
Egal ob Armut, Artensterben, Geschlechter-Ungleichheit oder Klimawandel: Die Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig und allgegenwärtig. Wer sich dem entgegenstellen will, kann selbst aktiv werden. Das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ bietet dafür viele Mitmachangebote. Im Welthaus Dortmund stellten Netzwerk-Partner:innen das Programm für das zweite Halbjahr 2026 vor.
Kooperationen zwischen den Netzwerk-Partnern schaffen Mehrwert
Das umfangreiche Halbjahresprogramm umfasst gut 200 Termine sowie ganzjährige Angebote rund um die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die sogenannten SDGs. Die Abkürzung steht für „Sustainable Development Goals“.

Die vorgestellten Projekte sind vielfältig, das Gesamtangebot ist sogar noch größer: Sandra Dreger und Katharina Wulhorst von der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) informierten über die Möbelbörse in Hacheney sowie über diverse Workshops, unter anderem zu den Themen Abfalltrennung und -vermeidung. Die Angebote richteten sich an Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Altenheime, aber auch an Einzelpersonen, so die EDG-Vertreter:innen.
Kerstin Ramsauer, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale, verwies auf verschiedene Umweltmodule und eine interaktive Info-Ausstellung zur Nachhaltigkeit von Elektrogeräten, ebenfalls in der Möbelbörse.
Nina Schulze, Geschäftsführerin des Kindermitmach-Museums Mondo Mio, berichtete von den ersten Schritten beim Neubau des Hauses im Westfalenpark. Die alte Ausstellung bleibe aber bis zur geplanten Neueröffnung 2029 erhalten, sagte Schulze.
Daten gemeinwohlorientiert nutzen und „Wasser entdecken!“
Lena Rutter vom Lernbauernhof Schulte-Tigges bietet in Zusammenarbeit mit Mondo Mio Workshops für Schulklassen an. Dabei führt sie Kinder spielerisch an die Themen Landwirtschaft und Ernährung heran.

Sebastian Kreimer war für die Fachhochschule Dortmund (FH Dortmund) dabei. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Allen Interessierten empfahl er das „Civic Data Lab“, das es ermögliche, Daten gemeinwohlorientiert zu nutzen.
Dr. Andreas Bach vertrat den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Dortmund. Mittlerweile betreibe man vier Selbsthilfewerkstätten im gesamten Stadtgebiet und organisiere verschiedene Radtouren und -demos, um den Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Dortmund voranzutreiben, so Bach.
Carolin Belgardt vom Lerngarten BunkerPlus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hob besonders den Programmpunkt „Wasser entdecken!“ hervor. Hier können Vorschulkinder spielerisch vieles rund um die Ressource Wasser erfahren, so Belgardt.
Solidarität und soziales Engagement haben lange Tradition in der Region
Christoph Struß, Nachhaltigkeits-Koordinator der Stadt Dortmund, bildete den Abschluss. Das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ sei gut aufgestellt. Mittlerweile habe man über 200 Interessierte im Mail-Verteiler und über 60 verschiedene Organisationen, die sich beteiligten. Das habe auch historische Gründe, so Struß.

Kirchen, Vereine und Parteien hätten in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass sich viele Menschen im Ruhrgebiet engagierten. Von diesen über die Jahrzehnte gewachsenen Strukturen profitiere man nach wie vor.
Das Ehrenamt trage das Engagement in erster Linie, so Struß. Er wisse persönlich aber auch von vielen Fällen, in denen sich Ehrenamtler:innen bis zur totalen Erschöpfung verausgabt hätten. Alle müssten daher auch immer auf die eigenen Kräfte und Ressourcen achten, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, so Struß.
Das Welthaus ist Anlaufstelle für alle Dortmunder:innen und Interessierte
Die Programmvorstellung fand im Welthaus statt – einem vergleichsweise jungen, aber sehr wichtigen Netzwerkpartner in Sachen Nachhaltigkeit. Gastgeberin Julia Mohr stellte das Welthaus als Ort der Begegnung für die Dortmunder Bevölkerung vor.

Hier treffen sich unterschiedliche Vereine, Initiativen und Privatpersonen mit Bezug zum Thema Nachhaltigkeit. Man findet hier gegenwärtig auch das Pop-Up-Teehaus, entstanden durch eine Kooperation mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Die IGA kommt 2027 nach Dortmund.
Mitgliedern stellt man außerdem kostenlos Räumlichkeiten für Workshops und einen Co-Working-Space zur Verfügung, so Mohr. Ein offenes Treffen für alle Interessierten findet jeden letzten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr statt.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
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