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Transkulturelle Weihnachten: Der Ev. Kirchenkreis Dortmund feiert mit Freiwilligen aus Kamerun, Indien und dem Kongo

Freuen sich auf transkulturelle Weihnachten: Louise Youmbie aus Kamerun, Hannah Pandian aus Indien und Gentille Mironde Neema aus der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Stephan Schütze

Ein Gastbeitrag von Hannah Praetorius

„Weihnachten ist ein Familienfest.“ Darin sind sich Louise Youmbi (28), Hannah Pandian (22) und Gentille Mironde Neema (26) einig. Und auch sonst gibt es viele Gemeinsamkeiten in der Art, wie die drei jungen Frauen zuhause Weihnachten feiern. Ihre Heimat ist zwar über die ganze Welt verteilt. Doch ob in Kamerun, Indien oder der Demokratischen Republik Kongo, das Weihnachtsfest bedeutet für sie vor allem, Zeit mit der Familie und Freundinnen und Freunden zu verbringen.

Verschiedene kulturelle Traditionen und Bräuche zum Fest der Liebe  

Louise war schwer beeindruckt vom Dortmunder Weihnachtsmarkt.

In diesem Jahr wird Weihnachten für Hannah und Gentille anders aussehen. Die beiden absolvieren für ein Jahr einen Freiwilligendienst im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund und wohnen gemeinsam mit Louise und Nele Chiara Neidiger aus Deutschland im Internationalen Volunteershaus in Dortmund-Wickede.

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Louise, die im September ihr Master-Studium in Dortmund beendet hat, fliegt zum ersten Mal seit vier Jahren für Weihnachten wieder nach Hause nach Kamerun. Ihren Mitbewohnerinnen hat sie schon vom Dortmunder Weihnachtsmarkt und dem großen Weihnachtsbaum erzählt. „Als ich den das erste Mal gesehen habe, das war schon sehr beeindruckend.“

„Die ganze Familie kommt an Weihnachten zu uns, das Haus ist voller Leute und der Tisch voll mit verschiedenen Gerichten“, erzählt Louise. „Und weil man nie weiß, wie viele Besucherinnen und Besucher kommen werden, muss viel vorbereitet und gekocht werden, denn niemand soll hungrig bleiben.“

Die gemeinsame Zeit mit FreundInnen
und Familie ist wichtiger als Geschenke

Hannah berichtet, dass es auch bei ihrer Familie in Indien zu Weihnachten ein großes Festessen gibt. „Meine Mutter hat 10 Geschwister und wir verbringen Weihnachten alle zusammen in dem Dorf, aus dem sie stammt. Da sind wir dann mehr als zwanzig Cousinen und Cousins und die ganze Familie sitzt am Mittag zum Essen zusammen.“

Geschenke sind dagegen fast eher zweitrangig. „Meistens gibt es zu Weihnachten neue Kleidung, die man dann gleich zum Weihnachts-Gottesdienst anziehen kann“, sagt Gentille. Hannahs Familie beschenkt vor allem die Kinder im Dorf, aus dem die Familie, die mittlerweile in der Großstadt lebt, kommt. 

Die Kinder bekommen am Nachmittag Schreibwaren geschenkt, schöne Stifte oder kleine Hefte. Dafür legen alle Familienmitglieder zusammen, um den über 400 Kindern eine Freude machen zu können. „An Weihnachten geht es darum, etwas für die Gesellschaft zu tun und anderen Menschen etwas zu geben.“

Andere Länder, andere Sitten und doch gibt es sehr viel Verbindendes

Bei allen Unterschieden steht die Familie in allen Kulturen im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes.

Nicht nur der Weihnachtsmarkt, auch die deutschen Adventstraditionen wie der Adventskranz oder ein Adventskalender sind für die jungen Frauen neu. In ihrer jeweiligen Heimat gibt es andere Bräuche rund um Weihnachten. In Indien gehen im Dezember abends Chorgruppen in die Häuser und singen Weihnachtslieder. Gentille erzählt, dass im Kongo am 24. Dezember in vielen Straßen ein Feuer entzündet wird und die Kinder die ganze Nacht hindurch singen und spielen. 

Ihr erstes Weihnachtsfest in Deutschland werden Hannah und Gentille gemeinsam mit Carolin Daubertshäuser vom Referat Ökumene des Kirchenkreises und Christina Biere, Regionalpfarrerin des Amts für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen, feiern.

Weihnachten transkulturell: „Ich freue mich, wenn wir einen Weihnachtsbaum haben, unter den wir unsere Geschenke legen können, und gleichzeitig Aspekte und Traditionen aus unseren eigenen Kulturen einbringen können“, sagt Hannah.

Transkulturalität bedeutet, dass die Grenzen zwischen den Kulturen durch Begegnungen verringert werden und nicht mehr so wichtig erscheinen – das Gemeinsame wird wichtiger als das Trennende, und etwas Neues entsteht. „Das ist ja auch das Konzept hinter dem Volunteershaus. Es ist einfach schön, wenn sich die verschiedenen Kulturen mischen und es keine kulturellen Unterschiede gibt“, freut sich die junge Inderin.

Weitere Informationen:

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