Basierend auf der Publikation „Worauf wir uns beziehen können“

MKK-Schaufenster-Ausstellung beleuchtet das postmigrantische Ruhrgebiet

Im Zentrum der Ausstellung steht die zum Jahreswechsel erschienene Publikation „Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016 – 2021“. Die Ausstellung vermittelt Einblicke und Perspektiven aus dem und für das postmigrantische Ruhrgebiet. Foto: Stadt Dortmund

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund öffnet seine Schaufenster erstmals für eine Ausstellung: Bis zum 6. Juni 2022 zeigt das Museum „Worauf wir uns beziehen können“. Zu sehen, zu lesen und zu hören gibt es Einblicke und Perspektiven aus dem und für das postmigrantische Ruhrgebiet.

„Das Buch ist eine Reise in eine Zukunft, die schon längst da ist.“

In Dortmund wie im Ruhrgebiet ist die Migrationsgesellschaft der Normalfall. Seit Beginn der Industrialisierung haben Menschen mit Migrationsgeschichte hier unzählige Initiativen, Strukturen und Selbstorganisationen gegründet, Orte bespielt oder künstlerische Arbeiten produziert.

Kurator der Ausstellung Fabian Saavedra-Lara Foto: Anneke Dunkhase

Sie erarbeiten seit Jahrzehnten Wege der Selbstermächtigung, der Emanzipation, des Empowerments und des Widerstands gegen Diskriminierung und rassistische Gewalt und zeigen diese auf.

Im Zentrum der Ausstellung steht die zum Jahreswechsel erschienene Publikation „Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016 – 2021“.

In Essays, Gesprächen, Kommentaren, Erinnerungen, Zukunftsentwürfen von Künstler:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen und einem eigens entstandenen fotografischen Essay geraten die sogenannten interkulturellen Ränder ins Zentrum.

„Das Buch ist eine Reise in eine Zukunft, die schon längst da ist“, sagt Kurator Fabian Saavedra-Lara. „Es ist grundsätzlich pluralistisch und gibt der Gesellschaft der Vielen eine Stimme“.

Besucher:innen wird empfohlen, ein Smartphone und Kopfhörer mitzubringen

Für die Ausstellung im Schaufenster des MKK wurden einige Texte aus der Publikation eingelesen. Die Audiodateien können über QR-Codes geöffnet und auch online abgerufen werden (https://bit.ly/36L82ZY).

Marisa Alvarez und Josué Partida werden die Gäste zur Ausstellungseröffnung musikalisch unterhalten. Foto: Borsig11

Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien von Fatih Kurçeren und ein Lichtobjekt von Kinan Hloubi. Besucher:innen wird empfohlen, ein Smartphone und Kopfhörer mitzubringen.

Die Ausstellung öffnet am Samstag, 30. April um 16 Uhr mit einem Gespräch zwischen Claudia Wagner, Leiterin der Bildung und Vermittlung am MKK und dem Kurator Fabian Saavedra-Lara. Marisa Alvarez und Josué Partida, die als Initiator:innen des „Fest der Toten Dortmund“ mit einem Interview im Buch vertreten sind, sorgen für die musikalische Begleitung.

Die Ausstellung ist eine Kooperation von atelier automatique aus Bochum und Interkultur Ruhr. Nach der Premiere in Bochum ist die Präsentation im Museum für Kunst und Kulturgeschichte ihre zweite Station.

Hintergrund zum Projekt Interkultur Ruhr

Seit 2016 arbeitet und forscht Interkultur Ruhr, getragen vom Regionalverband Ruhr (RVR), an Formen einer diversen Gemeinschaft im Ruhrgebiet – in künstlerischen Kooperationen, mit Netzwerkaktivitäten und einem Förderfonds.

Bild der Schaufensterausstellung im atelier automatique in Bochum. Foto: Guido Meinke

Zum Abschluss der ersten sechs Jahre Programmarbeit von Interkultur Ruhr erschien die Publikation „Worauf wir uns beziehen können“, in der die Herausgeber:innen (Johanna-Yasirra Kluhs, Fabian Saavedra-Lara, Aurora Rodonò und Nesrin Tanç) und die beteiligten Autor:innen ein Panorama der postmigrantischen und postkolonialen Kulturlandschaft des Ruhrgebiets entwerfen.

Interkultur Ruhr ist ein Nachfolgeprojekt des Programmbereichs „Stadt der Kulturen“ der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 und Teil der Nachhaltigkeitsvereinbarung zwischen dem RVR und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Zur Publikation
Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016-21, herausgegeben von Johanna-Yasirra Kluhs, Aurora Rodonò, Fabian Saavedra-Lara und Nesrin Tanç für Interkultur Ruhr, Strzelecki Books, Köln 2021. Arabisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Portugiesisch, Romanes, Serbokroatisch, Spanisch, Türkisch, 320 Seiten, 25 Euro.

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Reaktionen

  1. Die Arbeiterkneipe als Trinkort: Vortrag im MKK Dortmund (PM)

    Die Kneipe war im 19. Jahrhundert zentral für Menschen aus dem Arbeiter:innen-Milieu. Sie war ein alltäglicher Raum der Kommunikation, konnte eine Vermittlungsstelle für Arbeit sein und war ein Ort der Erholung und der Freizeit.

    Für die Arbeiterklasse hatte die Kneipe eine politische Bedeutung; konspirative Treffen und sozialdemokratische Feiern wurden dort abgehalten. Nicht zuletzt wurde in der Kneipe auch Alkohol konsumiert; sie war ein bedeutender Trinkort.

    In einem Vortrag am Mittwoch, 18. Mai, 19 Uhr spürt die Historikerin Dr. Mareen Heying (FernUniversität Hagen) den verschiedenen Bedeutungen der Kneipe für das Arbeiter:innen-Milieu nach und fragt nach der Relevanz der Kneipe im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Eintritt ist frei.

    Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt.

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