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Geschäft mit Blumen und Pflanzen boomt in der Pandemie: Rund 220 Florist*innen in Dortmund sollen endlich profitieren 

Schöner Beruf, aber schlecht bezahlt: Beschäftigte in der Floristik arbeiten meist zu Niedriglöhnen, kritisiert die IG BAU – und ruft die Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auf. Fotos: Gewerkschaft

Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Pandemie einen Ansturm – doch wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet in Dortmund meist zu Niedriglöhnen, konstatiert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. „In der Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro pro Stunde. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben“, kritisiert Gabriele Henter, Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft in Bochum und Dortmund. Die Gewerkschafterin fordert für die Beschäftigten deutlich mehr Geld. In der Branche arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde. Nach Angaben der Arbeitsagentur zählt die Floristik in Dortmund rund 220 Beschäftigte. 

Für viele Frauen wird die niedrige Entlohnung zum Armutsrisiko

Gabriele Henter ist die Bezirksvorsitzende der IG BAU Bochum-Dortmund.

Gabriele Henter ist die Bezirksvorsitzende der IG BAU Bochum-Dortmund.

„In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko, um es sich zuhause schön zu machen“, betont Henter. Insbesondere die Gartencenter hätten Rekordumsätze gemacht, wovon auch der Blumenhandel profitiere.

Im Mai, dem traditionell umsatzstärksten Monat der Branche, verzeichneten die Gartencenter laut Statistischem Bundesamt 2020 einen Umsatzanstieg von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zu den Gewinnern zähle auch der größte Player der Branche, Blumen Risse, der mit vielen Standorten in Nordrhein-Westfalen vertreten sei. 

Die Firmen würden die gute Wirtschaftslage aber bislang ignorieren – und hätten einen Tarifabschluss für die Branche im Dezember vergangenen Jahres überraschend zurückgezogen. Danach hätten die Einkommen ab Februar um drei Prozent steigen sollen. Für Azubis sah die Einigung ein Plus von 30 Euro pro Monat vor.

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG BAU – „sonst finden Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr.“ 

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