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City-Runde: Bangen um Erhalt der Filialen von Karstadt und Galeria Kaufhof – beide Kaufhäuser auf der Streichliste

Unter anderem Thema in der City-Runde: neben der Karstadt-Filiale die Zukunft von Galeria Kaufhof in Dortmund.

Von Joachim vom Brocke

In den Mittagsstunden des Freitag, nach Sitzung der City-Runde im Rathaus, zeigte sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau bezüglich des Erhalts der Filialen von Karstadt und Galeria Kaufhof in prominenter Citylage am Westenhellweg noch optimistisch. „Die Standorte haben sich stets gut vertragen“, meinte Sierau. Beide Häuser seien durch kürzlich durchgeführte Sanierungen tadellos in Ordnung. Hinzu komme der sehr große Einzugsbereich der Kundschaft. Sierau rechnete mit „standortbezogener Vernunft“ in der Konzernzentrale. Doch es kam schlimmer als erwartet.

„Mit der Angst der Mitarbeiter*innen wird gespielt“ – Kaufzurückhaltung und weniger Besucher

In den frühen Nachmittagsstunden kam heraus, dass voraussichtlich beide Dortmunder Häuser aufgegeben werden sollen; das Karstadt Sporthaus am Alten Markt scheint nicht auf der Schliessungsliste zu stehen. Medienberichten zufolge, solle die „Schließungsliste nicht final sein“.

Das Karstadt-Stammhaus am Westenhellweg. Foto: Alex Völkel

Das Karstadt-Stammhaus am Westenhellweg ist seit Jahrzehnten ein Besucher*innen-Magnet und Frequenzbringer für die City.

Betriebsratsvorsitzender Gerhard Löpke rechne damit, dass Häuser auf der Liste stehen, die dann doch nicht geschlossen werden. So werde mit der „Angst der Mitarbeiter*innen gespielt“. Am Freitagabend schließlich beriet der Dortmunder Stadtrat zum Abschluss einer zweitägigen Marathon-Sitzung hinter verschlossenen Türen zu dem Thema.  ___STEADY_PAYWALL___

Ein wenig optimistisches Bild des Handels zeichnete in der City-Runde auch Thomas Schäfer vom Handelsverband Westfalen-Münsterland: „Die Coronapandemie hat sich im Handel ganz stark bemerkbar gemacht.“ Obwohl inzwischen alle Geschäfte wieder geöffnet haben, stimmen durch die Kaufzurückhaltung bei der Kundschaft die Umsätze nicht und ebenso seien auch die Besucherfrequenzen in der Stadt zurückgegangen. Mehr Flexibilität im Sortimentsbereich wünscht sich die Thier-Galerie mit über 30.000 qm Verkaufsfläche, gab OB Sierau bekannt.

„Die Absicht von Galeria Karstadt Kaufhof, beide Dortmunder Warenhausstandorte zu schließen, hat uns schockiert. Den 350 Kolleginnen und Kollegen, die von den Schließung betroffen sein werden, gilt unsere uneingeschränkte Solidarität. Wir werden in den nächsten Tagen das erneute Gespräch mit dem Betriebsrat und Ver.di suchen, um zu besprechen, wie wir gemeinsam für den Erhalt zumindest eines Hauses kämpfen können“,betonen die Dortmunder SPD-Landtagsabgeordneten Volkan Baran, Anja Butschkau, Armin Jahl und Nadja Lüders in einer ersten Stellungnahme .

„Wir erwarten nun auch von der Landesregierung, dass sie wach wird und sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen und des Einzelhandelsstandorts Dortmund einsetzt. Gerade Nordrhein-Westfalen ist mit 17 Filialschließungen am stärksten betroffen. Das darf Laschet, Pinkwart und Laumann nicht kalt lassen“, so die Dortmunder Landtagsabgeordneten weiter.

Resolution des Rates zur Schließung der Galeria Karstadt Kaufhof Häuser in Dortmund  

Der Rat der Stadt Dortmund hat nach den am Freitag angekündigten Standortschließungen der Galeria Karstadt Kaufhof Häuser in seiner Sitzung am Freitagabend eine Resolution verabschiedet. Hier der Wortlaut:

Der Rat der Stadt Dortmund hat in seiner heutigen Sitzung mit großer Bestürzung die Nachricht über die Schließung von zwei Standorten der Galeria Karstadt Kaufhof in Dortmund zur Kenntnis nehmen müssen.Der Rat steht unmissverständlich an der Seite der Beschäftigten und spricht ihnen seine volle Solidarität aus. Sie haben mit Ihrer Arbeit und ihren Tarifkompromissen maßgeblich dazu beigetragen, dass die Dortmunder Häuser immer zu den umsatzstärksten Standorten innerhalb des gesamten Konzerns gehörten.

