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„Neu-Dortmund“ in Honduras um 1900: Bananenanbau, Kolonial-Phantasien und geplatzte Träume vom schnellen Geld

Die deutschen Auswanderer in „Neu-Dortmund“ 1895 (Robert Krämer, Mi.) Quelle: Siegerländer Heimatkalender 51/1976

Ein Gastbeitrag von Hermann J. Bausch

Der evangelische Volksschullehrer Robert Kraemer war als junger „Arbeitsmigrant“ im Alter von 28 Jahren aus dem Siegerland ins Ruhrgebiet gekommen und unterrichtete seit 1884 als Lehrer an der großen Lutherschule in der Dortmunder Nordstadt. Wohl weil er vor seiner Lehrerausbildung eine praktische Ausbildung bei Postexpeditionen im Siegerland absolviert hatte, betrieb er bis 1893 in der Nordstadt im Nebenberuf eine „Postfachschule“, wo junge Leute auf das Postgehilfen-Examen vorbereitet wurden.

Erste Kontakte mit kolonialem Gedankengut durch die Arbeit bei der Post

Zeitgleich, als ihm dieser Nebenerwerb gekündigt wurde, ereilten ihn und seine junge Familie auch persönliche Schicksalschläge. Das erstgeborene Kind des Ehepaares Kraemer wurde in Zeiten generell hoher Kindersterblichkeit nur vier Jahre alt. 1890 und 1892 wurden in der Familie zwei weitere Kinder geboren, doch starb Kraemers Frau Emilia kurz nach der Entbindung des dritten Kindes. Die Kleinkinder übergab der Lehrer der Familie seiner Schwester in Kreuztal zur Betreuung.

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Karte zur Lage von Tocamacho/ Tocomacho bzw. „Neu-Dortmund“.

Schon bei seiner Ausbildung bei der Post dürfte Kraemer mit kolonialem Gedankengut in Berührung gekommen sein, denn die Post war stets eine Begleiterin der deutschen kolonialen Expansion.

Als Kraemer, der schon in seiner evangelisch-kirchlichen Sozialisation im Siegerland das missionarisch-koloniale Gedankengut kennenlernte, schließlich Lehrer wurde, stand die koloniale Begeisterung in Deutschland auf dem Höhepunkt.

Kein Wunder also, dass er wie viele aus der Lehrerschaft vom Gedankengut der Kolonialverfechter infiziert wurde. Der Lehreranteil war entsprechend hoch in den kolonialen Vereinigungen. 

Robert Kraemer kam 1893 in der Wohnung des Verlegers und in Dortmund seinerzeit sehr bekannten Heimatschriftstellers Karl Prümer in der Münsterstraße mit dessen Bruder Richard in persönlichen Kontakt, der als ‚Ingenieur’ einige Jahre zuvor in Richtung USA ausgewandert und schließlich als Eisenbahn- und Landvermesser einer US-amerikanischen Fruchthandelsgesellschaft im mittelamerikanischen Land Honduras ‚hängengeblieben’ war.

Kraemer und Prümer starteten Auswanderungsprojekt – Ziel: eine deutsche Siedlungskolonie

Auch die Prümers waren schon früh durch ihren Vater, der Pfarrer an der Dortmunder Marienkirche war, über die jährlichen Missionsgottesdienste in persönlichen Kontakt mit Missionaren und deren Arbeitsgebieten gekommen.

Richard Prümer konnte Robert Kraemer dazu bewegen, gemeinsam ein Auswanderungsprojekt zu starten, das die Gründung einer deutschen Siedlungskolonie an der Karibikküste von Honduras zum Ziel hatte, wohlwissentlich, dass dort, an der Mosquitia-Küste, allerdings zuvor schon um 1850 deutsche und noch früher auch britische Siedlungsversuche wegen fehlender Grundvoraussetzungen wie auch dem tropischen Klima kläglich gescheitert waren. 

Neben indigenen Volksstämmen  lebten und leben heute noch in der dünn besiedelten feucht-heißen ‚Mosquitia’ vor allem das Volk der Garifunas, die von Sklaven westafrikanischer Herkunft abstammen.

Der Bananen-Import galt als ein sehr profitversprechendes Zukunftsprojekt

Banenenernte in Mittelamerika (Ansichtskarte um 1910).

In den 1890er Jahren sahen die damals neu entstehenden US-amerikanischen Fruchthandelsgesellschaften im Bananenanbau in Mittelamerika und dem Verkauf der Früchte in die Vereinigten Staaten ein äußerst profitversprechendes Zukunftsprojekt und warben dafür nicht nur in den Vereinigten Staaten um weitere Investoren. 

