Arbeitslosenquote sinkt auf 11,0 Prozent - Stellenbestand rückläufig

Der Arbeitsmarkt in Dortmund: Im November 2022 gibt es nur marginal weniger Arbeitslose

Die offiziell gezählten Arbeitslosen in Dortmund im Jahresvergleich - jeweils im November.
Die offiziell gezählten Arbeitslosen in Dortmund im Jahresvergleich – jeweils im November. Graf

Die aktuelle Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt bleibt beständig, die saisontypische Herbstbelebung zeigt sich aber angesichts der angespannten weltpolitischen Lage in deutlich abgeschwächter Form. Zwar gehen in diesem Monat erneut die Zugänge aus Arbeitslosigkeit zurück (minus 115 Personen), aber die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit hin in eine Erwerbstätigkeit stagnieren nahezu (plus 8 Personen). Die Arbeitslosenquote hat aufgrund der geringen Herbstdynamik die 11-Prozent-Marke nicht unterschritten. Sie sinkt nur marginal um 0,1 Prozent auf aktuell 11,0 Prozent.

35.277 Menschen werden in Dortmund offiziell als arbeitslos gezählt

Im November wurden 35.277 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.039 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.238 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 233 Personen oder 0,7 Prozent gesunken, sie liegt gegenüber dem Vorjahr jedoch um 3,3 Prozent (+1.130 Personen) höher. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 11,0 Prozent (November 2021: 10,7 Prozent).

Heike Bettermann ist Chefin der Agentur für Arbeit in Dortmund.

Doch das erfasst nicht die Gesamtzahl der Arbeitslosen: In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung ist in diesem Monat weiter gestiegen. Insgesamt sind im November 47.2932 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 172 Personen mehr. Wichtig für die Arbeitsmarktintegration ist vor allem das Erlernen der deutschen Sprache, viele Ukrainer:innen haben in den vergangenen Wochen mit dem Spracherwerb begonnen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt damit unverändert im Vergleich zum Vormonat bei 14,3 Prozent.

Weiterhin hohe Fachkräftebedarfe, aber weniger neue Stellen gemeldet

„Wir spüren die Zurückhaltung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern bei Neueinstellungen angesichts der globalen Unsicherheiten wie den nach wie vor anhaltenden Engpässen in den Lieferketten, den Folgen des russischen Angriffskriegs oder auch der Ungewissheit über die Entwicklung der Energiekosten in der nahen Zukunft. Auch das diesjährige Weihnachtsgeschäft boomt noch nicht so stark wie in Vorkrisenzeiten“, kommentiert die Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die aktuelle Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Dr. Regine Schmalhorst ist Geschäftsführerin des Dortmunder Jobcenters.
Dr. Regine Schmalhorst ist Geschäftsführerin des Dortmunder Jobcenters. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

„Wir haben aber nach wie vor hohe Fachkräftebedarfe in den Unternehmen. Zwar wurden uns im November weniger neue Stellen gemeldet. Doch die Zahl der schon länger offenen Stellen ist nach wie vor sehr hoch. Qualifiziertes Personal wird gesucht, doch häufig nicht gefunden“, so Bettermann. „Schwierig bleibt das Matching. Wir schauen daher genau hin, wer kann vielleicht umgeschult, wer zur Fachkraft weitergebildet werden, um wieder zurück in den Arbeitsmarkt zu finden und dort auch langfristig zu bestehen. Die Transformation des Arbeitsmarktes ist in vollem Gange und bleibt die große Herausforderung in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren.“

„Der bisherige Herbstaufschwung im Jobcenter Dortmund setzt sich fort. 260 Menschen und 102 Bedarfsgemeinschaften weniger wurden in diesem Monat insgesamt durch uns betreut, als es im Oktober der Fall war.“, ergänzt Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

Die Zahl Langzeitarbeitsloser ist im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert. 1.007 Personen weniger sind aktuell von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als im November letzten Jahres. „Ausgehend von dem Arbeitsmarkt – der trotz steigender Energiekosten – stabil ist, liegt unser Fokus weiterhin darauf, unseren Kunden unter anderem Perspektiven für Qualifizierungen und Arbeitsaufnahmen aufzuzeigen“, so Schmalhorst.

Viele Ukrainer:innen starten mit dem Spracherwerb – Jugendarbeitslosigkeit erstmals unter 3.000er Marke

Im Jugendberufshaus arbeiten Arbeitsagentur, Jobcenter und Stadt Dortmund Hand in Hand.
Im Jugendberufshaus arbeiten Arbeitsagentur, Jobcenter und Stadt Dortmund Hand in Hand. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Seit dem 1. Juni haben alle geflüchteten Ukrainer:innen die Möglichkeit, in den Jobcentern einen Antrag auf Grundsicherung für Arbeitssuchende zu stellen. Im Berichtsmonat November waren im Jobcenter Dortmund 1.854 Ukrainer:innen arbeitslos gemeldet. Im Oktober waren es 2.020 Personen. Ursächlich für den Rückgang sind die beginnenden Sprachkurse.

Die Jugendarbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat auf 9,0 Prozent gesunken. Im November waren damit 2.999 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 87 Personen weniger als im Vormonat. Damit liegt die Jugendarbeitslosigkeit aber weiterhin noch deutlich über Vorkrisenniveau. Im November 2019 waren 2.632 Jugendliche unter 25 Jahren in Dortmund arbeitslos gemeldet.

