Neues Projekt des Planerladens: „Nordstadt to go“ – Entdeckungsreisen durch eine angebliche No-go-Area

Nordstadt to go – bunt, kreativ, dynamisch – so sieht es das Projekt. Foto (2): Sonja Neuenfeldt

Von Sonja Neuenfeldt

Mit „Nordstadt to go“ startet ein neues Projekt des Planerladens e.V. Dabei ist der Name Programm. Es geht um Rundgänge in der Nordstadt. Das Projekt strebt die Stärkung eines sehr vielfältigen und dynamischen Stadtteils an. Gleichzeitig will es Zeichen setzen für eine vorurteilsfreie Darstellung der Nordstadt und ihrer Anwohner*innen. Die beiden ersten Veranstaltungen des gemeinwohlorientierten Projekts sind ein „Foto-Workshop“ am 24. August und eine „Food Tour“ durch die Nordstadt mit zwei (Rund-)Gängen, und zwar am 9. und am 16. September.

„Nordstadt to go“ – Themen, die die Nordstadt und ganz Dortmund bewegen

Unter dem Namen „Nordstadt to go“ werden Stadtteil-Rundgänge sowie kreative Events organisiert – bildungspolitisch und gesellschaftlich ausgerichtet. Dabei sollen Besucher*innen bzw. Teilnehmende aus ganz Dortmund erreicht werden. Das Angebot ist kostenlos. Weitere Infos zu einzelnen Veranstaltungen über den Planerladen (Link s. unten).___STEADY_PAYWALL___

„Nordstadt to go“ statt „No-Go“, so das Team vom Planerladen. Die ersten zwei Rundgänge werden die Nordstadt zeigen wie sie ist: bunt, dynamisch, kreativ. Anwohner*innen, Vereine, und viele andere Akteur*innen werden dabei sein und laden herzlich zur Teilnahme ein. Der Name ist Programm – zu Fuß die Nordstadt erkunden. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern.

„Ich zeig’ Dir meine Hood“ – Jugendliche zeigen fotografisch ihre Welt

Das ist eine Fotowerkstatt für Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 21 Jahren. Fotografiert wird mit Einwegkameras. So hat jeder die gleichen Chancen auf Fotos in guter Qualität. Die Jugendlichen sollen ihre ganz subjektiven Eindrücke festhalten. Sie zeichnen damit ein persönliches Bild ihrer Umwelt und Umgebung.

An ausgewählten Tagen besichtigen Besucher*innen und Jugendliche die Fotomotive bei einem Rundgang mit Fotograf Leopold Achilles, der sich auch bei den Nordstadtbloggern engagiert, und erhalten vor Ort Informationen zum Hintergrund. – Und was bedeuten diese Orte den Jugendlichen? – Das sollen sie auf ihren Fotos festhalten…

Das Ergebnis sollen 20-25 aussagekräftige Fotos in großem Format A3 sein. Sie werden an Locations wie der Nordstadtgalerie der FH an der Bornstraße und in einer Ausstellung im Depot, Immermannstraße 29, gezeigt. Die Ausstellungen sollen ein breites Publikum ansprechen, aus ganz Dortmund. Auch für auswärtige Besucher könnte interessant sein, sich aus Sicht junger Menschen ein anderes, vielleicht neues Bild zu machen, von dieser Dortmunder Nordstadt.

Andere spannende und kreative Rundgänge sind bereits in der Planung. Zusätzlich will „Nordstadt to go“ weitere Begegnungsformate umsetzen. Gespräche, Stadtteilfeste und Kampagnen zu Themen, die die Nordstadt bewegen. Alle Infos zu Veranstaltungen und den jeweiligen Teilnahmebedingungen: siehe unten.