Den Dortmundern und anderen Deutschen war Ende des 19. Jahrhunderts die Banane allerdings noch wenig oder gar nicht bekannt, da erst 1892 die ersten Lieferungen dieser exotischen Frucht in deutsche Häfen importiert worden waren und überhaupt erst seit 1897 der Bananentransport durch Kühlschiffe in größerem Ausmaß und über größere Entfernungen möglich wurde. 

Dortmund, das in den 1890er Jahren mit 100.000 EinwohnerInnen zahlenmäßig eine Großstadt geworden war, war wie auch das gesamte Ruhrgebiet damals selbst ein Einwanderungsgebiet, da die schnell wachsende Bergbau- und Stahlindustrie viele neue Arbeitskräfte brauchte. 

Industrialisierung sorgte dafür, dass das Ruhrgebiet selbst zum Einwanderungsgebiet wurde

So ist der zeitgenössische Kommentar eines Geschäftsmanns aus der Dortmunder Nordstadt zu Kraemers Auswanderungsgplänen verständlich: „Großer Gott, da gehen die Leute nach Honduras, um Geld zu verdienen, wo es doch in Dortmund mit seinen amerikanischen Zuständen sozusagen auf der Straße liegt!“

Allerdings profitierten in diesen „Gründerzeiten“ nicht alle vom Wirtschaftsboom und daher schien der imaginäre Bananenanbau vielen attraktiv zu sein, nämlich angeblich mit weniger persönlichem Arbeitseinsatz und billigen einheimischen Arbeitskräften schnell wohlhabend zu werden.

Es war damals auch die Zeit, in der die Beschleunigung von Kommunikation und Transport mittels Telegrafen, Unterseekabel und Dampfschiffen seit den 1880er Jahren eine erste Welle der Globalisierung auch für die Deutschen geschaffen hatte.

Der Wettlauf um die Aufteilung der Welt war in vollem Gange

Mit dem persönlichen Regiment Kaiser Wilhelms II. war Deutschland 1890 gänzlich in die imperiale Politik eingetreten. Der Satz von der „zu spät gekommenen Nation“ machte die Runde. Die Kolonialbefürworter glaubten etwas zu versäumen, wenn Deutschland sich nicht wie die anderen europäischen Großmächte rechtzeitig am Wettlauf um die Aufteilung der Welt beteilige.

Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch der Dortmunder Lehrer Kraemer mit seiner These zur Auswanderung: „Kein Volk der Erde ist mehr als das Deutsche zur Kolonisation befähigt“. Dies klingt wie das geschlossene Weltbild der alldeutschen Bewegung, der als Maß aller Dinge das „Deutschtum“ galt.

Kraemer plädierte für eine Einschränkung der Auswanderung nach Nordamerika, da die Ausgewanderten dort in kurzer Zeit ihr deutsches Volkstum aufgeben würden. Deutsche sollten vielmehr in Massen nur dahin auswandern, wo die Möglichkeit künftiger deutscher Staatenbildungen nicht ausgeschlossen sei, weshalb das Deutsche Reich in seinem eigensten Interesse eine solche Politik unterstützen müsste.

Der Traum von einer besseren Zukunft am anderen Ende der Welt

Überwiegend sei „der Kampf ums Dasein, der Wunsch, leichteren und besseren Erwerb zu finden und damit die Zukunft von Weib und Kind sicher zu stellen und vor der Not des Lebens geschützt zu sein“ die Motivation der Auswanderer, jedoch werde der deutsche Auswanderer auch von „Wissensdrang und Forschertrieb, Taten- und Unternehmungslust, Pflicht und Beruf, Patriotismus und Menschenliebe“ hinaus in die Welt getrieben. Letztere Gründe deckten sich mit Kraemers schwärmerischer Weltsicht.

Robert Kraemer hatte zunächst sozusagen als „Pionier“ drei Auswanderer aus seiner Siegerländer Heimat, aus dem heutigen Stadtgebiet von Hilchenbach, angeworben, die erstmals 1893 abenteuerlich und ohne jegliche Fremsprachenkenntnisse über New York und New Orleans an die Karibküste reisten. 

Das Siegerland war Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt zu einem Ab- und Auswanderungsgebiet geworden, als die Modernisierung der Eisen- und Lederindustrie begann, die traditionelle Haubergswirtschaft, von der die Menschen zuvor gelebt hatten, überflüssig zu machen.

