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DA-SSI-RA-GI: Die einzige koreanische Musikgruppe der Nordstadt trommelt aus Leidenschaft

DASSIRAGI – die Koreanischen Trommlerinnen aus dem Keuning-Haus

DASSIRAGI – die Koreanischen Trommlerinnen aus dem Keuning-Haus. Foto: Klaus Hartmann

DA-SSI-RA-GI – das bedeutet „immer wieder erneuern“ auf Koreanisch. Es steht aber auch für die  Trommel-Rhythmen, die regelmäßig im Untergeschoss des Dietrich-Keuning-Hauses ertönen. Denn „DA-SSI-RA-GI“ heißt auch die einzige koreanische Musikgruppe in der Nordstadt.

Koreanische Musikstudierende gründeten 1998 den Verein in Dortmund

1998 wurde die Gruppe von koreanischen Musikstudenten in Dortmund gegründet und Nam Sook Kim-Bücker war von Anfang an dabei. Damals hat sie vor allem das Kayagum, eine koreanische Harfe gespielt; mittlerweile spielt sie aber genauso gerne die Trommel. Begleitet von Gesang bilden die beiden Instrumente den Hauptbestandteil der musikalischen Darbietungen.

Im Jahre 2002 übernahm Nam Sook Kim-Bücker die Leitung, weil die Studenten nach Abschluss ihres Studiums nach Korea zurückkehrten. Sie formierte DA-SSI-RA-GI neu: heute gehören insgesamt sieben leidenschaftliche Musikerinnen dazu.

Viele Kenntnisse über japanische Kultur – aber nicht über die koreanische

DA-SSI-RA-GI, Koreanische Musikgruppe (Koreanische Trommelgruppe). Foto: Dietmar Wäsche

Die Proben finden im Dietrich-Keuning-Haus statt. Foto: Dietmar Wäsche

„Ich stelle immer wieder fest, dass Deutsche zwar viel über die japanische Kultur wissen, aber kaum etwas über die koreanische“, sagt die seit mehr als dreißig Jahren in Deutschland lebende Musikerin. Deshalb ist ihr die Gruppe so wichtig. Es gebe im Ruhrgebiet kaum Möglichkeiten, traditionelle koreanische Musik mit ihren komplexen Trommelrhythmen zu hören.

Im Jahr 2009 hat Nam Sook Kim-Bücker einen Trommelkurs besucht und nun übt sie mit den übrigen Musikerinnen regelmäßig im Dietrich-Keuning-Haus – auf der Kegelbahn. Die Trommler der Gruppe, zu denen auch Jungok Lee und Taemu Kim gehören, sind sehr dankbar, dass sie im Dietrich-Keuning-Haus proben dürfen.

„Dass wir hier Zuflucht gefunden haben, verbindet uns sehr mit der Nordstadt“

„Trommelgruppen sind oft unerwünscht, weil es höllisch laut ist“, begründet die Leiterin. Bevor sie ins Dietrich-Keuning-Haus kamen, haben die Frauen zuhause im Wohnzimmer geprobt – bis sich ein Nachbar beschwerte. „Dass wir hier Zuflucht gefunden haben, verbindet uns sehr mit der Nordstadt“, sagt Nam Sook Kim-Bücker.

„Die Nordstadt ist sehr multikulturell und wir sind auch ein Teil davon.“ Das beweist DA-SSI-RA-GI unter anderem auch auf dem Münsterstraßenfest, wo die Gruppe seit 1999 regelmäßig auftritt.

Musikerinnen genießen den Kontakt zu vielen unterschiedlichen Nationen und Kulturkreisen

Die Musikerinnen finden es aber auch toll, dass sie durch das Dietrich-Keuning-Haus Kontakt zu vielen unterschiedlichen Nationen und Kulturkreisen haben. Ab und zu veranstalten sie hier koreanische Abende und Konzerte oder beteiligen sich an Veranstaltungen anderer Gruppen. Auch die koreanische Musikgruppe selbst ist international – zu den Mitgliedern gehörte eine Zeit lang auch eine deutsche Studentin.

Doch das Dietrich-Keuning-Haus ist für die Gruppe nur ein Teil des Zuhauses. Eine weitere Zuflucht fand sie in der Pauluskirche, wo sie sich regelmäßig zum Musizieren trifft. Zusätzlich spielt Nam Sook Kim-Bücker dort regelmäßig in einer musikalischen Meditationsstunde mit dem Titel „Klänge für die Seele“.

 

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HINWEIS:

– Der Artikel ist ein Beitrag aus dem Buch „Wir: Echt Nordstadt“. Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  „Wir: Echt Nordstadt“ ist bis zum 31. März 2015 auf der Phoenix-Insel in Hörde zu sehen.

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