Neuer Podcast vom Forum Dunkelbunt e.V. geht am Totensonntag online

In der ersten Folge von „Leben und Lassen“ dreht sich alles um den „Dia de Muertos“ in Dortmund

Kathrin Im Winkel (Jahrgang 1978) und Alexander Lategahn (Jahrgang 1995)
Kathrin Im Winkel (Jahrgang 1978) und Alexander Lategahn (Jahrgang 1995) sind das Moderationsduo. Foto: Forum Dunkelbunt e.V.

Der Dortmunder Verein Forum Dunkelbunt e.V. gründete sich 2018, um zur Enttabuisierung von Tod und Trauer anzuregen und beizutragen. Nun präsentiert der Verein am Totensonntag den Podcast : „Leben und Lassen.“ Die Moderator:innen Kathrin Im Winkel (42) und Alexander Lategahn (26) verbindet, dass sie keine Scheu davor haben, sich mit Themen zu beschäftigen, bei denen andere lieber wegschauen: Tod, Sterben und Trauer.

„Wenn man über den Tod spricht, spricht man automatisch immer über das Leben.“

Als angehender Bestattermeister ist Alexander Lategahn auf dem Weg, das Unternehmen seiner Eltern in Dortmund und Schwerte zu übernehmen. Kathrin Im Winkel ist als ehrenamtliche Sterbebegleiterin für den Ambulanten Erwachsenen Hospizdienst Dunkelbunt unterwegs. „Dies ist der Podcast über Verlust und Leben, Trauer und Tod. Wir ducken uns nicht weg, sondern schauen hin, klären auf, sprechen mit Fachleuten und holen diese Themen ins Leben. Denn sie gehören einfach mit dazu.“

Alexander Lategahn und Kathrin Im Winkel- Moderator:innen des Podcasts Leben und Lassen
Alexander Lategahn und Kathrin Im Winkel- Moderator:innen des Podcasts Leben und Lassen Foto: Forum Dunkelbunt e.V.

So beginnen Lategahn und Im Winkel jede Episode, die sie gemeinsam oder im Wechsel moderieren. Für beide ist klar: Über diese Themen muss mehr gesprochen werden. Denn: Wer als Betroffener oder als Angehöriger, mit dem Tod konfrontiert wird, befindet sich oft in einem Zustand von Schock und großer Hilflosigkeit. Es fehlen Ansprechpartner:innen, es fehlen oft auch die Worte.

„Der Tod ist eine dramatische Verlusterfahrung,“ sagt Kathrin Im Winkel, „es gibt aber auch andere schwere Verluste, die nicht leicht zu verkraften sind, wie der  Verlust des Arbeitsplatzes oder wenn eine Liebesbeziehung kaputtgeht.“ Das Loslassen fällt auch in diesen Situationen schwer, aber auch darüber könne gesprochen werden.

Es gehöre zu einem voll ausgelebten Leben eben dazu. „Echte Lebendigkeit erreicht man nur, wenn man auch die traurigen Themen  integriert,“ meint Kathrin Im Winkel. „Wenn man über den Tod spricht, spricht man automatisch immer über das Leben,“ ergänzt  Alexander Lategahn. „Es geht immer um das Leben, zum Beispiel darum, wie man die letzte Zeit des Lebens verbringt, oder auch darum, wie man Verluste verarbeiten kann.“ Rituale helfen hierbei, aber manchmal müssen diese erst neu erfunden werden.

Die Themen Tod und Trauer sollen aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet werden

Mit einem gut ausbalancierten Maß von Ernsthaftigkeit und Humor gehen Kathrin Im Winkelund Alexander Lategahn ihre Themen an. Angedacht sind Gespräche mit unterschiedlichen Menschen: Schauspieler:in , Sargträger:in, Psycholog:in, Trauerredner:in, Friedhofsgärtner:in, Musiker:in und Filmemacher:in sind. Allesamt Gäste, die den Hörer:innen unterschiedliche Perspektiven eröffnen.

Die Gäste der ersten Folge zum Thema Dia de Muertos in Dortmund: die Projektinitiator:innen Virginia Novarin und Josue Partida Foto: Forum Dunkelbunt e.V:

Der Podcast erscheint einmal monatlich, immer am dritten Sonntag des Monats um 7 Uhr. Start ist am Totensonntag, den 21. November. Dann geht es um das Thema „Jedes Jahr größer und schöner: Der Dia de Muertos in Dortmund“. Außerdem verfügbar ist die Nullfolge, in der sich Kathrin Im Winkel und Alexander Lategahn dem Publikum vorstellen.

Weitere Themen sind bereits in der Planung. Zu den angekündigte Gesprächspartner:innen gehören: Der Imam IsmailGunija, eine Thanatopraktikerin (Thanatopraxie: die Wiederherstellung des ästhetischen Erscheinungsbildes des Verstorbenen durch spezielle Kosmetik, Restaurierung oder Rekonstruktion, besonders dann, wenn der Körper durch Gewalteinwirkung, Unfalltod, Krankheit, Verfärbung, außergewöhnlich schnelle Verwesung, Suizid etc. entstellt ist), Markus Miebach (Ärztlicher Leiter der Palliativstation derStädtischen Kliniken).

Der Podcast ist ab Sonntag auf allen wichtigen Plattformen für Podcastsabrufbar: Spotify, Apple Podcasts, Amazon, Google und Youtube, außerdem auch schon vorab auf den Webseiten des Vereins Forum Dunkelbunt:www.forum-dunkelbunt-verein.de/podcast-lebenundlassen

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Weitere Informationen:

Mehr zum Thema bei nordstadtblogger.de:

FOTOSTRECKE: „Dia de Muertos“ im Kreuzviertel

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