In Honduras entstand das Plantagengebiet „Neu-Dortmund“

Wohnsituation der Einheimischen und auch zunächst der Dortmunder Einwanderer an der Karibikküste (Ansichtskarte um 1900)

Nachdem Kraemer von der Schulbehörde eine einjährige Freistellung vom Schuldienst erwirkt hatte, reiste er selbst 1894 mit einer weiteren kleinen Gruppe auswanderungswilliger Siegerländer nach Honduras.

Der Zielort der Auswanderer, das künftige Plantagengebiet „Neu-Dortmund“, lag an der Mündung des Flusses und der gleichnamigen Eingeborenen-Siedlung „Tocomacho“ in der Nähe der von der US-amerikanischen Burchard-Fruchtkompanie gegründeten Küstensiedlung „Port Burchard“.

Die wenigen deutschen Einwanderer begannen dort zu roden und zu pflanzen; nach einigen Monaten konnten sie auch schon mit dem Ernten und Verschiffen von Bananen beginnen, wozu sie auf die Hilfe der einheimischen schwarzen Bevölkerung, die Garifunas, angewiesen waren. 

Kraemer kehrte nach einem Jahr nach Dortmund zurück und warb in der Folgezeit mit gut besuchten Vorträgen und später gar mit dem Druck einer eigenen Werbebroschüre für die Auswanderung nach Honduras und die Siedlung „Neu-Dortmund“.

Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen halten Kraemer und Prümer an ihrem Vorhaben fest

Er schilderte die Verhältnisse in Honduras in leuchtenden Farben und seine Erzählungen von der neuen Heimat wirkten so überzeugend, dass sich in Dortmund – wohl auf Initiative der Nordstadt-Lehrerschaft der Lutherschule – sogar noch eine Gesellschaft gebildet hatte, die Kraemer mit Geld zwecks Anlage einer großen Plantage ausstatten wollte.

Allerdings hatte sich Mitte der 1890er Jahre die Wirtschaftslage in Amerika und damit auch die Ausgangslage für das Kolonie-Projekt in Mittelamerika in der Zwischenzeit gravierend verändert. Die US-amerikanische Fruchthandelskompanie war infolge der ersten großen Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten von 1893 in Konkurs geraten; somit brachen die begonnenen Infrastrukturmaßnahmen und Bananentransportmöglichkeiten von Honduras in die USA zusammen.

Trotzdem beharrten Kraemer und auch Prümer „starrsinnig“ auf der Verwirklichung ihres Kolonieprojektes und im Winter 1896 reisten dann 14 weitere Personen, diesmal vorwiegend aus dem Dortmunder Raum bzw. aus dem Ruhrgebiet, mit ihm nach Honduras aus. 

Die realen Verhältnisse sorgen schnell für Ernüchterung bei den Neuankömmlingen

Allerdings waren diese angeworbenen Auswanderer, die sich nicht gerade aus kapitalstarken Geschäftsleuten und Landbau-Kundigen sondern aus mäßig begüterten Kaufleuten, Bürogehilfen, Bergleuten, Arbeitern, Knechten und z. T. sehr jungen Leuten zusammensetzten, von den vorgefundenen Verhältnissen alles andere als begeistert.

Bei einem Teil der Einwanderer, die aus dem städtisch-industriell geprägten Ruhrgebiet kamen, trat schnell eine große Ernüchterung ein, als sie ihr „Traumland“ Neu-Dortmund an der Mündung des Tocomacho-Flusses endlich erreicht hatten. 

Sie fanden noch keine geordnete Siedlung vor, sondern eine „naturdominierte“, fast unberührte tropischen Küsten- und Niederungslandschaft, an der Küste durchsetzt von hüttengeprägten Kleinsiedlungen.

Rückkehrer starteten öffentliche Kampagne gegen Kraemer

Unter den Dortmunder Einwanderern gab es Personen, die die in der Kolonialwelt öfter vorherrschende Illusion gehabt hatten, dass die einheimische Küstenbevölkerung für ein paar wertlose Ringe arbeiten würde, dass die Weißen überhaupt nicht zu arbeiten bräuchten und es in ein paar Jahren zum Millionär bringen und sich „eine Villa am Hellweg“ bauen zu können. 

Die Dortmunder „Arbeiterzeitung“ schrieb später, dass diese Auswanderer „wahrscheinlich auch zu jener Spezies der deutschen Spießbürger gehören, die eine gehörige Portion Kolonialschwärmerei zu den obligaten Tugenden eines deutschen Patrioten zählt.“

Während einige der Auswanderer begannen, sich als Pflanzer zu erproben, kehrte eine anderer Teil umgehend wieder nach Dortmund zurück und begann hier eine öffentliche Kampagne gegen Robert Kraemer als Initiator des Auswanderungsprojektes.