„Foodtour“  – Geschichte, Kultur und Ökonomie der Nordstadt

Auch kulinarisch hat dieser Stadtteil viel zu bieten. Am 9. und 16. September geht es jeweils zu sechs gastronomischen Betrieben in der Nordstadt. Hier gibt’s Essen aus aller Welt und „Essen ist eine Weltsprache“. Es spricht viele Sinne an und schafft Geselligkeit. Die Nordstadt ist reich an ethnischer Vielfalt. Das zeigt sich auch an der Ladenstruktur und vielfältigen Dienstleistungsangeboten.

„Die Sprache des Essens versteht jeder“, stellt Fatlinda Bajramaj vom Planerladen fest. Wer zusammen isst, kann Barrieren abbauen und andere Kulturen kennenlernen. Oder in den Geschichten der Inhaber*innen auch etwas über die Geschichte der Nordstadt erfahren. Alteingesessene Gastronom*innen sind darunter, und die führen ihren Betrieb mitunter schon seit 40 Jahren.

Einladung zum Mitgehen

Die Touren durch ausgewählte internationale Restaurants und Imbisse kann Menschen aus verschiedensten Kulturen zusammenbringen. Wie lautet ein bekanntes Sprichwort? – „Liebe geht durch den Magen“.

Das letzte Restaurant auf jeder Tour dient als Ort der Begegnung und der Diskussion. Themen sind: Existenzgründung, Migrationsprobleme und Strukturwandel in Dortmund. Zu Gast sein werden zwei Expert*innen vom „Zentrum für Türkei-Studien und Integration (ZFTI)“ aus Essen. Begleitet werden die Diskussionen ebenfalls von der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Jeder Gang soll drei bis vier Stunden dauern. Anmeldung verbindlich über den Planerladen oder auf Instagram (s. unten) spätestens sieben Tage vor der Tour.

Weitere Informationen:

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Kommentare

  1. Spuren der Gewalt. Rechte Gewalt, Opfer und Widerstand in der Nordstadt (PM)

    Rundgang am 28.10.2021 ab 10 Uhr Treffpunkt: Nordausgang DO Hbf (Cinestar)
    Ein Projekt von Nordstadt to go!/Planerladen in Zusammenarbeit mit Steinwache. Bitte meldet euch an mit einer Nachricht oder E-mail, siehe Facebook oder Instagram @nordstadttogo.

    Wir beginnen die Tour an der Steinwache (Innenhof), direkt neben dem Kino Cinestar. Hier stellt Katharina Ruhland, Mitarbeiterin der Steinwache, sich und ihre Arbeit vor. Das Polizeigefängnis ist über Dortmund hinaus bekannt, da hier während des Nationalsozialismus mehr als 66.000 Menschen festgehalten und vielfach vor allem durch die Gestapo misshandelt wurden. Wir gehen los auf der Steinstraße und entdecken einen Stolperstein. In der Nordstadt wurden zahlreiche Stolpersteine verlegt, die an die Verschleppung und Ermordung verfolgter Personengruppen erinnern, achtet mal drauf, ob ihr noch welche auf den Straßen entdeckt!

    Wir machen Halt am Kurt-Piehl-Platz. Kurt Piehl überlebte die Nazis und den 2.Weltkrieg und veröffentlichte mehrere Romane mit Erzählungen über den Widerstand der Edelweißpiraten. Zur Erinnerung an diese Gruppe wurde auch das Haus Schleswiger Str. 40 gestaltet. Anschließend führt uns der Rundgang zum Nordmarkt und zum Mahnmal für die “Schlacht am Nordmarkt”. Bis heute veranstaltet die Kommunistische Partei in Dortmund jährlich eine Gedenkfeier.

    Geschichtlich machen wir einen Sprung zurück in das 21. Jahrhundert am Mehmet- Kubaşık-Platz (Kreuzung Münster/ Mallinckrodtstraße). Wer war der Mann Mehmet Kubaşık und wer waren seine Mörder? Zum Abschluss besuchen wir eine Ausstellung im Rahmen des Projekts “Kein Schlussstrich!”.

    Facebook-Link:
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