Klinikum Dortmund begrüßt neues Screening für Lungenkrebsfrüherkennung: „Kann Leben retten“

Neue Kassenleistung für langjährige Raucher:innen seit April 2026

Mitarbeiterin der Radiologie mit einem Patientin vor einer Computertomographie
Langjährige Raucherinnen und Raucher können seit dem 1. April ein kostenloses Lungenscreening pro Jahr als Kassenleistung erhalten. Foto: Benedikt Ziegler/Klinikum Dortmund

Lungenkrebs zählt zu den aggressivsten Tumorarten überhaupt und verursacht jährlich zehntausende Todesfälle in Deutschland. Seit dem 1. April 2026 können Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren ein kostenloses Lungenscreening als Kassenleistung in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und damit die Behandlungschancen zu verbessern. Das Klinikum Dortmund begrüßt die Einführung des Screenings.

Neue Kassenleistung soll Früherkennung deutlich verbessern

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen. In Deutschland werden jährlich rund 60.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, etwa 45.000 Menschen sterben pro Jahr daran. Insbesondere bei Frauen nimmt die Erkrankung deutlich zu. Auf eine Stadt wie Dortmund heruntergerechnet sind das rund 450 Diagnosen jährlich.

„Hinter diesen Zahlen steckt ein großes Leid. Nach wie vor sterben die meisten Menschen an dieser Erkrankung“, sagt Prof. Dr. Georg Nilius, Direktor der Lungenklinik am Klinikum Dortmund. Der Experte begrüßt deshalb, dass Raucher:innen im Alter von 50 bis 75 Jahren seit dem 1. April ein kostenloses Lungenscreening pro Jahr als Kassenleistung bekommen können.

„Rauchen ist nach wie vor das Hauptrisiko für eine Lungenkrebserkrankung. Das Risiko steigt mit der Dauer des Konsums“, erklärt Prof. Dr. Nilius. Voraussetzung für die Teilnahme ist neben dem Alter ein starker Zigarettenkonsum von mindestens 15 „Packungsjahren“. Diese Kennzahl beschreibt, wie viel jemand über längere Zeit geraucht hat: Wer etwa 15 Jahre lang täglich 20 Zigaretten raucht, erreicht 15 „Packungsjahre“, bei halb so vielen Zigaretten entsprechend etwa siebeneinhalb.

Computertomografie erkennt Krebs im frühen Stadium

Im frühen Stadium verursacht Lungenkrebs kaum Schmerzen. Ziel des Screenings ist es, mithilfe der Computertomografie (CT) Lungenkrebs schon im frühen Stadium zu erkennen. Die Untersuchung wird mit einem besonders strahlenarmen Protokoll durchgeführt und von spezialisierten Radiolog:innen ausgewertet. Zusätzlich werden die CT-Bilder durch eine KI analysiert, um auch kleinste Veränderungen sichtbar zu machen.

Porträt des Mediziners
Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie Foto: Ilona Jahnke/Klinikum Dortmund

Bei unauffälligen Befunden können Risikopersonen nach einem Jahr erneut am Screening teilnehmen. Bei einem abklärungsbedürftigen Befund beurteilt ein weiterer Radiologe aus einem spezialisierten Lungenkrebszentrum wie am Klinikum Dortmund die Niedrig-Dosis-Aufnahmen. Auch eine spätere Behandlung kann von den erfahrenen Spezialist:innen der Lungenklinik durchgeführt werden.

„Das zweistufige Verfahren und die Einbeziehung von spezialisierten Ärzten in den Lungenkrebszentren gewährleistet eine hohe Sicherheit für die betroffenen Personen, dass auffällige Befunde zuverlässig eingeordnet und früh erkannt werden“, so Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Dortmund, der mit seinem Team ebenfalls am Lungenkrebsscreening teilnimmt.

Frühe Diagnose erhöht Heilungschancen deutlich

Eine frühe Diagnose verbessert die Behandlungsmöglichkeiten erheblich. Wird Lungenkrebs rechtzeitig erkannt, kann er häufig operativ entfernt oder durch gezielte Bestrahlung behandelt werden. In vielen Fällen ist so eine Heilung möglich. „Wir haben natürlich ein Interesse daran, eine Erkrankung früh zu diagnostizieren, da die Behandlungsmöglichkeiten dann deutlich besser sind“, sagt Prof. Dr. Nilius. Wenn der Lungenkrebs früh erkannt wird, lässt sich dieser komplett durch eine Operation entfernen oder mit Hilfe einer speziellen Punktbestrahlung behandeln. So kann oftmals eine Heilung erzielt werden.

Porträt des Mediziners
Prof. Dr. Georg Nilius, Direktor der Klinik für Pneumologie, Infektiologie und Internistische Intensivmedizin Foto: Ilona Jahnke/Klinikum Dortmund

Versicherte können sich an eine allgemeinmedizinische, internistische oder lungenfachärztliche Praxis wenden, die sich an der Lungenkrebs-Früherkennung beteiligt. Die Ärztin oder der Arzt prüft dann die Anspruchsberechtigung, klärt über die CT-Untersuchung auf und regt an, mit dem Rauchen aufzuhören. Bis das Screening in allen Praxen verfügbar ist, kann es auch nach der Einführung noch etwas dauern.

In anderen Ländern ist ein solches Lungenscreening für Risikopatient:innen bereits seit Jahren etabliert. „Die wissenschaftlichen Daten sind sehr belastbar. Ein solches Screening kann Leben retten und verlängern“, sagt Prof. Dr. Nilius. „Es ist gut, dass die Untersuchung nun von den Krankenkassen übernommen wird. Ich hoffe, dass viele Langzeit-Raucherinnen und -Raucher das Angebot nutzen, damit wir das Elend von Lungenkrebs in unserer Stadt reduzieren können.“

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