Es kam zu Prozessen vorm Landgericht, die mit Freispruch endeten 

Einer der zahlreichen Artikel zu den Verhandlungen gegen den Dortmunder Lehrer Robert Kraemer (General-Anzeiger vom 11.November 1898)

Zur gleichen Zeit wurde in Deutschland – vielleicht verursacht durch das Bekanntwerden des Neu-Dortmund-Projektes über die nationale Presse – ein Auswanderungsgesetz diskutiert und schließlich verabschiedet. Allerdings war die deutsche Auswanderungsbewegung damals, als jährlich kaum noch mehr als 25.000 Menschen Deutschland verließen, kein Massenphänomen mehr. 

Gegen den Kolonialbefürworter Kraemer kam ein Gerichtsverfahren tragischerweise zu dem Zeitpunkt in Gang, als die deutsche ›Großmachtpolitik Wilhelms II. 1897 die Erweiterung der deutschen Kolonialinteressen intensiv mit dem berühmt gewordenen Ausspruch des Staatssekretärs von Bülow von „einem Platz an der Sonne“, u. a. auch in der Karibik, geforderte hatte. 

Robert Kraemer mußte sich nach Ablauf seines zweiten Schul-Urlaubs in zwei Prozessen vor den Landgerichten Dortmund und Bochum, die sowohl umfangreiche Presseberichte und Gesprächsstoff lieferten als auch im übrigen Deutschen Reich besonders bei den deutschen ‚Kolonial-Fachleuten’ nicht unbeachtet blieben, wegen leichtfertiger „Verleitung zur Auswanderung“ verantworten; er wurde 1898 zunächst als schuldig verurteilt, dann in der Berufung jedoch freigesprochen, weil er keine „gewerbsmäßige Verlockung zur Auswanderung“ praktiziert habe.

Die Garifuna-Siedlung existiert noch heute

Kraemer, der wie viele andere Auswanderer an der Karibikküste an der Malaria erkrankte, kehrte nicht wieder nach Honduras zurück, sondern starb schon 1901 in seiner alten Heimat in der Nähe seiner noch minderjährigen Kinder. Richard Prümer war schon zuvor 1899 in Honduras „ein Opfer des Klimas geworden“.

Nur einige wenige deutsche Siedler blieben mehrere Jahre in Tocomacho (heute „Tocamacho“) bzw. „Neu-Dortmund“, das es unter letzterer Bezeichnung jedoch nie als Eintrag auf eine Landkarte geschafft hatte.

Die Garifuna-Siedlung existiert trotz immer wiederkehrender tropischer Hurrikanstürme noch heute. Nach dem Tode des letzten dort ansässigen Deutschen 1953 lebten und arbeiteten in den Garifuna-Küstensiedlungen – jedoch unter anderen Vorzeichen und Absichten – für eine begrenzte Zeit vor einigen Jahren noch einmal Deutsche als MitarbeiterInnen des Deutschen Entwicklungsdienstes.

Ausführliches Buch zum Thema vom ehemaligen Stadtarchivar Hermann J. Bausch

Den Bananenanbau in Honduras inclusive Transport und Vermarktung hatten die US-amerikanischen Fruchtgesellschaften, die heute noch als Bananenimperien „Chiquita“ und „Dole“ weiterleben, nach 1900 in großem Stil als Monopol mit entsprechender wirtschaftlicher und politischer Beeinflussung bzw. Bevormundung und Erpressung der mittelamerikanischen Regierungen übernommen, so dass seit den 1930er Jahren gewöhnlich korrupte mittelamerikanische Länder als ‚Bananenrepubliken’ beschrieben und negativ abgestempelt wurden.

Dass Honduras auch aktuell wegen seiner korrupten Staatsstruktur und Wirtschaftsoligarchie und damit einhergehend seiner Armutsauswanderung in die Vereinigten Staaten in den Schlagzeilen steht, hängt auch mit der historischen ‚Erblast’ der US-amerikanischen Bevormundung, Einflussnahme und wirtschaftlichen Vorteilsnahme zusammen.

HINWEIS:
Wer mehr über „Neu-Dortmund“ in Honduras erfahren möchte sei hingewiesen auf die neu erschienene Arbeit vom ehemaligen Stadtarchivar Hermann J. Bausch: »Neu-Dortmund« in Honduras. Deutsche Kolonialschwärmerei und Bananenanbau an der Mosquitoküste oder: Die Sucht, schnell und bequem reich zu werden – in den Beiträgen zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Band 109 von 2019, erhältlich im Buchhandel oder einsehbar im Stadtarchiv.
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