Auch der Galeria Kaufhof und das Karstadt-Sport-Haus wurden heute bestreikt.

Auch Galeria Kaufhof soll schließen (Foto) – nur das Sporthaus könnte überleben. Archivfotos (3): Alex Völkel

Karstadt ist ein Stück Dortmunder Geschichte und hat auch heute noch eine große Bedeutung für die Einkaufsstadt Dortmund und für die Attraktivität unserer City. Die Tatsache, dass die Schließung mit keinerlei Begründungen verkündet wurde hat großes Befremden im Rat der Stadt Dortmund ausgelöst.

Diese Situation erzeugt nun viele offene Fragen: Warum schließt der Konzern die Dortmunder Häuser, obgleich sie in den letzten Jahren zu den Umsatzbringern zählten und eben nicht auf der sogenannten „roten Liste“ der zu schließenden Standorte stand? Warum wird ein Haus wie das Karstadtgebäude geschlossen, obgleich noch vor wenigen Jahren hier rund acht Millionen Euro in den Ausbau investiert wurden? Warum spielten Kundenpotentiale, Zentralitätskennziffern, Frequenzen und die regionale Einzugsgröße von zwei bis drei Millionen Kunden*innen für diese Kaufhäuser bei der Entscheidung offenbar keine Rolle?

Aufgrund dieser offenen Fragen drängt sich für den Rat der Stadt Dortmund der Eindruck auf, dass die Entscheidung nicht unter finanziellen und betriebswirtschaftlichen Bewertungen der hiesigen Standorte getroffen wurde. Auch die Coronabedingten Umsatzeinbußen scheinen hier nicht maßgeblich zu sein. Vielmehr scheint es so, dass die Dortmunder Häuser bei den weiteren Verhandlungen über öffentliche Hilfe zur Disposition gestellt werden sollen.

Der Rat der Stadt Dortmund bittet die Verwaltung daher unmittelbar Kontakt zu den Verantwortlichen des Rettungsschirmverfahrens und zum Signa-Konzern aufzunehmen, um diese offenen Fragen zu klären und auf den Erhalt der Häuser am Standort Dortmund zu drängen. Darüber hinaus wird die Verwaltung gebeten, gemeinsam mit den anderen betroffenen Städten auf die Landesregierung NRW zuzugehen, um diese Schließungen zu verhindern.

Investitionsbereitschaft in der City immer noch hoch

Doch das war nicht das einzige Thema der Cityrunde – es gibt auch positive Zeichen: Über eine „immer noch sehr hohe“ Investitionsbereitschaft in der City im positiven Sinne freute sich Stadtplaner Ludger Wilde. Eine ganze Fülle von Weiterplanungen habe der Rat in der Sitzung am Donnerstag dieser Woche auf den Weg gebracht.

Wegen Fugensanierung ist der Friedensplatz am Rathaus abgesperrt. Nach erfolgter Fugensicherung soll der Platz für 28 Tage ruhen. Fotos (2): Joachim vom Brocke

Sorge bereitet dagegen die Fortsetzung für den Boulevard Kampstraße. Für den ersten Bauabschnitt sei trotz europaweiter Ausschreibung kein Angebot abgegeben worden, teilte Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes, mit. Ein Zeichen dafür, dass die Bauwirtschaft dicke Auftragsmappen hat.

Eine zweite Ausschreibung, diesmal jedoch begrenzt, sei in Vorbereitung. Geschont wird aktuell der eingezäunte Friedensplatz. Dadurch, dass dort keine Veranstaltungen durchgeführt werden, habe, nach Mitteilung von Sylvia Uehlendahl, eine Fachfirma mit der schon seit längerem geplanten Fugensanierung begonnen. Dazu sei es erforderlich, dass danach der Platz 28 Tage ruhe.

Gastronomie, Hotellerie, Schausteller*innen  und zum Teil Handwerker*innen leiden schwer unter dem Coronavirus. „Durch die steten Lockerungen“, sagte Thomas Westphal von der Wirtschaftsförderung, „sind aber keine deutlichen Wachstumsschübe aufgetreten“.

