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Anmeldezahlen für das neue Schuljahr: Gesamtschulen in Dortmund erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit

Für diese Kinder geht es bald auf die weiterführende Schule.

Für diese Kinder geht es nach den Sommerferien auf die weiterführende Schule – für viele Grundschüler*innen stellt der Schulwechsel eine vielbedeutende Veränderung dar.

Mit dem Halbjahreszeugnis begann für die Viertklässler*innen in Dortmund das Anmeldeverfahren der weiterführenden Schulen. Da dies oftmals eine Entscheidung der Eltern ist, gehe der Trend in Richtung Gymnasium oder Gesamtschule, zumal sich ein hoher Abschluss mittlerweile zu einem festgesetzten Ziel vieler Eltern für ihre Kinder entwickle, erklärt Daniela Schneckenburger, Dortmunder Schuldezernentin. Für das Schuljahr 2020/21 sind insgesamt 4.987 Schüler*innen an weiterführenden Schulen angemeldet worden.

Platzkapazität an Gesamtschulen nur begrenzt – 109 Schüler*innen mussten umgemeldet werden

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger. Foto: Archiv

Die Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, Daniela Schneckenburger erklärt: „Eltern sollen und können frei entscheiden, wo sie ihr Kind hinschicken wollen.“ Somit hat fast jedes Kind einen Platz an der gewünschten Schulform erhalten.

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Lediglich sei die Platzkapazität an Gesamtschulen – Dortmund stehen insgesamt 1.404 Gesamtschulplätze zur Verfügung – nicht ausreichend, sodass insgesamt 109 Eltern ihr Kind bei einer anderen Schulform anmelden mussten, obwohl bereits an drei verschiedenen Gesamtschulen jeweils zwei zusätzliche Eingangsklassen eingeführt wurden.

Die Anne-Frank Gesamtschule, die Europa-Schule und die Gesamtschule Brünninghausen planen für das Eingangsjahr 2020/21 jeweils sechs anstatt vier fünfte Klassen, damit in Zukunft möglichst viele Grundschüler*innen dort zur Schule gehen und lernen können.

Eltern melden ihr Kind zunehmend in höheren Schulformen an – Trend geht in Richtung Abitur

Dass der Trend zu höheren Schulabschlüssen geht, lässt  sich laut Schneckenberger dadurch erklären, dass Deutschland ein „rohstoffarmes Land“ sei: Der Rohstoff liege in den Köpfen der Menschen. Die Wichtigkeit der Bildung und eines Schulabschlusses sei also vor allem in Deutschland nicht zu unterschätzen. Von daher wollten Eltern den Wunsch „Abitur“ möglichst lange offen halten und schicken ihre Kinder vermehrt zum Gymnasium oder zur Gesamtschule.

Weiterführende Schulen in der Nordstadt. Helmholtz Gymnasium

Weiterführende Schule in der Nordstadt: das Helmholtz-Gymnasium. Foto (2): Klaus Hartmann

Eltern entscheiden sich vermehrt für den längst möglichen Bildungsweg für ihr Kind und wünschen, dass die Option des Abiturs wahrgenommen wird.

Insgesamt haben sich 30 Prozent aller Schüler*innen (1.516 Anmeldungen) an einer Gesamtschule angemeldet. Trotz der Rückkehr von G9 an Gymnasien bliebe der Trend zur Gesamtschule ungebrochen, so Schneckenburger.

Im vergangenen Jahr sei die Anmeldezahl an Gymnasien sogar höher gewesen. Anders als erwartet – Rückläufigkeit der Anmeldungen an Gesamtschulen und Anstieg bei den Gymnasien – wählen nur vier Prozent mehr der Kinder das Gymnasium gegenüber der Gesamtschule als Schulform.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird mit steigenden Schülerzahlen gerechnet

Dies sei aber als Ergebnis statistischer Schwankungen zu verstehen – mit 34 Prozent ist die Anmeldezahl an Gymnasien dieses Jahr niedriger als sie für das Schuljahr 2019/20 gewesen ist. Insgesamt fanden 66 mehr Anmeldungen bei einer Gesamtschule statt als im letzten Jahr .

Kunstklasse Jahrgangsstufe 11 und 12 Anne-Frank-Gesamtschule

Ein besonderes Augenmerk gelte der Entwicklung des Anmeldeverhaltens: Für das Schuljahr 2019/20 meldeten sich 5.053 Schüler*innen bei den weiterführenden Schulen an, das Schuljahr 2018/19 dokumentierte 4.667 Anmeldungen. Die Anmeldezahlen für Realschulen beliefen sich auf 23 Prozent (1.147 Anmeldungen), für Hauptschulen auf vier Prozent (213 Anmeldungen) und für Sekundarschulen auf 1 Prozent (68 Anmeldungen).

