Nordstadt-BV beschließt Benennungen an der südlichen Speicherstraße

Neue Plätze: Künftig gibt es einen „Jeanne-Baret-Platz“ und eine Promenade „Am Stadthafen“

Die neue Hafenpromenade heißt jetzt auch offiziell „Am Stadthafen“.
Die neue Hafenpromenade an der südlichen Speicherstraße heißt jetzt auch offiziell „Am Stadthafen“. Foto: Karsten Wickern für nordstadtblogger.de

Die Nordstadt bekommt zwei neue Plätze bzw. Flächen: Die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord hat zwei Flächen an der südlichen Speicherstraße im Hafenquartier benannt. Das Areal innerhalb der Speicherstraße wird zum „Jeanne-Baret-Platz“, die Promenade am Hafenbecken erhält den Namen „Am Stadthafen“. Die Bezirksvertretung stimmte einstimmig dafür. Der Alternativvorschlag der SPD, den Platz nach Wolfgang Weiermann zu benennen, führte zuvor zu unerwarteten Kontroversen und stieß vor allem bei den Vertreter:innen von der Fraktion Die Linke./ Die Partei auf wenig Begeisterung.

Streit über „Benennungen nach mittelmäßigen weißen Männern“

Der Dortmunder Hafen als Industrie- und Logistikstandort wird durch die Entwicklung der südlichen Speicherstraße und der damit verbundenen städtebaulichen Öffnung des Hafenquartiers um die urbane Nutzung erweitert. Für die neue Platzfläche innerhalb der Speicherstraße und der Promenade entlang des Hafenbeckens bedarf es eigenständiger Namensgebungen.

Foto: Karsten Wickern für nordstadtblogger.de

Die Fraktionen der Bezirksvertretung erhielten bereits im Vorfeld Kenntnis über die genannten Namensvorschläge. „Ich finde es gut, das auch Frauen zu den Vorschlägen gehören. Benennungen nach mittelmäßigen weißen Männern hatten wir genügend“, sagte Sonja Lemke (Die Linke./ Die Partei). 

„Über die Mittelmäßigkeit lässt sich streiten“, konterte Brigitte Jülich den Vorschlag ihrer Fraktion und fragte, warum man für eine Benennung immer so weit zurück in die Vergangenheit gehe – man solle stärker an die „Jetzt-Zeit“ heranrücken. „Die Person, die wir jetzt vorgeschlagen haben, ist zwar weiß und männlich, aber das darf auch kein Ausschlusskritierium sein“, so Jülich. „Und er hat hier gewirkt und einen Industriebezug.“

„Ich kann mehr Begeisterung für Jeanne-Baret-Platz aufbringen. Wir können damit die Stadt der Nachbarn verlassen und in die weitere Welt aufbrechen – das passt zum Hafen“, betonte Dorian Marius Vornweg (CDU). „Den Vorschlag Weiermann fand ich nicht so gut, aber man sollte sich nicht zu Pietätlosigkeit hinreißen lassen für Merkmale, für die er nichts kann.“

Erläuterungen zu den Namensvorschlägen:

Foto: Karsten Wickern für nordstadtblogger.de

Jeanne Baret (1740-1807) war eine französische Naturforscherin und Botanikerin. Sie war vermutlich die erste Frau, die um die Welt segelte. Als Mann verkleidet nahm sie unter dem Pseudonym Jean Baré an einer Expedition im Südpazifik teil, die Louis Antoine de Bougainville zwischen 1766 und 1769 durchführte. Als ihr Begleiter erkrankte, sammelte und bestimmte Baret die Flora Mauritius selbstständig weiter und gliederte ihre Sammlung später in die bestehende französische Sammlung ein.

Wolfgang Weiermann (geb. am 08.09.1935 / verst. am 17.05.2021) absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenschlosser und arbeitete anschließend im Werk Phoenix der Hoesch Stahl AG. 1951 schloss er sich der IG Metall an und wurde 1972 Mitglied des Betriebsrates bei Hoesch- Phoenix und war dort von 1982 bis 1987 Betriebsratsvorsitzender. Wolfgang Weiermann war von 1991 bis 1997 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Dortmund und von 1969 bis 1987 Ratsmitglied der Stadt Dortmund. Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1987 bis 2002 an.

Am Stadthafen: Am 9. Oktober 1895 fand der erste Spatenstich zum Bau des Dortmunder Hafens statt. Nach fast dreijähriger Bauzeit war der Dortmunder Hafen in wesentlichen Teilen fertiggestellt, zunächst mit fünf Hafenbecken: Kanalhafen, Stadthafen, Südhafen, Kohlenhafen sowie Petroleumhafen. Im Laufe der weiteren Jahre entwickelte sich der Dortmunder Hafen mit seinen mittlerweile zehn Hafenbecken zum größten Kanalhafen Europas. Die neugestaltete wasserseitige Promenade verläuft unmittelbar in Höhe des Stadthafens – daher die Namensnennung.

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