Nordstadtblogger

Jugendforum Nordstadt veranstaltete einen gelungenen Lese- und Musikabend gegen Rassismus und Antisemitismus

Esther Bejarano und die Microphone-Mafia haben im Stellenpark ein Konzert gegeben.

Esther Bejarano und die Microphone-Mafia haben im Stollenpark ein Konzert gegeben.

Im Treffpunkt Stollenpark fand jetzt ein besonderer Lese- und Musikabend mit Esther Bejarano & Microphone Mafia statt. Über 60 Jugendliche und Erwachsene folgten der Einladung des Jugendforums Nordstadt.

Jugendliche zeigten sich während der Lesung besonders respektvoll und ruhig

Jugendsprecher Zana Yekta begrüßte die jungen und älteren Besucherinnen und Besucher und bedankte sich bei Esther Bejarano & Microphone Mafia, dass das Jugendforum sie als Gäste auf der Bühne begrüßen dürfe.

Gebannt folgten die Zuhörerinnen und Zuhörer den Schilderungen von Esther Bejarano.

Gebannt folgten die Zuhörerinnen und Zuhörer den Schilderungen von Esther Bejarano.

Ungewohnt ruhig war es im Jugendtreff, als die 90-jährige Holocaust-Überlebende  aus ihren Erlebnissen in Auschwitz berichtete.

Mit Interesse und Bewunderung hörte sich das bunte Publikum  Esther Bejarano zu, als sie im Treffpunkt Stollenpark  eine halbe Stunde aus ihrem Buch „Erinnerungen“ las.

In ihren Erinnerungen erzählt sie das Ungeheuerliche, vom Holocaust, von großem Leid und Verlust. Sichtbar wird aber auch ihre Kraft, die es ihr ermöglicht, nach diesen Erfahrungen weiterzuleben.

Seit mehr als dreißig Jahren ist sie eine Kämpferin gegen das Vergessen, die ihre Geschichte u.a. an Schulen erzählt und mit ihrem Einsatz gegen Intoleranz engagiert. Ihre bewegende Geschichte berührte die Jugendliche im Treffpunkt Stollenpark. Später, als sie mit der Band sang, applaudierten sie aus Respekt und Begeisterung für sie.

90-jährige Auschwitz-Überlebende hat in den vergangenen drei Jahren 230 Konzerte gegeben

Seit drei Jahren arbeiten die Familie Bejarano und die Microphone Mafia zusammen. Sie haben ein einzigartiges musikalisches Projekt ins Leben gerufen.

Vor dem Konzert las die Holocaust-Überlebende aus ihrem Buch Erinnerungen vor.

Vor dem Konzert las die Holocaust-Überlebende aus ihrem Buch Erinnerungen vor. Fotos: Alex Völkel

Denn die Rapper-Band Microphone Mafia ist eine deutsch-türkisch-italienische Rap-Gruppe, die sich 1989 in Köln formierte.

Esther Bejarano ist ebenfalls Musikerin. Sie wurde 1943 nach Auschwitz deportiert. Dort rettete ihr ein Platz im Mädchenorchester das Leben.

Ein vielfältiges Projekt: Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne. Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln, ausdrucksstarke Stimmen treffen auf geniale Musiker, Spannung trifft auf Harmonie, Herz trifft Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia – und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.

Aus diesem Projekt hat sich eine festverschworene Einheit entwickelt, sowohl musikalisch als auch menschlich, die trotz der Generationsunterschiede und der musikalischen Unterschiede es schafft, die Menschen in den Bann zu ziehen. 230 Konzerte haben sie in den vergangen drei Jahren gegeben.

Breites Spektrum vom jüdischen Lied bis Rap – ungewohnte Arrangements und Sprachenmix

Esther Bejarano & Microphone Mafia bieten mit ihrem Musikprogramm „la vita continua“ ein breites Spektrum vom jüdischen Lied über die Mischung mit Rap bis hin zu ungewohnten Arrangements und einem interessanten Sprachenmix. Dieser Mix an Liedern sorgte für eine nachdenkliche, aber auch ausgelassen-optimistische Stimmung.

Esther Bejarano und die Microphone-Mafia haben im Stellenpark ein Konzert gegeben.

Esther Bejarano und die Microphone-Mafia haben im Jugendtreff Stollenpark ein Konzert gegeben.

Mit Esther Bejarano & Microphone Mafia standen auf der Bühne des Treffpunktes Stollenpark drei Religionen: Das Judentum, das Christentum und der Islam. Die Bejaranos sind Juden, Kutlu Yurtseven ist Moslem und Rossi Pennino ist Christ.

Der wichtigste Grund ihrer Zusammenarbeit ist der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. In ihren Songs, in ihren Wortbeiträgen beschworen sie das multikulturell Miteinander und die Solidarität aller Menschen in einer diversen, heterogenen Gesellschaft.

„Ihre musikalische Performance, ihre wichtige Botschaft wurde von einer sehr heterogenen Zuhörerschaft mit einem riesen Applaus honoriert– unter ihnen u.a. deutsche, bulgarische, rumänische, türkische Jugendliche und Erwachsene. „Der literarisch-musikalische Abend kam bei den Jugendlichen sehr gut an“ sagte Selda Ilter-Şirin, Mitarbeiterin vom Planerladen e.V. und Leiterin des Projektes Jugendforum Nordstadt.

Jugendforum hatte den Liederabend mit mehreren Kooperationspartnern gestaltet

Der Lese- und Musikabend war eine Veranstaltung des Jugendforums Nordstadt/Planerladen e.V. in Kooperation mit:  Alevitische Gemeinde Dortmund, imdo gGmbH, Bezent e.V., Migrantinnenverein Dortmund e.V. und Jugendförderkreis e.V.

Seit April 2015 wird das Projekt „Jugendforum Nordstadt“ des Planerladen e.V. vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gefördert. Das Projekt  wurde Anfang 2007 ins Leben gerufen.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen