Vor über 30 Jahren begann die Geschichte des Vereins „Vive Žene“ als drei Frauen sich auf den Weg in ein Kriegsgebiet machten, nach Tuzla im damaligen Jugoslawien. Inzwischen ist der Verein als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und bietet Mädchen, die Gewalt erfahren haben oder von Gewalt bedroht sind, auch in seinen Räumen in Deutschland Zuflucht. Das erste Haus befindet sich in Herdecke, das zweite in Witten (Mäggie 2). Das Haus in Herdecke soll demnächst erworben werden um so den Standort für die Zukunft zu sichern.
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Mäggie und Mäggie 2: Zwei Häuser für traumatisierte Mädchen

„Was bei uns besonders ist, dass wir von vorneherein gesagt haben, wir konzentrieren uns auf Mädchen, was natürlich in vielen Fällen besser ist für Mädchen, die zum Beispiel sexualisierte Gewalt erfahren haben“, so Vorstandsmitglied Cornelia Suhan. Im Mädchenhaus Mäggie gebe es neun Plätze für die stationäre Intensivbetreuung, Mäggie 2 biete ebenso Intensivbetreuung mit sechs Plätzen und Vorverselbständigung: „Dort haben die Mädchen eigene Apartments”.
Benannt wurden die Häuser nach einer der drei Gründerinnen, Margit Spindeler, die 2013 verstarb. Der Name des Vereins lässt sich übersetzen mit: Frauen, lebt! Das erste stationäre Therapiezentrum für multipel traumatisierte Kinder und Frauen wurde noch während des Krieges in der Region von Tuzla eröffnet. Mit einem holistischen Ansatz führt der Verein sowohl hier wie dort ambulante, psychosoziale, medizinische und psychotherapeutische Projekte für Mädchen und Frauen durch.
Eine Reportage und Interviews mit der Leiterin Stephanie Niggebrügge und ehemaligen Bewohnerinnen zeigte der Verein anlässlich der Zehn-Jahres-Feier am 19. Juni im Theater des Depot. Ebenso waren Zeitungsberichte aus regionalen und überregionalen Medien über die verschiedenen Aktivitäten zu lesen, von den Anfängen über Aktionen wie Fotoausstellungen bis zur Verleihung des Dr.-Edith-Peritz-Preises 2025.
Haus in Herdecke steht zum Kauf
Cornelia Suhan erinnert sich an die Eröffnung des Hauses in Deutschland: „Wir haben 20 Jahre lang Frauenprojekte in Bosnien gemacht. Und dann haben wir den Sprung von den Projekten in Bosnien hier nach Deutschland mit dem Mädchenhaus gemacht“. Jetzt bietet sich eine außergewöhnliche Möglichkeit für den Verein: das Haus in Herdecke steht zum Kauf.

„Das ist natürlich eine Immobilie, die viel Geld kostet. Wenn wir den Standort sichern wollen, und das wollen wir, müssen wir es kaufen”, so Suhan. Für den Kauf hofft sie auf finanzielle Unterstützung: „Wir sind halt ein kleiner Verein – aber wir sind ein kleiner Verein, der größere Projekte macht.”
Aufruf: Kindern und Jugendlichen echtes Gehör schenken
An die Politik richtete Vorstandmitglied Gabriele Krämer bei der Jubiläumsfeier eine deutliche Forderung: Kindern und Jugendlichen echtes Gehör zu schenken. Sie sollten in ihrem Erleben und ihren Bedürfnissen wirklich gesehen, verstanden und ernst genommen werden, anstatt dass über sie gesprochen werde.

Sie zitierte einige Mädchen aus dem Haus Mäggie 2, mit denen sie über das Gefühl Einsamkeit gesprochen hatte. Auf die Frage, was ihnen helfe, sagte ein Mädchen: „Wenn Menschen da sind, die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin und die ehrlich sind und die nicht nur so tun oder nur eine Rolle spielen bei denen ich das Gefühl habe, dass sie mich wirklich sehen und mich wirklich verstehen“.
Und ein anderes: „Das Gespräch jetzt, das hilft mir. Ich verstehe jetzt, dass ich nicht allein solche Gefühle habe, dass die anderen sich genauso fühlen“
Mehr Informationen:
- Spenden: https://www.vive-zene.de/spenden/
- Fotoprojekt zu Vergewaltigungen während des Krieges: https://www.silent-witness.org/
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
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