
Die H-Bahn-Flotte wird mit einem fünften Fahrzeug verstärkt. Nach Angaben von DSW21 soll der zusätzliche Wagen mehr Flexibilität bei Wartungen, Reparaturen und Instandhaltungen ermöglichen, ohne dass diese den Linienbetrieb berühren. Auf das bestehende Fahrplanangebot hat das neue Fahrzeug keine direkten Auswirkungen. H-Bahn-Betreiber DSW21 hat die Testphase des neuen Wagens abgeschlossen. Seitdem ist das Fahrzeug, das optisch kaum von den übrigen zu unterscheiden ist, regulär im rund 3,2 Kilometer langen Liniennetz am Universitäts-Campus unterwegs.
Bau in Eigenregie: Mitarbeitende fertigten zentrale Komponenten selbst
DSW21-Betriebsleiter Ralf Habbes beschreibt die Fertigstellung des Fahrzeugs so: „Der Wagenkasten war vom eigentlichen Hersteller. Aber viele andere Komponenten sind in Eigenregie entstanden und mitunter selbst gefertigt und montiert worden. Einige Kollegen sind tief in die Materie eingetaucht und haben mit ihrem besonderen Engagement dafür gesorgt, dass wir das Projekt erfolgreich abschließen konnten.“
DSW21-Mitarbeitende haben am rund neun Meter langen und neun Tonnen schweren Fahrzeug unter anderem Fenster eingebaut und die Fahrwerke zusammengesetzt. Auch bei Elektrifizierung und Antriebstechnik übernahmen sie die Arbeit, zudem wurde ein Fahrzeug-Rechner in Eigenregie entwickelt.
Der neue Wagen ist ein Nachbau der bestehenden Fahrzeug-Generation. Dass DSW21 dabei zahlreiche technische und organisatorische Herausforderungen bewältigen musste und zeitweise selbst in die Rolle des Fahrzeugbauers schlüpfte, hat einen konkreten Grund: Der ursprünglich beauftragte Fahrzeugbauer ging nach der Beauftragung im Jahr 2014 zweimal insolvent – die Ursache lag nach Angaben von DSW21 im wirtschaftlichen Umfeld des Unternehmens, nicht beim H-Bahn-Fahrzeug selbst. Unterstützung erhielt DSW21 in dieser Phase sowohl vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als auch von der Technischen Aufsichtsbehörde.
Schienenersatzverkehr auf einer Teilstrecke entfällt
Elmar Middeldorf, Leiter des Bereichs H-Bahn bei DSW21, verweist auf ein aktuelles Beispiel für den Nutzen des neuen Fahrzeugs: „Ende 2025 hatte eines unserer Fahrzeuge einen Unfall und befindet sich weiterhin im langwierigen Reparatur-Prozess. Seitdem mussten wir auf einer kurzen Teilstrecke einen Ersatzverkehr mit einem Bus einrichten.“

„Das ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, aber natürlich auch für unsere Fahrgäste nicht optimal. Mit einem Fahrzeug mehr in der Hinterhand können wir nun direkt wieder den bekannten Normalbetrieb anbieten“, so Middendorf.
„Bei der Fertigung des fünften Fahrzeuges haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt und auch schon einige kleinere Weiterentwicklungen vorgenommen. Dies war punktuell somit bereits ein Vorgriff auf die kommende neue Fahrzeug-Generation, die wir auf der zu bauenden Teststrecke entwickeln wollen“, ergänzt er.
Teststrecke soll neue Fahrzeug-Generation vorbereiten
DSW21 plant, die H-Bahn-Strecke auszubauen und vom Universitäts-Campus bis zur Stadtbahn-Haltestelle „Theodor-Fliedner-Heim“ in Barop zu verlängern. Die erste, rund 800 Meter lange Strecke des ersten Bauabschnitts soll zugleich als Teststrecke für die neue Fahrzeug-Generation dienen.
In dem System sollen nach Planung von DSW21 alle Funktionen der Zugsicherung, des autonomen Fahrens, des Stellwerks und der Steuerung integriert werden. Dafür will DSW21 auf einem bereits bestehenden System aufbauen, das bislang für die Steuerung und den Betrieb von S- und U-Bahnen eingesetzt wird.
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