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Mit dem Projekt „NOX Block“ werden Ladestationen für E-Mobilität in die Straßenbeleuchtung von Dortmund integriert

VertreterInnen der beteiligten Partner bei der Einweihung der ersten Ladestation in Dortmund. Durch das Projekt sollen in den nächsten Jahren bis zu 400 zusätzliche Stationen in der Stadt entstehen. Foto: Torsten Tullius/Dortmund Agentur

Im Dortmunder Kaiserstraßenviertel wurde an der Lippestraße der erste Ladepunkt des Projekts „NOX-Block“ in Betrieb genommen. Mit dem ambitionierten Zukunftsprojekt haben sich die Städte Dortmund, Schwerte und Iserlohn zusammen mit den städtischen Versorgern, dem Unternehmen Ubitricity sowie den Universitäten Dortmund und Wuppertal zum Ziel gesetzt, die Stickoxidwerte im Ballungsgebiet zu verringern und Elektromobilität zu fördern. Sie bringen die Ladeinfrastruktur dorthin, wo die Menschen wohnen und parken, um die E-Mobiltät weiter zu fördern und die Bedingungen zu attraktivieren und somit die Luftbelastungen der Innenstädte zu reduzieren.

Projektstart im Kaiserviertel – 400 Ladepunkte sollen bis 2022 installiert werden

Durch das Projekt sollen 400 neue Ladestationen entstehen. Archivbild: Alex Völkel

Bis 2022 sollen vor diesem Hintergrund bis zu 400 Ladepunkte in die bestehende Straßenbeleuchtung im öffentlichen Raum in Dortmund integriert. Zielgruppe sind insbesondere Privatpersonen, die keine Lademöglichkeit auf dem eigenen Grundstück haben oder als „Straßenparker“ im öffentlichen Raum parken.

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Bei der Standortwahl liegt der Fokus deshalb auf verdichteten Wohngebieten mit Nähe zu öffentlichem Nahverkehr. Zusammen mit dem „Smart Cable“, einem Kabel mit integrierter Messtechnik, können zukünftig an allen umgebauten Straßenlaternen E-Fahrzeuge geladen werden.

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, begrüßt die Inbetriebnahme des ersten Ladepunktes: „Es freut mich, dass wir mit dem Förderprojekt NOX-Block die Rahmenbedingungen für die Verbreitung der E-Mobilität in Dortmund und der Region weiter verbessern. Denn nur mit gut ausgebauter Ladeinfrastruktur kann die Elektrifizierung des Individualverkehrs nachhaltig gelingen. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.“

Ziele sind die Attraktivierung der E-Mobilität und Reduktion von Stickoxiden 

Die Installation ist kostengünstig, das Projekt nutzerorientiert.

Das Projekt ist nur ein Teil einer kommunalen Lösungsstrategie, um E-Mobilität attraktiver zu machen. Auch Ladesäulen anderer Anbieter befinden sich im Aufbau. Wissenschaftlich begleitet wird der Aufbau von der TU Dortmund sowie der Bergischen Universität Wuppertal, die Auswirkungen auf das Stromnetz und lokale Stickoxid-Emissionen untersuchen. Das Projekt wird von der Bundesregierung im Sofortprogramm „Saubere Luft“ mit ca. 10 Millionen Euro gefördert.

„Low-Cost-Ladeinfrastruktur ist die quasi private Ladeinfrastruktur in dicht besiedelten Quartieren. Für einen effizienten Ausbau sind intelligente und digitale Lastmanagementsysteme essentiell, da Energiemengen bedarfsgerecht verteilt und potentille Stromnetzüberlastungen verhindert werden können“, sagt Patrick M. Berg von der TU Dortmund.

Die Grenzwerte der Stickoxidkonzentrationen in der Atemluft werden in allen deutschen Ballungsräumen nach wie vor überschritten. Besonders problematisch sind Räume, die mehrere Zentren mit starken Pendlerströmen aufweisen. Die Geschäftsführerin der DEW21 sieht in dem Projekt einen innovativen und kostengünstigen Schritt zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs im Sinne der NutzerInnen.

„Durch die Integration in die Straßenbeleuchtung bieten wir den BürgerInnen deutlich mehr Lademöglichkeiten, insbesondere für Straßenparker“, so Heim. Durch die Steigerung der Attraktivität der E-Mobilität werde die Nutzung auf lange Sicht gesteigert, was wiederum die Luftbelastung durch Stickoxide auf lange Sicht senken werde.

Projekt dient den beteiligten Universitäten als Forschungsrahmen

Viele Nutzfahrzeuge der Stadt sind mittlerweile elektrisch. Foto: Anja Kador

„Das NOX-Block Projekt liefert einen Forschungsrahmen, um das Minderungspotential der Stickoxide in der Luft in den kommenden Jahren abzuschätzen, so dass ermittelt wird welchen Beitrag Elektromobilität zur Verbesserung der Luftqualität leisten kann“, ergänzen Juliane Rösing und Christian Möller von der Uni Wuppertal.

Die Elektrifizierung des Pkw-Verkehrs trägt dazu bei, die lokalen Stickoxid-Emissionen zu verringern und somit Luftqualität zu verbessern. Das Projekt ist eingebettet in die Smart City-Strategie der Stadt Dortmund, die Koordination ist im Chief Information/Innovation Office angesiedelt. Insgesamt sollen innerhalb des Projekts bis zu 680 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Raum aufgebaut werden.

„Das Besondere an unserer Lösung ist, dass wir in der Lage sind, Ladepunkte überall dort aufzubauen, wo die Menschen wohnen und parken. Dies geschieht schnell, kostengünstig, einfach und nachhaltig. Indem wir die NutzerInnen, in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen, leisten wir gleichzeitig einen echten Mehrwert für den Ausbau der Elektromobilität“, so der Technische Direktor des Unternehmens Ubitricity.

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