Nordstadtblogger

Neue Serie: „Sehenswertes in der Nordstadt“ – Das historische Sudhaus der Hansa-Brauerei

Historisches Sudhaus der Hansa-Brauerei

Dass die Dortmunder Nordstadt immer für positive Überraschungen gut ist, wissen die Leserinnen und Leser dieses Blogs. Überraschend ist auch die Anzahl der Baudenkmale im Stadtbezirk – trotz der starken Zerstörungen in den Bombennächten des zweiten Weltkriegs.

Im Krieg wurden zirka 90 Prozent der Nordstadt in Trümmer gelegt. Gleichwohl verzeichnet die Denkmalliste der Stadt Dortmund 117 denkmalgeschützte Bauwerke. Darunter 65 Wohnhäuser oder -siedlungen, 33 Wohn- und Geschäftshäuser, sechs Kirchen, fünf Industrieanlagen, drei öffentliche Gebäude, je zwei Geschäftshäuser und Verkehrsanlagen sowie eine Parkanlage. An ihnen ist Geschichte besonders gut ablesbar und sie sind von regionaler und lokaler Bedeutung, so die Voraussetzungen für die Schutzwürdigkeit. In loser Folge berichten die Nordstadtblogger über einige dieser Objekte. Heute stellen wir das Sudhaus der ehemaligen Hansa-Brauerei in der Steigerstraße vor. Es ist Teil des heutigen Brauereimuseums.

Der Dortmunder Architekt und Bauingeneur Emil Moog errichtet Komplex an der Steigerstraße

Stilvolles Ambiente, auch für Trauungen

Im Jahre 1912 ließ die Brauerei an der Betriebszufahrt einen Komplex bestehend aus Sud-, Kessel- und Maschinenhaus errichten. Der Dortmunder Architekt und Bauingeneur Emil Moog wurde für dieses Projekt beauftragt. Er zeichnet ebenfalls die Verantwortung für den Bau des berühmten Kellerhochhauses der Dortmunder Union-Brauerei aus dem Jahre 1926/27, dem heutigen „Dortmunder U“. Der Baumeister wurde 1873 in Dortmund geboren und starb hier im Jahre 1954. Ab 1902 war er selbständig tätig und realisierte vorwiegend Projekte im Bereich der Brauindustrie und der Gastronomie. Sein Büro nannte er 1927 ausdrücklich: Technisches Specialbüro für Brauerei-Anlagen, Pläne, Bauleitung, Taxen, Beratung, Gutachten, gegr. 1902, 1a Referenzen“.
Letztes Zeugnis industrieller Braukunst aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg

Die Maschinenhalle im Museum

Das Sudhaus , im Stil des Historismus errichtet, und das Maschinenhaus „sind die einzig verbliebenen baulichen Zeugnisse großindustrieller Bierbrauerei in Dortmund aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg,“ beschreibt das Brauereimuseum in seinem Prospekt die besondere Bedeutung des Baudenkmals. Das Museum fand 2006 in dem historischen Komplex ein neues Zuhause.

Das Sudhaus selbst ist von der Steigerstraße nur schlecht einzusehen. Es wurde im Laufe der Expansion der Brauerei mit anderen Betriebsgebäuden zugebaut. Umso imposanter wirkt es auf den Betrachter, wenn man den Empfangsbereich des Museums durchschritten hat und auf dem Hof vor dem Bau steht.

Beeindruckend auch das Innere des Hauses mit seinen vier kupfernen Sudkesseln und den stilvollen Leuchten. 1989 wurde der Komplex nach aufwendiger Restaurierung durch die Dortmunder Actien Brauerei unter Schutz gestellt. Heute dient dieses schöne Gebäude in Nähe des Nordmarktes auch als Ambientetrauort der Stadt Dortmund. Brautleute, die sich hier das Ja-Wort gegeben haben , können anschließend mit frisch gezapften Brauspezialitäten auf einen hoffentlich langen gemeinsamen Lebensweg anstoßen.

Quellen:
Jürgen Kuckelke, „…etwas Schönes schaffen.“ Beispiele Dortmunder Brauereiarchitektur zwischen 1854 und 1927.
Willi Landers, „Zeichenhaft und funktional. Retroperspektive: Emil Moog – Architekt des Dortmunder U
Brauerei-Museum, „Prospekt: Brauereierlebnis Dortmund“
Stadt Dortmund, Bürgerdienste, „Ambientetrauort Historisches Hansa-Sudhaus“

Öffnungszeiten Brauereimuseum:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag 10:00 – 20:00 Uhr
Samstag 12:00 – 17:00 Uhr
Montag geschlossen
E-Mail: brauereimuseum-dortmund@radeberger-gruppe.de
Internet: brauereimuseum.dortmund.de

Weitere Serienteile:

 

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