Viele Jugendliche, die nach Beendigung ihrer Ausbildung in eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit geraten sind, konnten nun als begehrte Fachkraft den Weg zurück in Arbeit finden. Auch der Schul- und Ausbildungsstart im September haben sich positiv auf die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten ausgewirkt.

Die Arbeitskräftenachfrage leicht rückläufig

Im November ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im aktuellen Berichtsmonat 633 neue Stellen gemeldet. Das sind neun Stellen weniger als im Oktober und 194 weniger Stellenmeldungen als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand hat sich mit 4.878 offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat deutlich verringert.

Im Jahresvergleich liegt er mit einem Plus von rund 105 Stellen deutlich höher als im Krisenjahr 2021. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen sind in den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Verkauf, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege.

Alle Zahlen und Fakten gibt es hier als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport November 2022

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Reaktionen

  1. Schwerbehinderte Menschen verdienen die gleichen Chancen (PM Agentur für Arbeit)

    Rund ein Drittel aller arbeitslosen Menschen mit einer Behinderung in Dortmund sind Fachkräfte, Experten oder Spezialisten. Ihre Motivation ist hoch und sie können ihren Job genauso gut machen wie andere. Und doch scheuen viele Arbeitgebende die Einstellung. Noch immer ist der Anteil der Unternehmen, die über 20 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und damit nach dem Gesetzt mindestens 5 Prozent ihrer Belegschaft mit Menschen mit einer Behinderung besetzen müssen, zu gering.

    Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung im Vergleich zum Vorjahr um etwa 4,6 Prozent von 2.991 auf 2.810 gesunken ist, konnten schwerbehinderte Menschen nicht im gleichen Umfang von der einsetzenden Erholung des Arbeitsmarktes profitieren. Die Dauer der Arbeitslosigkeit liegt für schwerbehinderte Menschen deutlich über der von nicht-schwerbehinderten Arbeitslosen. Im Schnitt ist sie rund ein Drittel höher.

    In Dortmund gibt es 1.029 Unternehmen und Institutionen. 9.001 Arbeitsplätze sollten mit Menschen mit einer Behinderung besetzt sein. Die freie Wirtschaft hat 6.355 Arbeitsplätze besetzt – 1.534 aber nicht. Der Öffentliche Dienst hat 2.647 Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Behinderung besetzt – 78 aber nicht.

    „Bei der Inklusion am Arbeitsmarkt ist der Handlungsbedarf nach wie vor hoch. Arbeit ist eine der Hauptgrundlagen für eine Lebensgestaltung in Eigenverantwortung und die Grundvoraussetzung für die Entfaltung der Persönlichkeit. Auf der anderen Seite lassen sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auch Chancen entgehen bei der Einstellung dringend benötigter Fachkräfte. Menschen mit einer Behinderung können genauso effektiv und produktiv sein wie Menschen ohne Behinderung. Wer inklusive Arbeitsplätze einrichten möchte, findet bei der Agentur für Arbeit Dortmund eine Vielzahl unterstützender Dienstleistungen und Programme. Wir helfen nicht nur bei der Rekrutierung, sondern unterstützen auch bei der behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und fördern dies auch finanziell“, so die Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann.

    Kontakt:

    Telefon 0800 4 5555 00 (Arbeitnehmer)*
    Telefon 0800 4 5555 20 (Arbeitgeber)*
    lokale Hotline für Arbeitnehmer und Arbeitslose: 0231 842 2288

    *Dieser Anruf ist für Sie kostenfrei
    Email: Dortmund.Ansprechstelle-Rehabilitation@arbeitsagentur.de

  2. Jobcenter Dortmund zwischen den Jahren nur in der Steinstraße geöffnet (PM)

    Vom 27. Dezember bis zum 30. Dezember 2022 schließt das Jobcenter Dortmund an folgenden Standorten für den persönlichen Publikumsverkehr:

    Königshof 1
    Südwall 5-9
    Kampstraße 49
    Schützenstraße 90-92
    Am Kaiserhain 1
    Aktionsbüros

    Bei der Schließung handelt es sich um eine Energiesparmaßnahme. Dadurch, dass die Gebäude unbesetzt sind, wird in der Zeit erheblich weniger Energie verbraucht. Das komplette Personal arbeitet in dieser Zeit aus dem Homeoffice oder in der Liegenschaft Steinstraße weiter.

    Allen, die in dieser Zeit Unterlagen beim Jobcenter einreichen oder einen Antrag stellen wollen, wird empfohlen, das persönliche digitale Postfach im Onlineportal jobcenter.digital oder das Kontaktformular auf der Webseite jobcenterdortmund.de zu nutzen. Auch telefonisch bleibt das Jobcenter Dortmund regulär über das Service Center unter der 0231 8421110 (Mo-Fr, 08 bis 18 Uhr, Feiertage ausgenommen) erreichbar.

    In dringenden Notfällen sowie für zuvor vereinbarte Termine besteht außerdem die Möglichkeit, in der Steinstraße 39 vorzusprechen: am 27.12. von 08 bis 14 Uhr, am 28.12. von 08 bis 12 Uhr, 29.12 von 08 bis 15 Uhr und am 30.12. von 08 bis 12 Uhr.

    Ab dem 02. Januar 2023 sind alle Liegenschaften des sozialen Arbeitsmarktdienstleisters wieder regulär besetzt.

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