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Die Stadt Dortmund möchte rund 184 Millionen Euro für die Erweiterung des Schulraums in der Nordstadt investieren

Interimslösung Container-Klassen, Mangel an Schulraum: in der Nordstadt keine Seltenheit. Foto: Leopold Achilles

Dortmund wächst, die Stadt zählt nach offiziellen Angaben mittlerweile 603.000 BürgerInnen. Die brauchen hinreichend Wohnraum und auch die lieben Kleinen dürfen auf Dauer nicht in überfüllten oder provisorischen Klassenzimmern sitzen. Insbesondere in der stark verdichteten Nordstadt ist Raummangel seit längerem ein Problem. Daher hat sich der Verwaltungsvorstand auf seiner letzten Sitzung mit dem Realisierungskonzept zur Erweiterung des dortigen Schulraums befasst. Der Stadtrat soll im Februar über den Grundsatzbeschluss entscheiden. Der Plan ist, in den nächsten 15 bis 20 Jahren gut 184 Millionen Euro zu investieren.

Steigende Anmeldezahlen erwartet: dreistufiger Plan für den Schulausbau in der Nordstadt

Fertiggestelltes Schulgebäude der Anne-Frank-Gesamtschule. Foto: Leopold Achilles

Der Fachbereich Liegenschaften erarbeitete mit Unterstützung der Dortmunder „Assmann Beraten + Planen AG“ das Konzept zur Prüfung von zehn Schulstandorten. Berücksichtigung fanden jeweils der baulich-technische Zustand des Gebäudes, die Rahmenbedingungen des Grundstücks sowie die Schulraumbedarfe bezogen auf das pädagogische Konzept.

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Die im Ergebnis überschlägig ermittelten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 184 Millionen Euro für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren.

Das Ergebnis des Realisierungskonzeptes sieht einen dreistufigen Plan zur Umsetzung aller Maßnahmen vor. Ziel ist es, den aktuellen und perspektivischen Fehlbedarf an Schulraum in der Nordstadt zu decken.

Das Anmeldeverfahren für die Grundschulen zum Schuljahr 2019/2020 ist noch nicht abgeschlossen. Es wird erwartet, dass die Anmeldezahlen an den Grundschulen wegen der Bevölkerungsentwicklung weiter steigen werden.

An der Burgholzstraße soll eine neue Grundschule mit vier bis fünf Zügen entstehen

Die Libellen-Grundschule in der Nordstadt soll erweitert werden. Foto: Alex Völkel

Im ersten Maßnahmenpaket sind der Neubau einer vier- bis fünfzügigen Grundschule an der Burgholzstraße mit den notwendigen Sporthalleneinheiten und die Erweiterung der Libellen-Grundschule sowie der Diesterweg-Grundschule um jeweils einen Schulzug geplant.

Beide Schulen nehmen zurzeit über ihre festgelegte Zügigkeit hinaus SchülerInnen auf und haben zur zusätzlichen Klassenbildung bereits zum vergangenen Schuljahr mobile Raumeinheiten erhalten. Diese provisorischen Einheiten sollen nun durch Neu- bzw. Erweiterungsbauten ersetzt werden.

Zeitgleich zum Neubau einer Grundschule an der Burgholzstraße soll auf demselben Grundstück ein weiterer Schulneubau entstehen. Dieser dient dann zunächst als Interimsquartier für die anderen zu sanierenden oder neu zu bauenden Schulen in der Nordstadt.

Das zweite Maßnahmenpaket soll voraussichtlich bis 2029 umgesetzt worden sein

Bis Anfang 2023 soll das erste Maßnahmenpaket abgeschlossen sein. Die Fertigstellung der „Interimsschule“ bedeutet zeitgleich den Start des zweiten Maßnahmenpakets. Dieses umfasst die Umsetzung aller Maßnahmenpakete an den Grundschulen. Damit sollen die Grundschulen in die Lage versetzt werden, modernen Unterricht gemäß ihrer pädagogischen Konzepte durchführen zu können.

In die Interimsschule wird als erstes die Nordmarkt-Grundschule einziehen. Der Schulstandort am Nordmarkt wird mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit bedarfsgerecht weitestgehend neu bebaut werden.

Anschließend werden im rotierenden Verfahren die Oesterholz-Grundschule, die Grundschule Kleine Kielstraße und die Albrecht Brinkmann-Grundschule in die Interimsschule einziehen – während die jeweiligen die Standorte saniert und erweitert werden. Anvisiertes Ende der Arbeiten ist das Jahr 2029.

Schwierigkeiten bei Erneuerung und Neubau von Schulraum an weiterführenden Schulen

Das Helmholtz-Gymnasium in der Nordstadt: alt-ehrwürdig, aber trotz mehrerer Erweiterungen zu klein. Foto: Klaus Hartmann

Das dritte Maßnahmenpaket umfasst die Erweiterung und Erneuerung der Schulräume an den vier weiterführenden Schulen bis 2036. Der lange Zeitraum liegt ursächlich an den fehlenden Flächen zur kurzfristigen Auslagerung von Schulen. Die heute leer stehenden Schulgebäude im Stadtgebiet liegen zu weit vom Schulbezirk entfernt und kommen daher für eine Auslagerung nicht infrage.

Der Maßnahmenumfang erlaubt aufgrund der Lärmbeeinträchtigung keine Umsetzung im laufenden Schulbetrieb. Eine Unterbringung in mobilen Raumeinheiten ist aus Platzgründen ebenfalls nicht möglich. Die Schulgrundstücke sind zu klein und stehen zum Teil jetzt schon mit mobilen Raumeinheiten voll.

Die Stadt prüft jedoch laufend Möglichkeiten für Ausweichquartiere und wird den Prozess, wo es möglich ist, beschleunigen.

Zunächst steht jedoch der Abriss der ehemaligen Anne-Frank-Gesamtschule an der Burgholzstraße 150 an. Das Schulgebäude steht zurzeit noch auf der Fläche, auf der die beiden zukünftigen Schulgebäude entstehen sollen. Ein Unternehmen ist bereits mit der Erstellung eines Abrisskonzepts beauftragt. Der Abriss ist für 2019 vorgesehen.

 

 

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