Erste Formate gibt es wieder, so die Ruhrhochdeutsch-Abende auf Phoenix-West als positives Beispiel. Wie der Freizeitpark der Schausteller*innen rund um die Westfalenhalle von Besucher*innen angenommen werde, bleibe abzuwarten. Die auf die 2-Millionen-Marke zustrebende Zahl der Übernachtungen in den Dortmunder Hotels fiel durch das Virus weit zurück.

Die Kampagne #visitDortmund soll mehr Gäste anlocken und nach Dortmund einladen

Mit der Aktion #visitDortmund sollen mehr Kurzbesucher in die Stadt gelockt werden. Unter anderem gibt es Infos im Zeitungsformat.

Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer möchte die Besuchszahlen durch eine neue Aktion etwas auffangen. Dortmund als Urlaubsziel soll durch eine Werbeaktion bekannt gemacht werden. Eine entsprechende Kampagne (#visitDortmund) soll neugierig auf Dortmund machen – mit tatkräftiger Unterstützung durch DORTMUNDtourismus. Unter www.visit.dortmund.de gibt es im Internet nähere Informationen.

Wie sieht es mit dem Hansemarkt und dem Weihnachtsmarkt aus? Dazu wollte sich niemand festlegen. „Es kommt darauf an, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen Ende November/Anfang Dezember aussehen“, sagte OB Sierau. Pessimistisch zeigte sich Ullrich Sierau über die Weihnachtsstadt: „Ob es die dicht an dicht stehenden Buden wie in all den Jahren zuvor geben wird, kann heute noch keiner sagen“.

Ein dickes Lob gab es für Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann. Dirk Rutenhofer und Thomas Schäfer lobten sie und ihr gesamtes Team für die pausenlosen und intensiven Einsätze in der Coronapandemie von Beginn an.

 

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8 Gedanken über “City-Runde: Bangen um Erhalt der Filialen von Karstadt und Galeria Kaufhof – beide Kaufhäuser auf der Streichliste

  1. Das Management von Karstadt/Kaufhof ist bis heute ein nachhaltiges Sanierungskonzept schuldig geblieben (PM Anja Butschkau MdL)

    Das Management von Karstadt/Kaufhof ist bis heute ein nachhaltiges Sanierungskonzept schuldig geblieben

    Heute hat der Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof verkündet, dass er 62 seiner 172 Filialen schließen wird. Damit verlieren 7.500 Beschäftigte deutschlandweit ihren Job. Die Landtagsabgeordnete Anja Butschkau (SPD) findet hierfür kritische Worte für die Konzernleitung, aber auch an die nordrhein-westfälische Landesregierung. Mit einer Kleinen Anfrage will Butschkau in Erfahrung bringen, ob sich die Landesregierung für die Rettung von Arbeitsplätzen eingesetzt hat und was sie plant, um Beschäftigte, die nun ihren Job verlieren, wieder in Arbeit zu bringen.

    Butschkau: „Die Beschäftigten bei Galeria Karstadt Kaufhof müssen das jahrelange Versagen der Konzernleitung ausbaden. Seit der Fusion im November 2018 fährt der Konzern einen strikten Sparkurs. Die Mitarbeiter*innen haben immer wieder Opfer gebracht, um die Warenhäuser am Leben zu halten, etwa durch Lohnverzicht und Stellenabbau. Das Management ist jedoch bis heute ein nachhaltiges und zukunftsgewandtes Sanierungskonzept schuldig geblieben. Es sucht den einfachsten Weg: das Schließen von Filialen und den Abbau von Arbeitsplätzen anstatt in neue Handels- und Produktkonzepte zu investieren.

    Ich bin froh, dass die Unterhändler*innen von Ver.di die Zahl der zu schließenden Filialen und der zu streichenden Arbeitsplätze wenigstens reduzieren konnten. Ursprünglich wollte die Konzernleitung 80 Filialen und 10.000 der 30.000 Arbeitsplätze streichen. Dennoch ist dies kein guter Tag für die Kolleginnen und Kollegen.

    In der Krise bei Galeria Karstadt Kaufhof hat man Vertreter der Landesregierung gar nicht wahrgenommen. Gerade in Nordrhein-Westfalen haben Karstadt und Kaufhof eine besondere Stellung. Mit 43 der 172 Filialen liegen hier die meisten. Ich hätte mir ein beherztes Engagement von Ministerpräsident Armin Laschet, Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart gewünscht. Durch ihr Vermitteln hätten sie zumindest den ein oder anderen Arbeitsplatz noch retten können.

