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Zeige mir Dein Dortmund! MKK ruft alle BürgerInnen auf, eine Ausstellung mit ihren Lieblingsstücken mitzugestalten

Ausstellungsleiterin Astrid Wegner und Direktor Dr. Jens Stöcker mit den Tüten zu "Mein Dortmund" Foto: Angelika Steger

Ausstellungsleiterin Astrid Wegner und Direktor Dr. Jens Stöcker mit den Tüten zu „Mein Dortmund“. Sie dienen den OrganisatorInnen als Türöffner, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Fotos: Angelika Steger

von Angelika Steger

Eine hellbraune Papiertüte mit der Aufschrift „Mein Dortmund“ in 20 verschiedenen Sprachen in roter und weißer Schrift. Eine Tragetasche vom Dortmund-Merchandise-Laden? Nein, in dieser Tüte landen keine Fan-Artikel, sehr wohl aber Dinge, die mit der Stadt zu tun haben. Alle BürgerInnen sind dazu aufgerufen, ihr eigenes, persönliches Stück Dortmund zu zeigen.

Objekte müssen nicht in die Tüte passen und können sehr verschieden sein

Die Tüte mit dem Aufdruck in verschiedenen Sprachen.

Vor allem die Aktion des Stadtmuseums am Markt in Wiesbaden „Geben Sie uns Ihr Lieblingsstück Wiesbaden“ hatte laut Wegner großen Anklang gefunden. Nun können alle DortmunderInnen zeigen, was ihnen an ihrer Stadt wichtig ist oder was sie mit ihrem Wohnort verbinden.

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Die 6.000 hellbraunen Tragetaschen liegen an 30 Stellen in Dortmund aus; in den Museen wie dem Brauereimuseum, dem Dortmunder U oder der Volkshochschule und der Musikschule. „Die Tüte ist unser Türöffner, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagt der Direktor des Museums für Kunst und Kultur (MKK), Dr. Jens Stöcker.

Auch die Moscheeverbände, Kirchen und der Integrationsrat seien mit einbezogen worden. Von der Auslage der Tüten im Westfalen-Kolleg, in dem junge Erwachsene mit Berufsabschluss ihr Abitur absolvieren, erhofft man sich Beiträge als Bewegtbild.

Das kommt mir in die Tüte! So kann man bei der Aktion „Mein Dortmund“ mitmachen

Ganz gleich, ob ein Bierglas, ein Geschirrtuch, ein Buch, Kleidungsstück oder Sportgerät: was man mit Dortmund verbindet, kann eingetütet werden, damit es das MKK auspacken und ausstellen kann. Filme, die auf USB-Stick oder SD-Karten gespeichert sind, können während der Museums-Öffnungszeiten vorbeigebracht und auf den im Foyer bereitgestellten Rechner kopiert werden.

Dabei muss das Lieblingsstück von Dortmund nicht in die Tüte passen. Kuratorin Astrid Wegner: „In den vergangenen Ausstellungen in Wiesbaden oder Karlsruhe war auch ein Leiterwägelchen mit dabei.“ Die LeihgeberInnen, die Alteingesessene oder Zugezogene oder Zurückgekehrte sein können, füllen außerdem ein Formular zu ihrem Lieblingsobjekt aus.

Damit wird erklärt, was und weshalb man diesen Gegenstand mit ihrer/seiner Stadt verbindet. Wer nicht möchte, dass sein Name in der Ausstellung genannt wird, kann dies ebenfalls angeben. Die Tüten können dann im Foyer des MKK zu festen Zeiten oder nach telefonischer Absprache abgegeben werden. Die erste Sammelaktion endet am 30. Juni, weitere werden folgen (s.u.).

Museum will sich erneuern: BürgerInnen sollen durch ihre Leihgaben ihr Museum mitgestalten

Die LeihgeberInnen füllen ein Formular zu ihrem Lieblingsobjekt aus.

Direktor Dr. Jens Stöcker bezeichnet diese Aktion als „Link in die Alltagswelt der Menschen.“ „Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte liegt so zentral, dass man es niederschwellig nutzen kann.“ Die Tüte solle weit aufgemacht werden, um das Museum mit Gegenständen zu füllen, die den Menschen wichtig sind“ ergänzt Stöcker.

Die BürgerInnen gestalten somit ihr eigenes Museum mit. Man wolle sich auch den bisherigen Nicht-BesucherInnen öffnen. Das Museum könne als Wissensspeicher in die Köpfe der Menschen kommen, davon sind die Kuratorin und der Direktor des MKK überzeugt.

Viele subjektive Dimensionen und Kontextualisierungen von Objekten würde man in den nächsten Monaten kennenlernen. Das Museum wird die Lieblingsobjekte der DortmunderInnen dann sortieren, ggf. Zusammenhänge erkennen und Objekte gemeinsam ausstellen.

„Die Leute erzählen uns was, wir bieten dafür die Plattform“, sagt Astrid Wegner. Dass dies eine Gratwanderung sein kann, ist Direktor Stöcker und Kuratorin Wegner klar: Wenn es sich z. B. um eine sehr persönliche Geschichte handelt, die mit dem Gegenstand verbunden ist, muss man abwägen, ob diese öffentlich in einer Ausstellung zu sehen sein soll.

Ausstellungseröffnung voraussichtlich im Herbst dieses Jahres

Wann die Ausstellung eröffnet werden kann, ist noch nicht sicher; Astrid Wegner rechnet im Herbst 2019 damit. Alle eintreffenden Lieblingsobjekte müssen geprüft werden, ob sie zur Ausstellung passen und in einen Kontext zu anderen Teilen gesetzt werden können.

Eine Herausforderung wird es auf jeden Fall werden. „Eine Kategorienbildung ist erst möglich, wenn wir eine Übersicht zu allen Lieblingsstücken von Dortmund haben“, sagt Astrid Wegner. Man darf gespannt sein, welche Gegenstände und Geschichten Dortmund für die BürgerInnen ausmacht.

Sehr dankbar sei man der VHS und den Universitäten Heidelberg und Frankfurt, die bei der Übersetzung der Tüten-Aufschrift „Mein Dortmund“ geholfen haben. Eine Ausstellung, die nicht nur von der Museumsleitung konzipiert wurde: denn Kulturgeschichte handelt von der Alltagsgeschichte der Menschen, nicht vom Lebenslauf eines Königs oder Ministers.

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Weitere Informationen:

  • www.dortmund.de/MKK
  • Abgabezeiten für die Tüten mit den persönlichen Lieblingsstücken: Mittwoch 13.30 Uhr bis 16 Uhr, Donnerstag 17 Uhr bis 19.30 Uhr, Freitag 10Uhr bis 12 Uhr. Eine Annahme ist auch außerhalb dieser Zeiten nach telefonischer Absprache möglich.
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