
Mit der neu konzipierten Veranstaltungsreihe „Info4“ bereiten Schulen, Kitas und die Stadt Dortmund Familien frühzeitig auf den Übergang in die Grundschule vor. An insgesamt 15 Terminen zwischen September und Oktober 2026 erhalten Eltern von Kindern, die im Sommer 2028 eingeschult werden, praxisnahe Hilfestellungen. Fachleute aus Bildung, Pädagogik und Medizin thematisieren dabei die gezielte Förderung von Basiskompetenzen sowie gesundheitliche Voraussetzungen.
Alltägliche Aktivitäten stärken wichtige Grundfähigkeiten spielerisch
Der Übergang in den Schulalltag beginnt nach Einschätzung von Fachkräften bereits lange vor dem eigentlichen ersten Unterrichtstag. In den zwei Jahren vor dem Eintritt in das Schulsystem vollziehen Vierjährige erhebliche Entwicklungsschritte. Eltern stehen dabei häufig vor der Frage, wie sie den Nachwuchs gemeinsam mit Kita- und Schulpersonal optimal unterstützen können. Die Veranstaltungen setzen genau an diesem Punkt an und bieten Orientierung für das häusliche Umfeld.

Pädagog:innen betonen, dass wesentliche Grundkompetenzen oft durch scheinbar einfache Beschäftigungen im Familienalltag vermittelt werden. Regelmäßiges Vorlesen, der Besuch von Spielplätzen oder gemeinsames freies Spielen schaffen das notwendige Fundament für schulisches Lernen.
An vorbereiteten Thementischen demonstrieren Fachkräfte der Kitas den anwesenden Eltern praktische Methoden, wie diese Fähigkeiten unkompliziert und ohne Leistungsdruck trainiert werden können.
Dabei kommt es vor allem darauf an, die individuellen Interessen des Kindes aufzugreifen und positiv zu bestärken. „Schauen Sie, woran ihr Kind Spaß hat“, rät Jens Rosenstock, Schulleiter der Lessing-Grundschule, „und versuchen Sie ihr Kind darin zu stärken. Wichtig ist die Freude am Lernen“. Anstatt starre Übungseinheiten zu erzwingen, sollten Familien gezielt auf spielerische Neugier und Selbstwirksamkeit setzen.
Die körperliche Entwicklung entscheidet über erfolgreiches Lernen
Neben sozialen und kognitiven Fähigkeiten bildet die gesundheitliche Verfassung das Fundament für einen gelingenden Schulalltag. Im Alter von vier Jahren können eventuelle Entwicklungsverzögerungen noch ohne akuten Zeitdruck medizinisch beurteilt und behandelt werden. Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Dortmunder Gesundheitsamtes berät Eltern daher bei sämtlichen Terminen direkt an eigenen Informationsständen zu präventiven Fördermaßnahmen.

Dr. med. Kirsten Juretko, stellvertretende Bereichsleitung des Dienstes, hebt die Bedeutung dieses frühen Zeitpunkts hervor: „Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch. Mit vier Jahren ist ein guter Zeitpunkt, um schulvorbereitend auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder zu schauen.“
Rechtzeitiges Handeln ermögliche es, bei festgestelltem Förderbedarf gezielte Maßnahmen einzuleiten und den Übergang zu erleichtern. In diesem Kontext verweisen die Mediziner:innen insbesondere auf die Inanspruchnahme der regulären kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen U8 und U9.
Ergänzend stehen bei den Informationsabenden auch Mitarbeiter:innen der bezirklichen Familienbüros bereit, um offene Fragen der Elternschaft zu beantworten. Das Netzwerk gewährleistet so eine unmittelbare Verknüpfung von medizinischer Vorsorge und kommunalen Beratungsangeboten.
Zentrale Abende in den Stadtbezirken lösen dezentrale Formate ab
Hinter dem neu strukturierten Angebot steht eine ämter- und trägerübergreifende Kooperation von Fachbereich Schule und Jugendamt. Das Regionale Bildungsbüro steuerte dabei gemeinsam mit den beteiligten Trägern eine strategische Neuausrichtung der Informationskette.

Anstelle zahlreicher kleiner Einzeltermine an einzelnen Grundschulen bündelt die Stadt das Angebot künftig in jeweils einer großen, bezirksweiten Veranstaltung. Diese Zentralisierung stellt sicher, dass in allen Dortmunder Stadtteilen einheitliche Qualitätsstandards und vergleichbare Beratungsinhalte vermittelt werden.
Zugleich wurde die Kontaktaufnahme zu den Erziehungsberechtigten reformiert, um bestehende Informationslücken konsequent zu schließen. Die Stadtverwaltung schreibt nun alle Eltern der vierjährigen Kinder im Vorfeld lückenlos per individuellem Einladungsschreiben an.
Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet ein Informationstermin am Donnerstag, 17. September, um 16 Uhr in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums. Bis zum 14. Oktober folgen 14 weitere Abende unter anderem in Scharnhorst, Eving, Huckarde, Mengede, Hörde und Hombruch. Durch die Nutzung zentraler Aulen und Turnhallen wird sichergestellt, dass Familien ihre Ansprechpartner:innen im direkten Wohnumfeld vorfinden.
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