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Doch noch Hoffnung für das „Festi Ramazan“: Kleine Lösung zwischen Westfalenhallen und Stadion denkbar

Im kommenden Jahr soll der ursprüngliche Platz an den Westfalenhallen wieder zur Verfügung stehen.

Es gibt doch noch Hoffnung für das „Festi Ramazan“: Nachdem die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost in der vergangenen Woche die Durchführung des Festivals während der mehr als vierwöchigen muslimischen Fastenzeit auf einem Parkplatz am Remydamm wegen der zu erwartenden Lärm- und Verkehrsbelastungen der etwa 40 AnwohnerInnen befürchtet hatte, tut sich in der Innenstadt-West eine neue Option auf: Auf dem Parkplatz A8 zwischen Westfalenhallen und Stadion könnte das Festival in „abgespeckter“ Form stattfinden.

Bezirksvertretung Innenstadt-West gab mit einem Dringlichkeitsbeschluss grünes Licht

Einen entsprechenden Dringlichkeitsbeschluss hat die Bezirksvertretung Innenstadt-West am Montag gefasst. Nun müssen Ordnungsamt und Bauverwaltung den neuen Antrag prüfen. „Es gibt jetzt eine Option, das Fest in einer kleineren Form im Umfeld der Westfalenhallen durchzuführen, wo auch die Infrastruktur vorhanden ist und auch keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind“, machte OB Ullrich Sierau deutlich. 

„Ich bin dafür, dass es stattfindet, aber es muss auf Akzeptanz stoßen und professionell gemacht werden“, schlägt Sierau die Brücke zwischen widerstreitenden Interessen. Dortmund werde es „kulturaffiner“ machen als beispielsweise Oberhausen. Dort hatte man verfügt, dass das Fest täglich um 22 Uhr beendet sein müsse. Allerdings darf das Fastenbrechen der Muslime erst nach Sonnenuntergang beginnen – es beginnt also erst gegen 21.30 Uhr. Daher hatten es die Veranstalter dort abgesagt.

Für die kleine Lösung am Rabenloh liegt ein Sicherheits- und ein Mobilitätskonzept vor. „Aber noch kein Kommunikationskonzept. Der Veranstalter muss darauf hinweisen, dass das Fest nicht in der gewohnten Größe, sondern mit weniger Ständen und Veranstaltungen stattfinden wird“, so Sierau. 

Stadt erwartet von den eigentlichen Veranstaltern eine offensivere Kommunikation

Bis zu 250.000 BesucherInnen kamen in den vergangenen Jahren zum Fest. Archivbilder: Alex Völkel

Denn Platz A8 am Rabenloh sei nicht für das bisherige Besucher- und Verkehrsaufkommen geeignet.

„Daher erwarten wir von den Veranstaltern, dass darauf hingewiesen wird – nicht nur auf deutsch, sondern in verschiedenen Sprachen“, so der OB. Denn die Gäste müssten mit anderen Erwartungen kommen, um Enttäuschungen zu vermeiden – und teilweise auch fortbleiben, da eine Besucherfrequenz wie in den Vorjahren nicht zu stemmen sei.

„Das wird abverlangt und erwartet, dass das von Seiten des Veranstalters kommuniziert wird. Damit meine ich nicht Herrn Arens, der in eine unmögliche Rolle gelangt ist, sondern die eigentlichen Veranstalter, die sich in der Öffentlichkeit kaum zeigen. Das ist bisher keine vertrauensbildende Maßnahme“, schrieb Sierau den Machern eine deutliche Kritik ins Stammbuch. 

Schausteller Patrick Arens hatte die Veranstalter vor allem bezüglich des Mobilitätskonzepts beraten und ihre Interessen in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost vertreten.

Die eigentlichen Veranstalter ließen sich dort allerdings nicht blicken und hatten auch im Vorfeld nicht den Kontakt zur Kommunalpolitik und/oder den AnliegerInnen gesucht, um mögliche Wogen bereits im Vorfeld zu glätten.

Der neue Standort am Rabenloh stellt nur eine Notlösung für dieses Jahr dar

Ein Kommunikationsproblem, das Sierau auch in anderen Zusammenhängen – insbesondere bei Bauvorhaben von Moschee-Vereinen – sah. „Das ist eine kulturelle Sache. Es wird nicht proaktiv kommuniziert. Da müssen wir drüber reden – u.a. mit dem Rat der muslimischen Gemeinden.“

Angriffe, die antisemitisch und anti-islamisch sind, gehörten nicht in unsere Stadt. „Aber alle müssen einen Beitrag leisten, dass miteinander geredet wird. Das werden wir bereden und von unserer Seite mindestens begleiten – oder auch moderieren.“

Mit dem „Festi Ramazan“ könne es in diesem Jahr noch gelingen. Zugleich machte Sierau deutlich, dass der Anfang des Festes nicht so aussehen müsse wie das Ende. Schließlich dauere das Fest ja rund einen Monat – es gebe viel Zeit zum Nachsteuern. Mit dem benachbarten Theodor-Fliedner-Heim sei bereits gesprochen worden. Hier soll es eine mobile Lärmschutzleinrichtung geben. 

Allerdings soll die Lösung am Rabenloh nur eine einmalige Notlösung sein. Im kommenden Jahr soll das Festival wieder unmittelbar an den Westfalenhallen stattfinden. Dort hatte sich das „Festi Ramazan“ bereits bewährt. Wegen Bauarbeiten steht die bisherige Fläche aber im vergangenen und in diesem Jahr nicht zur Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr wieder am alten Platz an der Halle ist, wenn dort der Umbau beendet ist. Dort hatten wir es stadtverträglich hingekriegt“, so der OB.

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