Hochstapler gibt sich als Psychotherapeut und Hypnosearzt aus

Kurioser Fall um falschen Arzt wird ab Dienstag am Landgericht Dortmund verhandelt

Insgesamt 149 selbstständige strafbare Handlungen werden dem Angeklagten vorgeworfen. Unter anderem soll er Berufsbezeichnungen missbraucht und sich als Psychotherapeut und Hypnosearzt ausgegeben haben. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Das Landgericht Dortmund befasst sich am Dienstag (18. Januar 2022) mit einem kuriosen Fall, der, wenn man die Anklagevorwürfe liest, stark an die Geschichte des amerikanischen Hochstaplers Frank Abagnale erinnert, dessen Lebensgeschichte Steven Spielberg in seinem Werk „Catch me if you can“ auf die Kinoleinwand brachte. Dem 1972 geborenen Angeklagten wird eine Straftat nach dem Gesetz gegen Doping im Sport vorgeworfen. Hierbei soll er unter anderem Berufsbezeichnungen missbraucht und sich beispielsweise als Psychotherapeut oder Hypnosearzt ausgegeben haben. Weitere Vorwürfe sind Urkundenfälschung, gefährliche Körperverletzung, versuchte Freiheitsberaubung, Betrug und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz.

Missbrauch von Berufsbezeichnungen und mehrfache Urkundenfälschung

Vor dem Landgericht Dortmund wird der Fall verhandelt.
Vor dem Landgericht Dortmund wird der Fall verhandelt. Foto: Leopold Achilles für Nordstadtblogger

Insgesamt werden dem Angeklagten 149 selbstständige strafbare Handlungen vorgeworfen, die er im Zeitraum von Juni 2011 bis Mai 2016 in Dortmund begangen haben soll. In den Jahren 2014 und 2015 soll er Abiturzeugnisse für Dritte zur Einschreibung an der Ruhr-Universität in durch Numerus-Clausus begrenzte Studiengänge gefälscht haben.

Gegenüber Mitarbeiter:innen der Elisabethklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dortmund-Aplerbeck soll er sich ebenfalls 2015 als Psychotherapeut ausgegeben und behauptet haben, einen damals Elfjährigen in dieser Funktion zu behandeln.

Darüber hinaus soll er dem Jungen in einer Sitzung des Betreuerteams der Klinik die Eigenschaften eines Soziopathen attestiert und bei einer Gelegenheit gegenüber der Klinik die Einweisung des Jungen in eine geschlossenen Einrichtung angeraten haben.

Angeklagter soll 7.400 Euro für nicht erbrachte Nachhilfestunden abkassiert haben

Außerdem habe er sich in der Zeit von 2013 bis 2016 in einer Arztpraxis als auf Hypnosebehandlung spezialisierter Arzt ausgegeben und Patient:innen gegen Entgelt behandelt. Ebenfalls unter der Vortäuschung er sei Arzt, soll er im Mai 2016 zehn Ampullen Testosteron Depot in einer Apotheke erworben haben.

Von 2011 bis 2015 soll er außerdem insgesamt 7.400 Euro für Nachhilfestunden abgerechnet haben, die nie erbracht worden seien. Am Dienstag startet nun der Prozess gegen Markus Oliver T.. Angesichts der Fülle von 149 Tatvorwürfen sind bereits Folgetermine bis in den April geplant.

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