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Jugendberufshilfe: Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendamt möchten im Jugendberufshaus zusammenziehen

Politiker informieren sich bei GrünBau über soziale und berufliche Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen

Politiker informieren sich bei GrünBau über die Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen.

Von Susanne Schulte

Auf dem Weg vieler Kinder zum Erwachsenwerden liegen nicht nur Stolpersteine, oft ist er eine wahre Buckelpiste. So ist die Schulkarriere mehr als holprig, was den Beginn einer Berufsausbildung erschwert, wenn nicht gar verhindert. Drei Ämter und Behörden arbeiten eng zusammen, um die jungen Leute den künftigen Weg ein wenig zu glätten.

Die zuständigen Fachleute in der Agentur für Arbeit, im Jobcenter und von der Jugendberufshilfe bei der Stadt Dortmund wollen nun auch enger zusammenrücken, das heißt: Zimmer an Zimmer arbeiten. Jugendberufshaus soll diese Beratungsstelle dann heißen.

Ämter wünschen sich unbürokratischeren Ablauf der Jugendberufshilfe

Wie diese Kooperation jetzt schon funktioniert und was die jungen Leute davon haben, hörten und sahen sich am Mittwoch Mitglieder der SPD-Sozialfraktion bei der gemeinnützigen GmbH Grünbau in der Nordstadt an. Mit von der Partie war auch Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger.

Politiker informieren sich bei GrünBau über soziale und berufliche Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen. Regine Kreickmann, Bereichsleiterin U 25, Jobcenter

Regine Kreickmann ist Bereichsleiterin U 25 beim Jobcenter Dortmund. Fotos: Klaus Hartmann

Regine Kreigmann vom Jobcenter erläuterte den KommunalpolitikerInnen, worum es geht. Die 18- bis unter 25-Jährigen, um die es geht, erhalten Geld von drei oder vier unterschiedlichen Stellen.

Da gibt es die Jugendhilfe, die Grundsicherung, das Arbeitslosengeld oder Geld aus der Kasse für Menschen mit dauerhaft oder vorübergehend schweren körperlichen Einschränkungen. Nach vier Sozialgesetzbüchern wird gezahlt und gefördert, stets ist eine andere Stelle dafür zuständig.

Ändert sich der Status eines jungen Menschen, zum Beispiel, weil er wieder gesund ist, muss er sich an einen anderen Berater wenden, der sich erneut mit seinem Fall vertraut machen muss.

Da aber alle diese Stellen nur das eine wollen, den jungen Menschen in den Beruf zu helfen, und das möglichst ohne große bürokratische Umstände, will man die bestehende Zusammenarbeit nun auch räumlich dokumentieren.

Hilfen für junge Leute nach Möglichkeit aus einer Hand

Politiker informieren sich bei GrünBau über soziale und berufliche Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen. Andreas Koch, GrünBau

Andreas Koch ist Geschäftsführer bei GrünBau.

Im Arbeitsamt und im Jobcenter ist man sich bereits einig, jetzt fehlt noch die Zustimmung der Stadt Dortmund. Hier ist der Ausschuss für Kinder, Jugend, Familie gefragt, dessen Vorsitzender Friedhelm Sohn sich ebenfalls schlau machte, sowie die Ratsmitglieder.

So war der Besuch bei Grünbau eine Informationsveranstaltung vor der Entscheidungsfindung. Und weil man schon mal da war, hatte sich die gemeinnützige Firma mächtig ins Zeug gelegt, um zu zeigen, was das Förderzentrum alles für die jungen Leute tun kann.

Andreas Koch, Geschäftsführer von Grünbau, ließ eine Auszubildende zu Wort kommen, die ihren Lebensweg schilderte: Die 26jährige hat nach dem Abitur eine Lehre wegen Krankheit abbrechen müssen, hat dann an der Stadtteilschule gelernt, machte ein Praktikum bei Grünbau und ist nun dort als Ausbildende zur Informatikkauffrau angestellt – in Teilzeit.

600 alleinerziehende Frauen unter 25 Jahren haben keine Arbeitsstelle

Das Förderzentrum unter Federführung von Grünbau, zu dem auch die Dobeq, die Stadtteilschule, der Werkhof und die Stadt Dortmund gehören, hat Platz für 200 junge Menschen, die sich maximal zwölf Monate lang theoretisch und praktisch in vielen Berufsfeldern umsehen können. Zurzeit ist es das größte Angebot in Dortmund.

Politiker informieren sich bei GrünBau über soziale und berufliche Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen

Politiker informieren sich bei GrünBau über die soziale und berufliche Integration von Jugendlichen in besonderen Problemlagen.

Wie wichtig diese Einrichtung ist, belegte Regine Kreigmann vom Jobcenter mit einigen Zahlen. Von den 9300 Männern und Frauen, die jünger als 25 Jahre alt sind und keine Arbeitsstelle haben, sind 600 alleinerziehende Frauen.

Die Quote der unter 15jährigen, die von der Grundsicherung leben müssen, auch als Hartz IV bekannt, liegt in Dortmund bei 29 Prozent.

Die jungen Leute sollen im Förderzentrum nicht nur ihr Wissen, dazu gehört auch das Schulwissen, erweitern, sondern auch ihre Persönlichkeit stärken. So gibt es Sportangebote und Sozialtraining, Elternpraktika und Entspannungskurse, Hilfe in Sachen Konfliktmanagement und ein theaterpädagogisches Bewerbungstraining.

Alle am Förderzentrum beteiligten Einrichtungen stellten sich am Mittwoch an einzelnen Ständen vor, mit Fotos und Texten, ihren MitarbeiterInnen und SchülerInnen, und beantworteten ausführlich die Fragen der Gäste aus der Politik.

Und weil dieser Besuch um die Mittagszeit stattfand, gab es zum Abschluss noch für jeden eine Bratwurst im Brötchen.

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