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Geschichte des Künstlerdorfes Laren in Holland: Ein Gefühl von Sommer im Museum Ostwall im Dortmunder U

Museumsdirektor Jan Rudolph de Lorm erläutert das Bild „Stilleben mit Blumen“ von Leo Gestel aus dem Jahr 1913.

Von Joachim vom Brocke

Über ein Jahr hat es gedauert bis die Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer“ im Museum Ostwall im Dortmunder U zusammengestellt war. Offizielle Eröffnung auf der Ebene 6, Leonie-Reygers-Terrasse, ist am Freitag (10. Mai) um 18.30 Uhr zunächst festlich im View, in der Turmspitze des U. Es ist wohl die letzte große Arbeit des scheidenden Direktors Edwin Jacobs, der die Idee zu dieser Ausstellung hatte.

Geschichte des Künstlerdorfes Laren bis zum 25. August in Dortmund zu sehen

Nur knapp drei Monate – bis zum 25. August – werden insgesamt 110 Bilder aus der Sammlung Singer Laren in Dortmund zu sehen sein. Etwa zeitgleich kommen die Holländer in den Genuss, bedeutende expressionistische Werke aus der Dortmunder Sammlung zu sehen.

Die Dortmunder MuseumsbesucherInnen haben die Möglichkeit, die Geschichte des Künstlerdorfes Laren in Nordholland und das Erbe der Sammlung von Anna Singer-Brugh und William Henry Singer (1868 – 1943) zu sehen.

Die Sammlung bietet einen repräsentativen Überblick über die niederländische Malerei der Moderne. KünstlerInnen wie George Hendrik Breitner, Isaac Israels, Anton Mauve, Bart van der Leck, Else Berg und Jan Sluijters sind im Nachbarland feste Größen.

Motive wie Strandansichten mit Fischerbooten, ländlich-bäuerliche Szenen oder Heidelandschaften mit Schafen können Erinnerungen an Urlaube in Holland wecken, vermitteln zumindest aber Niederlande-Nostalgie.

Landleben war eine reizvolle Inspirationsquelle für die Künstler

Für „Ein Gefühl von Sommer“ sorgen Stefanie Weißhorn-Ponert, Jan Rudolph de Lorm (Direktor Singer Laren), MO-Direktor Edwin Jacobs und Kuratorin Regina Selter.

Laren mit der Nachbargemeinde Blaricum liegt etwa 30 Kilometer östlich von Amsterdam, umgeben von hügeligem Sandgebiet mit Heidefeldern, auf denen früher Schafherden weideten. Zu einer Künstlerkolonie wurde das Bauerndorf, nachdem der Maler Jozef Israels um 1874 erstmals dort arbeitete.

Er machte viele seiner Künstlerfreunde aus der Haager Schule mit dem Ort bekannt. Das Landleben war eine reizvolle Inspirationsquelle. Larens Blütezeit lag zwischen 1880 und 1920.

1902 zogen der amerikanische Landschaftsmaler William Henry Singer und seine Ehefrau Anna Singer-Brugh nach Laren und bauten eine Kunstsammlung mit Werken des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf und errichteten 1911 die Villa De Wilde Zwanen, die Anna Singer 1956 in ein Museum umwandelte. Ihre Sammlung bildet den Grundstock des heutigen Museums Singer Laren.

Max Liebermann verbrachte einige Sommer in Laren

Der mit den Künstlern der Haager Schule bekannte Max Liebermann verbrachte einige Sommer im Künstlerdorf Laren, wo ihn motivisch das Leben der einfachen Dorfbevölkerung fesselte. Auch Piet Mondrian verbrachte etwa drei Jahre in Laren.

Für die künstlerische Entwicklung Mondrians waren seine Larener Jahre sehr wichtig. Hier ging er gemeinsam mit Bart van der Leck den Schritt der Abstraktion. Mondrian und van der Leck gründeten 1917 zusammen mit Theo van Doesburg und anderen die Künstlervereinigung De Stijl, die wenige Jahre später das Bauhaus in Weimar beeinflusste.