    Daher habe ich mit meiner Kölner Abgeordnetenkollegin Susana dos Santos Herrmann eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, durch die diese ihr Nichts-Tun dokumentieren soll. Wir möchten zudem wissen, was die Landesregierung nun plant, um die Betroffenen möglichst schnell in neue Arbeit zu bringen.“

  2. Grüne Dortmund fordern Engagement der Politik für Mitarbeiter*innen und den Einzelhandel (PM)

    Grüne Dortmund fordern Engagement der Politik für Mitarbeiter*innen und den Einzelhandel

    Angesichts der Ankündigung, beide Kaufhäuser von Karstadt Kaufhof auf dem Westenhellweg zu schließen, fordern die Grünen in Dortmund die Dortmunder Politik sowie das Land auf, dieser Entscheidung nicht tatenlos zuzusehen. Die Politik muss sich nun solidarisieren mit den Mitarbeiter*innen der beiden Kaufhäuser, sowie den Vertreter*innen des Einzelhandels in Dortmund.

    Dazu erklärt die OB-Kandidatin der Grünen für Dortmund, Daniela Schneckenburger:
    „Zwei der drei Häuser schließen zu wollen, ist ein angedrohter Kahlschlag für unsere Stadt, den wir nicht hinnehmen dürfen. Sollte diese Entscheidung für Dortmund umgesetzt werden, so droht nicht nur den Mitarbeiter*innen der Arbeitsplatzverlust, sondern auch unserer Innenstadt ein massiver Kahlschlag. Und das in einer Zeit, in der der Einzelhandel ohnehin in schwerer Bedrängnis ist. Ministerpräsident Laschet muss angesichts dieser Drohlage alle Beteiligten inklusive der Oberbürgermeister an den Tisch holen. Und der Eigentümer muss sich klar sein: eine Vermarktung und Neuaufstellung der leer stehenden Immobilien ohne die Unterstützung der betroffenen Städte wird auch für ihn zum Problem werden.“

  3. Solidarität mit den Beschäftigten von „Galeria Karstadt Kaufhof“ (PM SPD-Unterbezirk Dortmund)

    SPD Dortmund erklärt ihre Solidarität mit den Beschäftigten von „Galeria Karstadt Kaufhof“

    Mit Fassungslosigkeit haben wir die Mitteilung aufgenommen, dass der Konzern „Galeria Karstadt Kaufhof“ beabsichtigt, die beiden Warenhäuser Karstadt und Kaufhof in Dortmund zu schließen. Die Beschäftigten sind seit Jahren die Leidtragenden gravierender Fehlentscheidungen des Managements.

    Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum gerade Häuser geschlossen werden sollen, die an einer der am stärksten frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands liegen und nach unserer Kenntnis die profitabelsten Häuser der Kette waren.
    Besonders scharf wäre dieses Vorgehen zu verurteilen, sollte es nur ein Versuch sein, Druck auf die Beschäftigten und den Vermieter auszuüben, um die Personalkosten und die Miete zu senken.

    Wir stehen an der Seite der Beschäftigten und fordern das Management des Konzerns auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und in dieser Situation einen soliden Sanierungsplan aufzustellen, bei dem die Beschäftigungssicherung und nicht das Gewinninteresse des Unternehmens im Vordergrund steht.

  4. CDU Kreisverband entsetzt über Schließungsvorschlag Kaufhof/ Karstadt/ Karstadt-Sport

    CDU Kreisverband entsetzt über Schließungsvorschlag Kaufhof/ Karstadt/ Karstadt-Sport

    Viele Dortmunder haben zu Kaufhof und insbesondere zu Karstadt eine emotionale Bindung entwickelt. Die Stellung von Karstadt war wegen des großen Angebotes und der zahlreichen Standorte (Sport-/ Technikhaus, Aplerbeck, Hombruch, City etc.) besonders, ein nicht weg zu denkender Bestandteil der inneren City und ein deutliches Zeichen der Zentralität der Großstadt Dortmund.

    „Ich bin vom Vorstand des Kaufhauskonzernes Kaufhof-Karstadt persönlich enttäuscht. Nicht nur dass man den Eindruck hat, es ginge gar nicht um den eigentlichen Auftrag des Konzernes seine Waren zu verkaufen, sondern nur darum, die Immobilien in bester Lage zukünftig anders zu nutzen. Mir fehlt auch das Gespür wie dort mit den Ängsten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen umgeht!“, so Claudia Middendorf als CDA Vorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Dortmund.

