Innenstadt unter Druck: Wirtschaft fordert das entschlossene Handeln der Politik

Gemeinsamer Appell: Akteure sehen wachsende Probleme in der City

Wildes Campieren auf dem Westenhellweg - immer mehr Geschäfte ergreifen auch bauliche Maßnahmen, um Obdachlose nachts fern zu halten.
In Dortmund ergreifen Geschäfte Maßnahmen, um Obdachlose aus den Eingängen zu vertreiben. (Archivbild) Foto: Karsten Wickern für nordstadtblogger.de

Mit einem erneuten, eindringlichen Appell wenden sich der Cityring Dortmund sowie der Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland, die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund und die Qualitätsroute Dortmund an die Fraktionen im Rat der Stadt. Anlass ist die weiterhin angespannte Lage in der Dortmunder Innenstadt, die sich nach Einschätzung der Beteiligten trotz einzelner Maßnahmen nicht nachhaltig verbessert hat. Vielmehr werde aus der Unternehmerschaft nahezu täglich von einer weiteren Verschärfung berichtet.

Sorge: Wahrnehmung der Innenstadt im regionalen Wettbewerb leidet spürbar

Im Zentrum der Kritik steht ein ihrer Darstellung nach deutlich beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl von Kund:innen, Beschäftigten, Gewerbetreibenden und Anwohner:innen in Teilen der Innenstadt. Gleichzeitig veränderten sich die Kundenfrequenzen negativ, Kaufkraft gehe verloren. Hinzu kämen steigende Kosten für Sicherheit und Reinigung sowie Standortentscheidungen, die zunehmend gegen Dortmund ausfielen. Auch die Wahrnehmung der Innenstadt im regionalen Wettbewerb leide spürbar.

Die Unterzeichnenden des gemeinsamen Appells an die Dortmunder Kommunalpolitik.

Die Innenstadt sei ein zentraler wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Raum, dessen Zustand alle betreffe. „Ohne Sicherheit gibt es keinen attraktiven Handel und ohne Handel keine sichere Innenstadt“, heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichnenden betonen zugleich ihre Bereitschaft, weiterhin aktiv an Lösungen mitzuwirken. Dennoch machen sie deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen nur durch ein abgestimmtes und entschlossenes politisches Handeln zu bewältigen seien. Einzelmaßnahmen reichten nicht aus.

Die Wirtschaft verweist auf die Erfolge des Zürcher Modells

Als Beispiel für mögliche Ansätze verweisen die Initiatoren auf eine Veranstaltung im Rathaus, bei der das sogenannte Züricher Modell im Umgang mit der Drogenthematik diskutiert wurde. Dieses stehe für einen ganzheitlichen Ansatz, der Prävention, Hilfeangebote, Repression und städtebauliche Aspekte miteinander verzahnt. Auch andere Städte wie Köln prüften inzwischen entsprechende Modelle.

Abschließend fordern die Beteiligten ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Verwaltung und lokalen Akteuren ohne Verzögerung und frei von Einzelinteressen. Ziel müsse es sein, Aufenthaltsqualität, Sicherheit und wirtschaftliche Attraktivität der Innenstadt nachhaltig zu stärken. Der Appell richtet sich ausdrücklich an die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Stadt.

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