Zwar erreicht dieses Jahr zahlenmäßig mit 4.987 Anmeldungen einen niedrigeren Wert als das Vorjahr, jedoch, betont Daniela Schneckenburger: „Die Schülerzahl ist nicht rückgängig“, viel eher sei die Gesamttendenz steigend und innerhalb der nächsten zehn Jahre solle ein Grenzwert von über 6.000 Anmeldungen erreicht werden, welcher erstmals der Situation innerhalb der 90er Jahre ähnele.

Einführung von erweiternden Eingangsklassen – jede Schulform solle von den Eltern gewählt werden können

Erklären ließe sich dies durch eine „Delle im Reproduktionsverhalten“ von 1997 bis 2014, denn diese Kinder sind jetzt zehn Jahre alt und verließen nun die Grundschule. Schneckenburger sagt steigende Geburtenzahlen und somit auch eine von nun an steigende Schülerzahl voraus.

Diese ansteigende Tendenz zwingt zu einer Kapazitätssteigerung an vorhandenen Schulen. Bauprogramme mit Anbauten und Sanierungen, sollen „ausführlich an allen Schulen stattfinden, zu denen Eltern wünschen, ihre Kinder hinschicken zu können“ , so Schneckenberger.

So kommt es, dass auch an fünf städtischen Gymnasien – darunter das Gymnasium an der Schweizer-Allee, das Helene-Lange Gymnasium und das Phoenix-Gymnasium – dieses Jahr zusätzliche Eingangsklassen eingeführt werden. Jede dieser fünf Schulen wird im kommenden Schuljahr fünf anstatt vier Eingangsklassen haben.

Auch Anbauten sollen in Zukunft die Kapazitäten an den Dortmunder Schulen vergrößern

Der Bedarf an Grundschulplätzen ist riesig, wie die Container auf dem Schulhof der Nordmarkt-Grundschule zeigen.

Der Bedarf an Grundschulplätzen ist riesig, wie die Container auf dem Schulhof der Nordmarkt-Grundschule zeigen. Foto: Alex Völkel

Zum Bau neuer Schulen kommentiert Schneckenburger, man müsse sich unter genauer Beobachtung die Frage stellen, ob man wirklich eine neue Schule bauen wolle, oder ob ergänzende Anbauten und Sanierungen ausreichen, um möglichst viele Schüler*innen an der gewünschten Schulform einen Platz bereitstellen zu können.

Aufgrund des sich jährlich verändernden Anmeldeverhaltens der Eltern sei fragwürdig, ob die Schule langfristig frequentiert würde und sich daher die Wegebeziehung der Schüler*innen zu der von ihnen gewählten Schule veränderte.

Konsequenzen seien im Vorhinein nur schwer absehbar, so Schneckenbauer. Von daher stelle die Kapazitätssteigerung bestehender Schulen zu diesem Zeitpunkt eine einfachere Lösung dar. Neue Grundschulen sollen in Dortmund hingegen gebaut werden.

Anmeldezahlen für das Eingangsjahr an Hauptschulen bleiben nach wie vor relativ überschaubar

Man solle die niedrigen Anmeldezahlen an Hauptschulen (vier Prozent) nicht missverstehen, indem man denkt, dass Hauptschulen durch ihre geringe Schülerzahl in den Eingangsklassen keinen hohen Stellenwert hätten. Es gebe einen

Weiterführende Schulen in der Nordstadt. Schule am Hafen, Hauptschule

Hauptschule am Hafen

Unterschied zwischen der Schülerzahl in den Eingangsklassen und der Schülerzahl in der siebten Klasse, denn viele Schüler*innen würden sitzenbleiben oder seien Abgänger*innen von anderen Schulformen und wechseln erst später auf die Hauptschule.

Die integrative Rolle der Hauptschulen sei nach Schneckenburger nicht zu unterschätzen, denn sie böten zugewanderten Menschen oftmals eine bildungs- und sprachintegrative Chance.

Somit solle die Arbeit an bestehenden Hauptschulen wertgeschätzt werden und dies müsse klarer vermittelt werden: Der Bildungsweg sei mit dem Hauptschulabschluss noch lange nicht beendet.

 

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