100 Jahre Zeitungsforschung: Dortmunds Institut blickt auf Geschichte und Zukunft

Veranstaltung am 20. Mai thematisiert Lage und Zukunft des Journalismus

Blick ins Institut
Das Institut für Zeitungsforschung ist Anlaufstelle für Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fachrichtungen und andere Nutzer:innen. Foto: Bunzeck/Gerdes

Das Institut für Zeitungsforschung in Dortmund wird 100 Jahre alt und feiert dieses Jubiläum mit zwei Veranstaltungen im Mai. Bei der Jubiläumsveranstaltung am 20. Mai geht es um die aktuellen Probleme des Journalismus (Anmeldung bis 6. Mai). Zusätzlich richtet das Institut am 21. und 22. Mai eine Fachtagung zu Medien und gesellschaftlicher Zersplitterung aus.

Jubiläumsprogramm verbindet Rückblick und aktuelle Debatten

Die Jubiläumsveranstaltung des Instituts für Zeitungsforschung beginnt am 20. Mai um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion. Unter dem Titel „Wem kann man noch trauen? Journalismus zwischen Aufklärung und Hass“ wird über aktuelle Herausforderungen des Journalismus gesprochen. Beim anschließenden Empfang wird der Geburtstag würdig gefeiert.

Die Veranstaltung wird von Oliver Pasche moderiert. Teilnehmende der Diskussion sind Stefan Raue (Intendant von Deutschlandradio), Ann-Kathrin Müller (Hauptstadtredaktion „Der Spiegel“) und Hatice Kahraman (Chefredakteurin der Jugendredaktion Salon5 von CORRECTIV). Die Zahl der Plätze ist begrenzt, daher sollten sich Interessierte bis zum 6. Mai unter doo.net/veranstaltung/221772 anmelden.

Institut verbindet historische Sammlung mit Blick in die Zukunft

Das Institut für Zeitungsforschung wurde am 14. Mai 1926 gegründet und ist damit die älteste wissenschaftliche Forschungseinrichtung in Dortmund. Schon damals Vorreiter auf seinem Gebiet, ist es heute eine international renommierte Anlaufstelle für Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fachrichtungen und andere Nutzer:innen.

Blick ins Institut
Im Archivkeller lagern viele historische Exemplare. Foto: Bunzeck/Gerdes

Eine Ausstellung zum Jubiläum zeigt die Geschichte des Instituts im Spiegel historischer Presseberichte. Geplant ist außerdem eine Festschrift, die neben der Historie auch aktuelle Mitarbeitende und ausgewählte Sammlungsstücke vorstellt. Direktorin Dr. Astrid Blome betont dabei die Bedeutung des Blicks nach vorn: „Das Institut für Zeitungsforschung soll auch künftigen Generationen die Möglichkeit bieten, Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln aufzuarbeiten.“

Als eine der größten Zeitungs- und Zeitschriftensammlungen in Deutschland wird das Archiv weiterhin um aktuelle Ausgaben ergänzt. Die Auswahl der Titel spiegelt das gesamte politische Spektrum der deutschen Zeitungslandschaft wider. Neben Zeitungen und Zeitschriften – darunter die älteste Dortmunder Zeitung von 1769 – umfasst die Sammlung auch Flugschriften und Flugblätter, Plakate, politische Karikaturen und Nachlässe von Journalist:innen, die im Nationalsozialismus ins ausländische Exil gezwungen wurden.

Breites Angebot: Recherche für Alltag, Forschung und Geschichte

Zeitungen erweisen sich oft als nützliche Quellen für ganz alltägliche Bedarfe. Besucher:innen können zu Verwandten oder Ereignissen aus der Familiengeschichte recherchieren und dabei neue Informationen entdecken. Das Institut, 1926 als Teil der Stadtbibliothek gegründet, vereint heute Fachbibliothek, Archiv und Forschungsstätte.

Alte Zeitung

Neben Zeitungen und Zeitschriften umfasst die Institutssammlung u.a. auch frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter, Plakate und politische Karikaturen. Foto: Institut für Zeitungsforschung

So können etwa Traueranzeigen helfen, Erbinnen und Erben zu ermitteln oder familiäre Zusammenhänge zu klären. Auch Vereine nutzen das Institut, um anlässlich von Jubiläen ihrer Geschichte nachzugehen. Beliebt ist auch der Ausdruck einzelner Zeitungsseiten aus dem Geburtsjahr einer Person.

Für Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland ist das Institut eine wichtige Adresse, insbesondere für medienhistorische Forschung. Aber auch für andere Nutzende hat es viel zu bieten. Schülergruppen oder Vereine können sich nach Anmeldung durch die Sammlung führen lassen, viele Materialien lassen sich zudem online recherchieren. Findbücher und andere Hilfsmittel sind auf der Webseite des Instituts verfügbar.

Fachtagung zu Medienblasen und gesellschaftlicher Zersplitterung

Das Institut für Zeitungsforschung richtet, am 21. und 22. Mai, anlässlich des Jubiläums zusätzlich die Fachtagung „Alte Bubbles, neue Bubbles. Medien und Kommunikation in zersplitterten Gesellschaften“ aus. Tagungsort ist das Studio B der Stadt- und Landesbibliothek (Max-von-der-Grün-Platz 1-3).

Diskutiert werden Fragen wie Medienvertrauen, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Zersplitterung von Öffentlichkeit und die Rolle des Lokaljournalismus in Geschichte und Gegenwart. Interessierte Teilnehmende können sich, bis zum 19. Mai anmelden unter: doo.net/veranstaltung/221780.

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