen der Fahrplanumstellung der VKU im Kreis Unna auf die Busanbindung in Lanstrop deutlich.

    Die aktuellen Entwicklungen zeigen aus Sicht der SPD, dass die Veränderungen im Fahrplanangebot zu erheblichen Problemen für viele Bürgerinnen und Bürger geführt haben. Insbesondere in Lanstrop drohen Verschlechterungen bei der Erreichbarkeit und längere Wege im Alltag. Die große Unterstützung der Anwohnerinnen und Anwohner durch die laufende Unterschriftensammlung macht deutlich, wie wichtig eine verlässliche Busverbindung für den Stadtteil ist.

    Für die SPD bleibt die Sicherstellung von Mobilität ein zentrales politisches Anliegen. „Gerade ältere Menschen, Schülerinnen und Schüler sowie Berufspendler sind auf einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Mobilität darf nicht vom Wohnort abhängen“, erklärt die SPD in Scharnhorst.

    Aus diesem Grund hat die SPD-Fraktion bereits konkrete Anträge in der Bezirksvertretung Scharnhorst eingebracht, um die ÖPNV-Anbindung im Dortmunder Nordosten nachhaltig zu verbessern. Dazu gehört unter anderem die Forderung nach einer besseren Verbindung zwischen Derne, Lanstrop und Lünen-Süd sowie die Prüfung einer Verlängerung der Buslinie 420 zum Bahnhof Preußen und einen Halt der Schnellbuslinie X6 an der Alekestraße. Ebenso fordert die SPD weiterhin den zügigen Bau der Buswendeschleife „Am Wittfeld“, um die Situation vor Ort dauerhaft zu entlasten.

    Die Ratsvertreter aus dem Dortmunder Nordosten kündigen an, diese Haltung auch im Rat der Stadt Dortmund mit Nachdruck zu vertreten. Ziel bleibt ein verlässlicher und bürgernaher öffentlicher Nahverkehr, der die Menschen im Dortmunder Nordosten nicht abhängt.

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