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Nach über einem Jahr Vorbereitung präsentiert die Ausstellung „Mein Dortmund“ seltene, geliehene Liebhaberstücke im MKK

Menschen aus Dortmund präsentieren bei der Ausstellung „Mein Dortmund“ ihre Lieblingsstücke, die sie mit der Stadt verbinden. Sie ist ab Samstag im MKK in der Innenstadt zu sehen, der Eintritt ist kostenlos.

Von Joachim vom Brocke

Das waren Zeiten! Neubürger*innen in Dortmund erhielten 1954 von der Stadt ein Besteck als Willkommensgeschenk überreicht. Zu sehen sind dieses Besteck und viele weitere Exponate in der Ausstellung „Mein Dortmund. Eingetütet, ausgepackt und ausgestellt“, die von Samstag, den 14. März 2020, bis Frühjahr 2021 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) an der Hansastraße zu sehen sein wird. Der Eintritt ist kostenfrei. Die für Freitag vorgesehene offizielle Eröffnung durch OB Ullrich Sierau zusammen mit dem Journalisten und Dortmund-Kenner Hans Leyendecker, der die Patenschaft für das Ausstellungsprojekt übernommen hat, ist der Corona-Krise zum Opfer gefallen.

Rund 150 Dortmunder*innen haben mitgemacht und ihr Stück Dortmund verliehen

Über ein Jahr haben die Vorbereitungen für die Ausstellung gedauert. 150 Dortmunder*innen packten ihr Stück Dortmund in eine vorbereitete Tüte und beteiligten sich so an der Mitmach-Ausstellung „Mein Dortmund“. 

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Ausstellungsleiterin Astrid Wegner und Direktor Dr. Jens Stöcker mit den Tüten zu "Mein Dortmund" Foto: Angelika Steger

Ausstellungsleiterin Astrid Wegner und Direktor Dr. Jens Stöcker mit den Tüten zu „Mein Dortmund“ Foto: Angelika Steger/Archiv

Astrid Wegner, Projektleiterin Stadtlabor am MKK, freute sich über die Vielzahl von interessanten Leihgaben. Sie sind auf allen vier Etagen des Museums zu sehen. Das Angebot reicht vom Kleidungsstück bis zum Liebeslied, vom Weltmeisterrad bis zum Eisbecher. 

An über 140 Stationen sind die persönlichen Gegenstände, Bilder, Texte und Geschichten zu sehen. Der jüngste Stifter ist acht Jahre alt, die ältesten Leihgeber*innen über 80 Jahre. Ergänzt wird das Angebot mit Schätzen aus den eigenen Museumsbeständen.

Die zur Verfügung gestellten Objekte berühren Themen wie Mobilität, Strukturwandel, Arbeit, Freizeit, Kunst und Kultur, den BVB und andere Liebe(n), Sport, aktuelle und vergangene Kinderkrankheiten, Jugend, Stadtbild und Baupolitik. 

Außergewöhnliche und seltene Exponate: Schlagloch-Rest von der B 1

Barbara Meese zum Beispiel stellte den Asphalt-Rand eines Schlagloches auf der B 1 zur Verfügung, den sie „einfach mal aufgesammelt“ hat. Von der Bürgerinitiative, die das ehemalige Museum am Ostwall vor dem Abriss rettete, gab es ein Bodenfragment aus dem Haus. 

Ein Stück Asphalt aus einem Schlagloch auf der B 1 steuerte Barbara Meese bei. Foto: Roland Gorecki

Zu den aktuellsten Stücken gehören Erinnerungen an die erste bundesweite Konferenz der „Fridays for future“-Bewegung im letzten Sommer oder das Redemanuskript von Bundespräsident Hans Walter Steinmeier zur Eröffnung des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2019.

Oder Howard Cohen, seit vielen Jahren Querflöten-Lehrer an der TU Dortmund, stellte ein Instrument mit viereckigen statt runden Knöpfen zur Verfügung. Ein seltenes Exemplar. Sportlich-ruhmreich präsentiert sich die Rotunde. Hier gibt es unter anderem das Nationaltrikot der Leichtathletin und ehemaligen Weltmeisterin Annegret Richter zu sehen. Ein Rennrad erinnert an die Bedeutung Dortmunds als Radsportstadt und ehemaligen Standort des für viele legendären und beliebten Sechs-Tage-Rennens in der Westfalenhalle.

Lieblingsworte wie der Botanische Garten Rombergpark kommen in der Ausstellung „Mein Dortmund“ ebenso vor wie der Westfalenpark und das U. Aber auch das beliebte Café Strickmann in der Wißstraße fehlt nicht mit Kristallporzellan oder einem Tortenzettelchen, das von einer ehemaligen Dortmunderin, die jetzt in Berlin lebt, leihweise zur Verfügung gestellt wurde. Dass der BVB und das Fußballmuseum einen breiten Raum in der Ausstellung einnehmen, ist klar.

Alte Sparkassen-Halle war früher ein beliebter Heiratsmarkt

Eine Querflöte mit viereckigen statt runder Knöpfe stellte Howard Cohen, langjähriger Flötenlehrer an der TU Dortmund vor. Foto: Roland Gorecki

In dem heutigen Museumsgebäude an der Hansastraße, 1924 vom Architekten Hugo Steinbach erbaut, befand sich bis zur Museumseröffnung 1983 die Sparkasse.

Die alte Kassenhalle, die heutige Rotunde, war damals ein beliebter Heiratsmarkt. Mindestens sechs Ehen wurden geschlossen, nachdem sich die Partner in der Sparkasse kennengelernt hatten, wusste Astrid Wegner. 

Eine Ehemalige stellte für die Ausstellung ihr Kleid aus jenen Jahren zur Verfügung. Vielleicht sogar ein sanfter Hinweis darauf, dass das heutige Museum von Paaren gerne zur Ambiente-Trauung genutzt wird.

Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker freut sich darüber, dass die Stadtgeschichte um zahlreiche Positionen und Blicke aus unterschiedlichen Perspektiven auf Dortmund erweitert werden kann und denkt daran, dieses Projekt auf jeden Fall weiter zu führen.

 

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Weitere Informationen:

Die Ausstellung kann ab Samstag besichtigt werden. Geöffnet ist das Museum dienstags, mittwochs, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 11 bis 20 Uhr. Montags ist geschlossen.

Der Eintritt ist frei.

www.mkk.dortmund.de

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