    „Wo ist denn die Managementleistung des Vorstandes? Wo sind die neuen Konzepte für ein „Warenhaus 2030“? fragt sich Thorsten Hoffmann, als stellvertretender Vorsitzender der CDU Dortmund. „Wir werden am 27.06.2020 Unterschriften für den Erhalt aller drei Standorte auf dem Wochenmarkt (ab 10.00 Uhr unter der Verbindungsbrücke zwischen Sporthaus und Haupthaus) in der Dortmunder City sammeln!“, kündigt Thorsten Hoffmann an.

    „Zumindest lassen wir uns städtebaulich auch nicht von der Konzernleitung erpressen. Wer zukünftig die Zustimmung der Stadt Dortmund bei Baumaßnahmen für seine Immobilien hier vor Ort braucht, den werden wir daran messen, was er für die Beschäftigten und die Dortmunderinnen und Dortmund getan hat!“, so Sascha Mader als stellvertretender Vorsitzender der CDU Dortmund.

    „Wir setzen uns für alle drei Standorte ein, wir wollen Ihren Erhalt! Dafür sind wir gesprächsbereit.“, so das Fazit von Frau Middendorf.

  5. LINKE NRW: Beschäftigte von Galeria Karstadt-Kaufhof werden für Immobilien-Geschäfte geopfert (PM)

    LINKE NRW: Beschäftigte von Galeria Karstadt-Kaufhof werden für Immobilien-Geschäfte geopfert

    Die Nachricht vom Kahlschlag bei Galeria Karstadt-Kaufhof ist Ende vergangener Woche fast untergegangen in der Berichterstattung über die Covid-19-Infektionen bei Schweinekapitalist Clemens Tönnies. Die Beschäftigen bei Galeria Karstadt-Kaufhof zittern bereits seit Monaten um ihre Arbeitsplätze. Seit der Übernahme der Kaufhäuser durch die Signa Holding des österreichischen Immobilien-Investors Rene Benko sind Entlassungen und Schließungen angekündigt. Jetzt werden die Folgen der Covid-19-Pandemie dazu missbraucht, um die lange geplanten Standortschließungen und Entlassungen gegen den Widerstand der Beschäftigten und der Gewerkschaft ver.di durchzusetzen. „Es darf nicht sein, dass der Milliardär Benko sich auf Kosten der Beschäftigten saniert und dabei auch noch durch die Schließung von Kaufhäusern in besten Lagen zur weiteren Verödung der Innenstädte beiträgt“, erklärt Inge Höger, Landessprecherin von DIE LINKE NRW.

    62 Filialen der Kaufhaus-Kette sollen dicht gemacht werden, davon allein 18 in NRW. Auch die Zukunft von 20 Karstadt-Sport Filialen und 100 Reisebüros ist weiter unsicher. Die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze dem Kahlschlag zum Opfer fallen, sollen Anfang Juli ihre Kündigung zum 31. Oktober erhalten und können auf Wunsch für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft zur Beschäftigung und Qualifizierung gehen. Arbeitnehmer*innen hatten Medienberichten zufolge kritisiert, bei Galeria werde nur gespart, Benkos wahres Interesse gelte den Immobilien. Ein Paket mit 17 Immobilien soll die Signa Holding Insidern zufolge bereits an einen Finanzinvestor verkauft haben.

    „Herr Benko muss endlich seine Geschäftsbücher offenlegen und sein Vermögen zur Sicherung der Arbeitsplätze einsetzen. Er zieht durch die Mieten Geld aus den Immobilien, das eigentlich dringend für Zukunftsinvestitionen gebraucht wird. Und wenn der deutsche Städte- und Gemeindebund der Ansicht ist, dass Warenhäuser wie Galeria Karstadt-Kaufhof systemrelevant für viele Innenstädte sind, wird es Zeit für neue Konzepte zur Rettung des Einzelhandels. Die Bundesregierung ist gefordert, nicht nur Lufthansa als systemrelevant zu sanieren, sondern endlich Konzepte für die Zukunft der Innenstädte und gegen den ruinösen Wettbewerb im Einzelhandel und zusätzlich durch den Onlineversandhandel vorzulegen. Der Immobilienmogul Benko muss seine Immobilien in diese Konzepte einbringen“, fordert Höger.