Viele Stilrichtungen gibt es im Museum am Ostwall zu entdecken

Kreative Besucherecke mit der Möglichkeit für ein Selfie. Fotos: Joachim vom Brocke

Gegliedert führt die Ausstellung von der Haager Schule über den Amsterdamer Impressionismus, über den Expressionismus bis zum De Stijl. Alle Stilrichtungen, die in der europäischen Kunstgeschichte als „Moderne“ deklariert werden, sind in der niederländischen Malerei des 20. Jahrhunderts zu finden.

Dabei ließen sich die Kunstschaffenden von ihren europäischen Kollegen inspirieren. Die Ausstellung im Museum am Ostwall im U bringt den BesucherInnen die Künstlerinnen und Künstler der niederländischen Moderne ins Bewusstsein.

Zur Ausstellung erscheint ein 140-seitiger Katalog „Niederländische Moderne aus der Sammlung Singer Laren“, der für 24,95 Euro im Museum zu haben ist. Außerdem gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Schreibworkshop „Mein Sommer“, Kuratorinnenführung durch die Ausstellung mit Regina Selter und Stefanie Weißhorn-Ponert oder öffentliche Mitmachaktionen wie sommerliche Souvenirs gestalten.

Weitere Informationen darüber gibt es entweder gedruckt im Museum oder im Internet: www.museumostwall.dortmund.de. Zur Eröffnung am Freitag hat sich auch Beate Gerlings angesagt, Botschaftsrätin für Kultur und Kommunikation des Königreichs der Niederlande.

Weitere Informationen:

  • Der Eintritt zur Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer – Niederländische Moderne aus der Sammlung Singer Laren“ kostet 9 Euro (ermäßigt 5 Euro).
  • Für Schulklassen im Klassenverband ist der Eintritt frei. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
  • Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 11 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags 11 bis 20 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr.
  • www.museumostwall.dortmund.de
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Ein Gedanke zu “Geschichte des Künstlerdorfes Laren in Holland: Ein Gefühl von Sommer im Museum Ostwall im Dortmunder U

  1. Ostwall-Museum Dortmund (Pressemitteilung)

    „Ein Gefühl von Sommer“: Didaktik-Labor im Museum Ostwall für PädagogInnen

    Das Didaktik-Labor des Museums Ostwall im Dortmunder U richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen: Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Schulen und Bildungseinrichtungen tauschen sie sich aus und werden kreativ.

    Beim nächsten Workshop am Samstag, 1. Juni, 11 bis 14 Uhr geht es auf der Ebene 6 um „Ein Gefühl von Sommer“: Unter dem Motto „On the beach“ beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Arbeiten aus der aktuellen Ausstellung niederländischer Kunst der Moderne aus dem Museum Singer Laren. Der Workshop kostet 11 Euro inkl. Eintritt und Material. Anmeldung telefonisch unter (0231) 50-25 236 oder mo.bildung@stadtdo.de.

    Das Meer, die Wellen, Wind und Wetter waren ein großes Thema der Malerei der Schule von Barbizon, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Haager Schule und den niederländische Impressionismus ausübte. Dieser ist geprägt von der niederländischen Mentalität und den besonderen Witterungsbedingungen vor Ort. Etliche Gemälde niederländischer, aber auch einiger französischer Maler, die in der Ausstellung vertreten sind, beschäftigen sich mit dem Strand, der Brandung, den wilden Wolkenformationen und auch mit den Erfahrungen der Badenden und Spaziergängern an der niederländischen See.

    Im praktischen Teil des Workshops geht es um verschiedene malerische Methoden und Techniken. Neben unterschiedlichen Ideen zu Darstellung und Duktus in der Landschaftsmalerei können auch die Möglichkeiten von Soundscapes und Collagen zum Thema erprobt werden.

    http://www.museumostwall.dortmund.de
    http://www.facebook.com/museum.ostwall
    http://www.twitter.com/MuseumOstwall
    http://www.instagram.com/museumostwall

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