Ohne Angst verschieden sein können – Dortmund fördert Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU mit jährlich 70.000 Euro

Mit solchen Workshops klärt das Projekt in Schulen über die verschiedenen Arten der sexuellen Orientierung auf und leistet so wichtige Arbeit zum Abbau von Vorurteilen und für mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Foto: Michael Wallmüller

Die Arbeit im Projekt SCHLAU Dortmund soll ab dem kommenden Jahr deutlich ausgeweitet werden. Die Stadt wird das Antidiskriminierungsprojekt, das sich für die Förderung von Respekt vor und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einsetzt, in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 70.000 Euro fördern. Hierdurch kann vor allem die aufklärerische Arbeit in Schul-Workshops ausgeweitet werden.

Team von Ehrenamtlichen bekommt Vollzeit-Unterstützung zur Koordination

Die zweijährige Förderung hat der Rat der Stadt bei seiner letzten Sitzung mit dem Doppelhaushalt für die Jahre 2020 und 2021 beschlossen. „Damit wird es uns erstmals möglich sein, eine Koordination in Vollzeit zu besetzen, die das ehrenamtliche Team weiter aufbaut, berät und fördert“, sagt Paul Klammer von SLADO, dem lokalen Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentengruppen und Träger von SCHLAU Dortmund.

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Das Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU ist in 19 Städten und Regionen in NRW mit lokalen Teams vertreten. In Dortmund sind derzeit zehn junge lesbische, schwule, bi, trans*, inter* und queere (LSBTIQ*) Menschen ehrenamtlich für SCHLAU aktiv. Sie führen Workshops mit Schulklassen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch. 

Dabei sprechen sie über Lebenswirklichkeiten und Biografien, das eigene Coming-Out, Diskriminierungserfahrungen sowie Vorurteile und Rollenbilder. SCHLAU Dortmund hat 2019 48 Workshops an Schulen und Jugendeinrichtungen durchgeführt. Der Bedarf liegt jedoch deutlich höher. Zuletzt konnten zahlreiche Workshop- Anfragen aus Kapazitätsgründen nicht erfüllt werden.

Vielfalt als Bereicherung verstehen – Breite Mehrheit im Rat unterstützt das Projekt gegen Homophobie

Bislang erreicht SCHLAU Dortmund ungefähr jede zehnte der infrage kommenden weiterführenden Schulen in der Stadt. Mit der nun beschlossenen Förderung kann das Angebot in den kommenden Jahren ausgeweitet werden. 

„Mit der Förderung und der damit verbundenen strukturellen Absicherung der SCHLAUen Arbeit für 2020 und 2021 spricht sich die Stadt Dortmund deutlich für ein offenes Miteinander aus, das es Menschen ermöglicht, ohne Angst verschieden sein zu können. Wir freuen uns sehr, dass Dortmund unsere Überzeugung teilt“, sagt Kira Splitt von SCHLAU NRW.

Die Stärkung der Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit von SCHLAU Dortmund sei ein wichtiger Schritt, um Homo- und Trans*feindlichkeit weiter abzubauen und Vielfalt als Bereicherung zu verstehen. Durch diese Förderhöhe nehme Dortmund nun eine Vorbildfunktion für andere Kommunen ein Dortmund sei damit eine der Vorreiter-Kommunen in NRW, die das lokale SCHLAU-Projekt mit einer hauptamtlichen Koordination in Vollzeit fördere.

„Wir freuen uns besonders über die breite politische Unterstützung der Ratsfraktionen. Sie ist Ausdruck dafür, dass sich Dortmund aktiv gegen Diskriminierung, Gewalt und LSBTIQ*- Feindlichkeit engagiert“, sagt Moritz Heller vom SLADO-Vorstand. Dem entsprechenden Haushaltsantrag der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben die Fraktionen von SPD, CDU, Die Linke & Piraten sowie FDP/Bürgerliste im Finanzausschuss zugestimmt.

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Weitere Informationen:

  • www.dortmund.schlau.nrw
  • Kontakt für Workshop-Anfragen: schlau@sunrise-dortmund.de
  • Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen in Dortmund
    c/o Sunrise Geschwister-Scholl-Str. 33-37 44135 Dortmund
    www.slado.de www.csd-dortmund.de www.sunrise-dortmund.de dortmund.schlau.nrw
  • Über SLADO
    SLADO e.V. ist der Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen in Dortmund. Der Verein besteht seit April 1998 und setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transidenten in Dortmund ein. Er ist als gemeinnützig und als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt.

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