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Neues Projekt des Jugendrings: Filmische Forderung nach Chancengleichheit – Dreharbeiten auf NS-Ordensburg

Dreharbeiten zum Film Zivilcourage am Nordmarkt

Der Jugendring startet ein neues Filmprojekt. Archivfoto: Klaus Hartmann

„30 Jugendliche, acht Filmprofis, zwei Kameras = ein Film!“ Unter dem Motto „Chancengleichheit – Nur ein Traum?“ entsteht in den nächsten Monaten ein Film von Jugendlichen für Jugendliche.

Dabei handelt es sich um das nächste Filmprojekt vom Jugendring Dortmund und den Botschaftern der Erinnerung. Im Mittelpunkt steht das Thema „Chancengleichheit“.

Nationalsozialismus steht für Chancenungleichheit

„Immer wieder sind wir auf dieses Thema gestoßen“, erklärt Projektleiter Andreas Roshol, der gemeinsam mit Daniela Engel von der dobeq das Projekt leitet. Jugendliche, die keine Chancen haben, junge Leute, die nicht ernst genommen werden, junge Migrantinnen und Migranten, die Benachteiligungen erfahren müssen oder auch Menschen mit und ohne Behinderung.

„Außerdem haben wir in Dortmund die Situation, dass wir die Partei DIE RECHTE haben, die für Channcenungleichheit steht“, verdeutlicht Roshol. „Dabei haben wir erlebt, wohin das führen kann“, sagt er mit Blick auf die Erfahrungen des Nationalsozialismus.

Botschafter der Erinnerung setzen sich für Menschenrechte ein

Der Jugendring und die Botschafter der Erinnerung haben eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz gemacht.

Der Jugendring und die Botschafter haben eine Fahrt nach Auschwitz gemacht. Foto: Völkel

Das Botschafter-Projekt des Dortmunder Jugendrings ist aus der Aktion „Zug der Erinnerung“ entstanden und hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Schicksal von Menschen beschäftigt, die als politisch Verfolgte, Juden, Sinti oder Roma von Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.

Die Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerung beschäftigen sich dabei mit der Vergangenheit, um daraus für die Gegenwart zu lernen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft zu entwickeln. Zentral ist für sie dabei die Wahrung der Menschenrechte. Darauf liegt der besondere Schwerpunkt der Arbeit.

Schüler, Studierende und Jugendliche ohne Abschluss kooperieren

Das Spannende daran: Junge Leute mit unterschiedlichen Hintergründen arbeiten zusammen. Schülerinnen und Schüler sind ebenso dabei wie junge Leute ohne Abschluss und Studierende. Gemeinsam entwickeln sie die Geschichte, das Drehbuch, formen die Charaktere und übernehmen dabei Verantwortung vor und hinter der Kamera. Dabei werden sie von Profis unterstützt. Regisseur Cem Arslan und Kameramann Nils Witt waren bereits im Winter beim letzten Film dabei (nordstadtblogger.de berichtete ausführlich). Damals stellten die Jugendlichen das Asylrecht in den Mittelpunkt.

Chance auf persönliche und berufliche Entwicklung

„Die Jugendlichen haben die Chance, neue Wege zu gehen und ihre eigenen Unsicherheiten zu beheben“, macht Regisseur Cem Arslan deutlich. Sie sollen gestärkt aus dem Projekt hervorgehen, neuen Mut und auch berufliche Perspektiven entwickeln.

„Sie können sich bei dem Film austoben und sich selbst verwirklichen, neue Möglichkeiten entdecken und auch neue Kontakte knüpfen.“

Mitmachen kann eigentlich jede und jeder, wenn sie oder er zwischen 16 und 25 Jahren alt ist. „Die Jugendlichen können beim Film aus sich herauskommen und eine andere Rolle übernehmen als die, die ihnen das Leben zugewiesen hat“, so Roshol weiter. Daher macht auch die Jugendwerkstatt Nord Dobeq GmbH mit – sie stellt einen Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und führt das Projekt gemeinsam mit dem Jugendring durch.

Seminare und Filmdreh in der ehemaligen Nazi-Kaderschmiede Wewelsburg

Der Jugendring plant ein neues Filmprojekt - das erste Treffen fand bereits statt. Foto: Alex Völkel

Der Jugendring plant ein neues Filmprojekt – das erste Treffen fand bereits statt. Foto: Alex Völkel

Einen ersten Auftakt gab es jetzt im Fritz-Henßler-Haus gegeben. Doch Kursentschlossene können noch teilnehmen. Das „kurzentschlossen“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Bis spätestens Donnerstag, 2. Juli, muss eine verbindliche Anmeldung vorliegen.

Denn bereits in der ersten Ferienwoche geht das erste Seminar auf der Wewelsburg los.  Vom 7. bis 9. Juli soll der Film Gestalt annehmen – auf der ehemaligen Nazi-Ordensburg und Kaderschmiede veranstaltet der Jugendring eine Ideenwerkstatt.

Am 15. Juli gibt es dann einen Workshop mit Sprechtraining auf der Bühne der Kulturwerkstatt in Lindenhorst. Der Höhepunkt findet in den Herbstferien statt: Vom 22. bis 27. September heißt es: „Von der Idee zum Film. Wir drehen auf der Wewelsburg.“ Kosten entstehen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht: Unterkunft und Vollverpflegung sind gesichert.

Filmische Forderung nach Chancengleichheit

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

So steht es im Grundgesetz.  „Und diese Forderung nehmen wir verdammt ernst!“, unterstreicht Andreas Roshol. „Mit unserem Film wollen wir der Forderung nach Chancengleichheit eine Stimme geben. Sei mit dabei“, lädt er Interessierte ein.

Anmeldung und Rückfragen an Andreas Roshol oder per Mail an andreas.roshol@jugendring-do.de. Das Projekt wird durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert.

 

Mehr zum Jugendring und den Botschaftern der Erinnerung auf nordstadtblogger.de:

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