Ziel ist es, die Lebensqualität in den Quartieren langfristig zu verbessern

„Smart Rhino“: Stadterneuerungsprozess in Unterdorstfeld und dem Quartier Union West

„Smart Rhino“ : Auf den ehemaligen Werksflächen der Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) soll ein neues Stadtquartier enstehen. Platz sollen hier vor allem für neue Wohnflächen, Gewerbeflächen und einen erweitertern Standort für die FH Dortmund geschaffen werden.

Die Stadt Dortmund startet in Unterdorstfeld und dem Quartier „Union-West“ (westlich der Dorstfelder Brücke) einen Stadterneuerungsprozess. Ziel ist es, die Lebensqualität in den Quartieren langfristig zu sichern und zu verbessern. Auch in den angrenzenden Quartieren soll sich in den nächsten Jahren einiges verändern. Unter dem Titel „Smart Rhino“ soll auf den ehemaligen Werksflächen der Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) ein neues Stadtquartier enstehen.

Was passiert auf dem ehemaligen HSP-Gelände?

In Zukunft soll die H-Bahn vom Campus über „Smart Rhino“ direkt zum Hafen fahren.

Platz sollen hier vor allem für neue Wohn- und Gewerbeflächen und einen erweitertern Standort für die Fachhochschule Dortmund geschaffen werden. Die Entscheidung dazu von der Landesregierung aber schon seit mehr als einem Jahr auf sich warten.

Eine Idee, die damit den Planungen auf der HSP-Fläche eng verknüpft ist: Es soll einen Brückenschlag geben vom Campus der Universität über „Smart Rhino“ bis zum neuen Digitalquartier im Hafen. Angedacht ist, dafür die H-Bahn zu verlängern.

Zudem soll entlang der renaturierten Emscher zur Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 ein neuer Grünzug entstehen. Um diese Entwicklungen umsetzen zu können, erarbeitet die Stadt Dortmund ein Integriertes Handlungskonzept.

Die Stadt erhofft sich Verbesserungen wie beim „Union-Viertel“

Quartier Rheinische Straße. Industriebauten an der Huckarder Straße. Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

Parallel dazu prüft die Stadt, ob eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme geeignet sein kann, um das Leben in den Quartieren zu verbessern. Dazu werden vorab „vorbereitende Untersuchungen“ – durchgeführt durch das Planungsbüro steg.NRW – erfolgen.

Sie sollen prüfen, ob es in einem zuvor abgegrenzten Bereich Missstände und Probleme gibt, die mit Hilfe einer „Städtebaulichen Sanierungsmaßnahme“ behoben werden können. Wird das Quartier als Sanierungsgebiet eingestuft, eröffnen sich der Stadt und auch privaten Eigentümer:innen ganz neue Möglichkeiten und Fördertöpfe.

Das Quartier Union West erstreckt sich westlich der Dorstfelder Brücke entlang der Rheinischen Straße. Der jetzt startende Prozess der Stadterneuerung nimmt dieses Gebiet ebenso in den Blick wie das westlich angrenzende Unterdorstfeld.
Das Quartier Union West erstreckt sich westlich der Dorstfelder Brücke entlang der Rheinischen Straße bis Unterdorstfeld. Foto: Moritz Niermann für die Stadt Dortmund

Die Hoffnung ist, dass wie vor Jahren schon beim „Stadtumbaugebiet Rheinische Straße“, das Quartier – heute bekannt als „Union-Viertel“ –  deutlich an Wert und Attraktivität gewinnt. Der westliche Teil der Rheinischen Straße konnte aber vom Investitionsgeschehen im Schatten des Dortmunder U  bislang nicht profitieren. Das soll sich nun im Zuge von „Smart Rhino“ verändern.

Im Fokus liegen hier Maßnahmen, die zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen – sprich Modernisierung der Gebäude, die Aufwertung des Wohnumfeldes, die Klimaanpassung, die Verbesserung der Verkehrssituation, die Neugestaltung von Plätzen und die Aufwertung von Grün- und Spielflächen.

Sanierung soll „Angsträume“ reduzieren und das Viertel lebenswerter machen

Im Dornröschenschlaf liegt das HSP-Gelände - man könnte auch im Abbruch begriffen sagen.
Im Dornröschenschlaf liegt das HSP-Gelände – man könnte auch im Abbruch begriffen sagen. Archivfoto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

„Auch Angsträume, wie Unterführungen und leer stehende Gebäude müssen reduziert werden“, beschreibt Jens Küppers, Geschäftsführer des Planungsbüros steg NRW, die Aufgaben.

Um diese Angsträume und generelle Missstände identifizieren zu können, ist die Stadt auf den Austausch der Bewohner:innen und den Eigentümer:innen  angewiesen. Sie sind schließlich die Menschen, für die das Viertel lebenswerter werden soll.

Bewohner:innen und Interessent:innen haben in zwei Auftaktveranstaltungen die Möglichkeit, sich über die Vorhaben der Stadterneuerung informieren zu lassen und eigene Ideen, Anregungen und Kritikpunkte einbringen.

Der Stadterneuerungsprozess ist Fluch und Segen: Droht eine Gentrifizierung?

Was sich Eigentümer:innen und Bewohner:innen wünschen wurde berücksichtigt, doch wie es mit der privaten finaziellen Beteiligung an diesen Prozessen aussieht, ist unklar. Kyra Usielski für nordstadtblogger.de

Die Veranstaltungen waren gut besucht und warfen viele Fragen auf: Wie wirken sich die Sanierungsarbeiten auf die Mieter:innen und Eigentümer:innen aus? Das lässt sich noch nicht klar sagen. Fest steht aber, dass die Wertsteigerung, die durch den Stadtumbau entsteht, erhöhte Mietkosten mit sich bringen kann.

Die gute Nachricht: Im Sinne der Mieter:innen sind Deckelungen bei Mietpreisentwicklungen möglich. Ein Sozialplan soll außerdem einer Gentifizierung entgegenwirken.

Allerdings sind die angestrebten Modernisierungen und Instandsetzungen an den Gebäuden keine Angelegenheit der Stadt: Sie müssen in Verantwortung der  Eigentümer:innen erfolgen. Auch kann es im Zuge der denkbaren Maßnahmen des Stadtumbaus auch zur Verlagerung von Betrieben kommen.

Für die Eigentümer:innen gibt es Beratung und Unterstützung durch Projektteams der Stadt Dortmund oder einen von ihr beauftragten Sanierungsträger. Beraten werden sie hier über Fördermittel oder steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.
Mehr zur Stadterneuerung unter: dortmund.de/unterdorstfeld-unionwest
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