  6. Erklärung von MdB Marco Bülow zu den Schließungen der Karstadt-Filialen in Dortmund (PM)

    Erklärung von MdB Marco Bülow zu den Schließungen der Karstadt-Filialen in Dortmund

    „Die Schließung der drei Dortmunder Karstadt-Häuser ist ein schwerer Schlag für die Dortmunder Innenstadt und für die dort tätigen 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Ich kann nicht verstehen, warum jetzt dieser Kahlschlag kommt. Die Filialen in Dortmund gehören zu den umsatzstärksten der vergangenen Jahre. Vor wenigen Jahren sind noch acht Millionen Euro in den Ausbau investiert worden. Diese Warenhäuser haben eine wichtige Magnetwirkung in der Innenstadt. Dortmund trifft das besonders hart. Ich halte diese Entscheidung für falsch.

    Ein runder Tisch zu den Schließungen ist wichtig, wir brauchen unbedingt zielführende Diskussion über die Miethöhe bei den jeweiligen Häusern. Ich hoffe, dass sich dadurch die Schließungspläne noch stoppen lassen. Außerdem brauchen wir eine Diskussion, wie der Einzelhandel in der Dortmunder City wieder wettbewerbsfähiger wird. Insgesamt muss der Handel in Dortmund wieder mehr angekurbelt werden.

    Es wird elementar wichtig sein, dass den Beschäftigten geholfen wird, falls die Häuser geschlossen werden. Dafür werde ich mich einsetzen.

    Das Aussterben der Innenstädte ist bundesweit ein Riesenproblem. Durch die Corona-Pandemie gab es schon in den letzten Monaten erhebliche Einbußen. Perspektivisch müssen wir deshalb auch auf jeden Fall über eine Internetsteuer reden. Es kann nicht sein, dass Amazon sich immer weiter ausweitet. Eine riesige Krake, die wenig Steuern zahlt und das zumeist mit schlechten Arbeitsbedingungen.“

  7. Wolfgang Richter

    Ein Riese wankt.

    Er ist nicht irgendwer – es ist das große, die Haushalte mit mittlerem Einkommen bedienende Kaufhaus. Der Riese wankt nicht irgendwo, sondern im Zentrum der Stadt. Hier hatte er sich zusätzlichen Platz verschafft, indem er die denkmalgeschützte Stadtbibliothek für ein Sporthaus zerstörte. Sein Konzept war inhaltlich und ökonomisch lange schon kränkelnd und vielfach fremdgesteuert. Es beutete die Beschäftigten nicht nur wie üblich aus, sondern presste ihnen jahrelang Extra-Verzichte ab, um sich selbst zu retten. Jetzt scheint der Moment gekommen, hier alles niederzureißen und die Beschäftigten loszuwerden. Der Riese hat nicht groß gefragt, sondern in fremdem Interesse entschieden.

    Stadt und Region haben so etwas mehrfach erlebt. Kohle und Stahl sind weggeschickt worden und werden in Kolumbien, Indien, China und sonstwo produziert, Bier wurde aus der Stadt verlagert. Wird nun auch der Handel vor Ort in seinem Kern liquidiert zugunsten von Versandhandel à la Amazon?

    Die Lokalpolitik propagiert unverdrossen weiter Großprojekte, Leuchttürme und Visionen ohne realen Gehalt. Je deutlicher und nicht mehr zu verheimlichen der Absturz des kommunalen und der Landes- und Bundeshaushalte und je unfähiger lokale Politik und Verwaltung gemacht werden, finanzierungsfähig und gebrauchsorientiert zu planen, desto explosiver werden die ökonomischen und asozialen Luftblasen der Stadtentwicklung. Was neu und spektakulär auf der Nordseite des Hauptbahnhofs, am Hafen, in den verrottenden Montanflächen und -denkmalen, im Verkehrs- und Straßensystem großspurig als machbar behauptet wird, ist nur noch Wahlkampf im alten Stil.

    Der wankende Riese in der City ist ein massiver Hinweis auf den bevorstehenden chaotischen Tanz auf dem Vulkan in kapitalistischer Perspektive. Der Ideenlosigkeit des „Immer-weiter-so“ oben zur Sicherung der sich ausdehnenden privaten und schwindenden öffentlichen Machtstrukturen folgt die hilflos agierende Empörung der Entrechteten unten. Die Banlieues von Paris 2005, London und andere britische Großstädte 2011 und heute Stuttgart, Dijon und andere signalisieren, in welcher Ausprägung auch immer, sozialen Protest. Ein friedfertiges Ende nimmt sich ‘unser‘ Wertesystem nicht vor. Es ist Zeit, die Perspektive zu wechseln.

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