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Gibt es eine Zukunft nach der Schule? – Chancen für alle zeigt die Ausbildungsmesse im Dietrich-Keuning-Haus

Die Ausbildungsmesse soll junge Menschen und Ausbildungsbetriebe miteinander in Kontakt bringen. Foto: DKH

Von Angelika Steger

Etwa 1.800 Jugendliche sind derzeit in Dortmund auf Ausbildungsplatzsuche, 2.430 Ausbildungsstellen sind dagegen unbesetzt. Das ist die Statistik der Agentur für Arbeit. Ein Ungleichgewicht, das die Ausbildungsmesse „Deine Zukunft – nach der Schule!“ versucht, ins Lot zu bringen. Schirmherr und Stadtdirektor Jörg Stüdemann freut sich, dass die vor drei Jahren als Pilotprojekt gestartete Messe inzwischen ein Riesenerfolg ist. Gerade in der Nordstadt, dem „jüngsten Stadtteil“ (Stüdemann) von Dortmund mit 60.000 EinwohnerInnen, sei eine Ausbildungsmesse mit kleineren und mittelgroßen Unternehmen wichtig.

Eintägige Messe mit insgesamt 44 Ständen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern

Die großen Player sind schon auf den großen Messen vertreten. Das Besondere hier: viele Unternehmen gehören InhaberInnen mit Zuwanderungsgeschichte. Außerdem wird es Workshops zum Thema Bewerbung geben.

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Die InitiatorInnen freuen sich auf die bereits dritte Ausbildungsmesse im DKH. Foto (2): A. Steger

Der Zeitpunkt für die Ausbildungsmesse am 14. Mai ist gut gewählt: Im April und Mai finden die Schulabschlussprüfungen in NRW statt. Wer wissen möchte, wie es für sie oder ihn nach der Schule weitergeht, kann sich auf dieser Veranstaltung informieren.

Aus vielen Berufsfeldern werden Ausbildungsbetriebe vertreten sein, darunter Rechtsanwaltskanzleien, Pflegeberufe, kaufmännische Berufe. „Mit 44 Ständen sind wir dieses Mal im Dietrich-Keuning-Haus proppenvoll“, sagt DKH-Leiter Levent Arslan.

Bei schönem Wetter würde es ebenfalls draußen Stände geben. Auch Feuerwehr und Polizei werden vor dem DKH als mögliche Ausbildungsbetriebe vor Ort sein. Von 13 Uhr bis 16.30 Uhr ist die Ausbildungsmesse „Deine Zukunft – nach der Schule!“ geöffnet; der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Viele PartnerInnen und gute Zusammenarbeit machen die Ausbildungsmesse möglich

Die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums MIA-DO, Reyhan Günturk.

Ein großes Plus in Dortmund seien die gute Kooperation der Netzwerke und deren vertrauensvolle Akteure, betont Reyhan Günturk, die Leiterin des MIA-DO, kommunales Integrationszentrum Dortmund.

In der betrieblichen Ausbildung gelte es wie in der Gesellschaft, die Vielfalt der Menschen, die hier leben, abzubilden. Es besteht auch eine Kooperation mit anderen Ruhrgebietsstädten, um voneinander zum Thema interkulturelle Öffnung von BetreiberInnen zu lernen.

Auch die Stadt Dortmund selbst ist mit VertreterInnen des Personalamtes auf der Ausbildungsmesse vertreten. Das Ausbildungsangebot sei erhöht worden, sagt Kristina Sandmeier vom Personalamt, BewerberInnen seien sehr erwünscht. „Wir haben auch Azubis mit auf der Messe, so dass sich die Jugendlichen auf Augenhöhe mit ihnen über den Beruf unterhalten und somit einen Einblick erhalten können!“, sagt Sandmeier.

Ausbildungsmesse nicht nur für Nordstadtschulen und Ausbildungsstellen: Praktika gehen auch

„Dieses Jahr sind nicht nur die SchülerInnen der Nordstadt-Schulen, sondern die aller Schulen Dortmunds angesprochen, zur Ausbildungsmesse ins DKH zu kommen“, betont Aysun Tekin von der KAUSA-Servicestelle Dortmund.

Aysun Tekin ist Vorsitzende des Dortmunder Integrationsrates. Foto: Alex Völkel

Im vergangenen Jahr hätte man fast jedem Betrieb, der auf der Messe vertreten gewesen war, einen Azubi vermitteln können, insgesamt wären es zwischen 30 und 40 Jugendliche gewesen.

Auch die Gender-Frage sei wichtig: so würde eine junge Frau nun den „Männer“-Beruf Lackierer erlernen. Und nicht nur Ausbildungsstellen könnten angefragt werden: wer noch nicht so recht wisse, was sie oder er machen wolle, könne auf der Messe auch nach Praktikumsstellen bei den Betrieben fragen.

Stadtdirektor Stüdemann ergänzt: er könne nachvollziehen, wenn jemand trotz zahlreicher Bewerbungen nicht den Traumberuf bekäme. Wichtig für ihn: sie sollten dann nicht aufgeben und sich für einen ähnlichen Beruf bewerben.

Betriebe, die ausbilden wollen, bekommen Unterstützung und Beratung vom Dortmunder Netzwerk

Die Infobroschüre zur Ausbildungsmesse

Um überhaupt ausbilden zu dürfen, muss jeder Betrieb nicht nur eine MeisterIn oder AusbilderIn vorweisen können, sondern auch die pädagogische Eignung erfüllen.

Die Prüfungen hierfür werden bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer abgelegt. „Denn es geht nicht nur um Fachwissen, die jungen Menschen werden auch ein Stück ihres Lebens von dem Ausbildungsbetrieb begleitet“, betont Aysun Tekin.

Betriebe, die Unterstützung für die AusbilderInnen und die duale Ausbildung benötigten, würden diese auch vom Netzwerk der an der Messe beteiligten Institutionen angeboten bekommen. Man müsse das auf der Messe nur ansprechen, ergänzt die Mitarbeiterin der KAUSA-Servicestelle Dortmund.

Und nach der Ausbildungsmesse soll nicht Schluss sein. Levent Arslan will auch nach dem 14. Mai eine feste Beratungsstelle für Fragen zur Ausbildung, Bewerbung und ähnliche Fragestellungen einrichten.

Als dafür geeignet sieht er das DKH allemal: weil es bei den Jugendlichen bekannt und für seine Veranstaltungen bei allen Ethnien und Bevölkerungsgruppen beliebt sei. „Ich freue mich auf den 14. Mai. Vor drei Jahren 500, letztes Jahr 700 BesucherInnen, das kann sich sehen lassen“, fügt er abschließend hinzu. Widerstand, sollten es diesmal noch mehr werden, ist offenbar nicht zu erwarten.

Weitere Informationen:

Ausbildungsmesse „Deine Zukunft – nach der Schule!“ im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) am Dienstag, den 14. Mai 2019 von 13 bis 16.30 Uhr, Eintritt frei.

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