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Eine Hand wäscht die andere: Vier Brauerei-Azubis aus Dortmund helfen für drei Wochen Hopfenbauern in Bayern

Die vier Azubis der Dortmunder Brauereien, Felix Henrik, Michael, Jakob und Jan Niklas, sichern bei der Hopfenhilfe in Elsendorf/Landkreis Kelheim den Rohstoffnachschub für ihr Bier. Foto: Dortmunder Brauereien

Den Landwirten fehlen in der Corona-Krise zehntausende Saisonarbeiter*innen, die wegen der Einreisebeschränkungen nicht aus dem benachbarten Ausland kommen können. Auch nicht nach Bayern, dem „Epizentrum“ des deutschen Hopfenanbaus. Doch wenn das „grüne Gold“ jetzt nicht gepflanzt und angeleitet wird, droht die Ernte ins Wasser zu fallen. Um den Rohstoffnachschub für ihr Bier zu sichern, leisten vier Azubis der Dortmunder Brauereien Hopfenhilfe.

Ohne Hopfen kein Bier – Azubis bleiben rund drei Wochen vor Ort

Ohne Hopfen kein Bier, hier in Form von Pellet. Foto: Oliver Schaper/Archiv

Hochsaison im Hopfenanbau: Im April und Mai müssen die jungen Triebe ausgesetzt und um meterhohe Drahtgestelle gewickelt werden – in Handarbeit. Nur dann können sie sich nach oben recken und strecken, bis zu 20 Zentimeter am Tag. Bleiben die helfenden Hände dafür in Corona-Zeiten aus, gibt es in diesem Jahr keine Hopfenernte. Und ohne Hopfen kein Bier. ___STEADY_PAYWALL___

Um das zu vermeiden, haben Felix Henrik, Michael, Jakob und Jan Niklas kurzerhand ihre Sachen gepackt, um nach Bayern zu reisen. Dort leisten die vier Azubis der Dortmunder Brauereien bei Familie Kirzinger in Elsendorf/Landkreis Kelheim dem Hopfen jetzt Kletterhilfe.

„Rund drei Wochen sind sie nun vor Ort“, so Steffen Krauß, Betriebsleiter der Dortmunder Brauereien. „Dabei brummt unser Flaschenbierabsatz durch die hohe Nachfrage im Handel gerade, so dass wir eigentlich jede helfende Hand selbst gut gebrauchen könnten.“ Dennoch habe er keinen Moment gezögert, die Nachwuchsbrauer freizustellen – bei vollem Lohnausgleich. 

Voller Lohnausgleich durch den Betrieb – Kost und Logis beim Bauern vor Ort

Steffen Krauß: „Natürlich bezahlen wir unsere Azubis weiter, während die Hopfenbauern für Kost und Logis vor Ort sorgen.“

Die behördlichen Regelungen dabei zu beachten, sei kein Problem, so die Zusicherung. Auch in den Hopfengärten stehen die Reihen weit genug auseinander, um den empfohlenen Abstand von zwei Metern bei der Arbeit einhalten zu können.

Steffen Krauß ist überzeugt: „Die Bierbrauer und Hopfenbauern haben schon viel erlebt und überstanden. Wenn wir jetzt zusammenhalten, werden wir auch die Corona-Krise meistern.“

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Weitere Informationen:

Über die Hallertau

Das Dreieck zwischen Ingolstadt, Freising und Kelheim ist mit 2.400 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Im Jahr 2019 wurden dort rund 42.000 Tonnen Hopfen geerntet. Das macht 86 Prozent der deutschen Hopfenernte aus.

Dortmunder Brauereien

Mehr noch als Kohle und Stahl hat Dortmunder Bier das Image der Westfalenmetropole geprägt und den Namen der Stadt weltbekannt gemacht. Bereits 1843 führte der Dortmunder Brauer Heinrich Wenker die untergärige Brauweise, 1887 kreierte Fritz Brinkhoff – durch die versehentliche Verwendung von hellem Malz – den hellen Dortmunder Biertyp. 

Zudem wurde 1881 in der Dortmunder Actien-Brauerei die erste Kältemaschine aufgestellt. Damit waren die Grundsteine für den Erfolg des Dortmunder Bier gelegt. Dortmunder Bierkultur ist in der gesamten Region so präsent wie eh und je. Zu den bedeutendsten Marken der Dortmunder Brauereien gehören Dortmunder Kronen, Brinkhoff’s No.1, Hövels Original und das exportstarke DAB.

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