Gemeinsam gegen Einsamkeit: In Dortmund startet ein kostenloser E-Rikscha-Verleih

Neues Angebot soll Teilhabe stärken und Engagement fördern

Personen beim Rikscha fahren
Zwei elektrisch unterstützte Rikschas bringen künftig in Dortmund Menschen zusammen, ein Angebot für mehr Teilhabe, Engagement und nachhaltige Mobilität. Foto: Maik Kühlenborg

Mit einem neuen Mobilitätsangebot setzt die Stadt Dortmund ein Zeichen gegen Einsamkeit: Gemeinsam mit der Initiative für Nachhaltigkeit e.V. stellt die städtische Koordinierungsstelle Einsamkeit ab sofort zwei E-Rikschas kostenfrei zur Verfügung. Das Angebot soll Menschen verbinden und gleichzeitig klimafreundliche Mobilität stärken. Dortmund gehört bundesweit zu den wenigen Kommunen mit einer eigenen Koordinierungsstelle Einsamkeit.

Neue Begegnungsmöglichkeiten durch E-Rikschas

Die beiden neuen elektrisch unterstützten Rikschas bieten Platz für bis zu zwei Mitfahrende. Dadurch können auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wieder gemeinsam Ausflüge unternehmen. Ob ins Grüne, zum Markt oder einfach durch die Nachbarschaft – die Fahrten sollen unkomplizierte Begegnungen im Alltag ermöglichen.

Das Angebot richtet sich an alle, die sich aktiv gegen Einsamkeit engagieren möchten. Nach einer kurzen Einweisung können Interessierte selbst die Rolle der fahrenden Person übernehmen und Fahrten organisieren. So entstehen vielfältige Möglichkeiten für gemeinsame Touren mit Menschen, die sich häufig allein fühlen, ebenso wie für Besuche in Senioreneinrichtungen oder Aktivitäten in Nachbarschaften.

Auch privat lassen sich die Rikschas nutzen: für Familienausflüge, besondere Anlässe oder sogar als Hochzeitsgefährt. Eine gewerbliche Nutzung ist jedoch ausdrücklich ausgeschlossen.

Stadt und Initiative teilen sich die Aufgaben

Die Koordinierungsstelle Einsamkeit der Stadt Dortmund hat die Rikschas angeschafft und stellt die Organisation sicher. Das Team der Initiative für Nachhaltigkeit kümmert sich über seinen Lastenradverleih „Dein Rudolf“ ehrenamtlich um Buchung, Einweisung, Wartung und Pflege.

Sabrina Janz – Koordinierungsstelle Einsamkeit Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Einsamkeitsbeauftragte Sabrina Janz von der Stadt Dortmund betont die soziale Wirkung des Projekts: „Mit den E-Rikschas bringen wir Menschen ganz unkompliziert zusammen. Wer fährt, schenkt Zeit, Aufmerksamkeit und oft auch ein Stück Lebensfreude. Gemeinsame Erlebnisse können viel bewirken und das Gefühl von Verbundenheit stärken.“

„Manchmal reicht schon eine kleine Runde im Grünen oder zum Markt, um jemandem eine große Freude zu bereiten“, ergänzt Timm Treskatis aus dem Vorstand der Initiative für Nachhaltigkeit. „Mit den E Rikschas machen wir Engagement ganz einfach: Wer Lust hat, kann sich auf den Sattel schwingen und etwas für die Nachbarschaft tun.“

Einweisung, Einsatz und neue Stellplätze gesucht

Für das Fahren der E-Rikschas sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Eine Einweisung erklärt alles Wichtige – vom sicheren Umgang mit dem Dreirad bis hin zur sicheren Beförderung der Mitfahrenden.

Personen beim Rikscha fahren
Ab sofort kann man (nach einer Einweisung) E-Rikschas ausleihen und anderen damit mehr Teilhabe ermöglichen. Bei der ersten Einweisung mit dabei war auch Fabian Menke, Dortmunds Fuß- und Radverkehrsbeauftragter (Fahrer). Foto: Maik Kühlenborg

Die Rikschas unterscheiden sich deutlich von klassischen Fahrrädern: Sie sind größer und schwerer gebaut und verfügen über zusätzliche Ausstattungen wie eine Feststellbremse, eine Trittstufe und einen Sonnenschutz.

Damit möglichst viele Menschen das Angebot nutzen können, sollen die Rikschas durch verschiedene Stadtteile wandern. Gesucht werden dafür geeignete Stellplätze – etwa Garagen oder Carports, die ausreichend Platz bieten und vor Wetter schützen. Wer eine Unterstellmöglichkeit hat, etwa eine Garage oder einen Carport, kann sich melden unter e-rikscha@initiative-fuer-nachhaltigkeit.de.

Einsteigen und Dortmund bewegen

Die Buchung läuft über das System des Lastenradverleihs „Dein Rudolf“. Die Stadt Dortmund lädt alle Interessierten ein, von Beginn an mitzuwirken und das Angebot aktiv mitzugestalten.

Der Name der Fahrzeuge steht bereits fest. Nach einem öffentlichen Aufruf gingen 18 Namensvorschläge über Social Media und ein Online-Formular ein. Beim E-Bike-Festival wählten Besuchende den Favoriten „E-RIKA“. Der Name erhielt die meisten Stimmen, gefolgt von „Justin Motion“.

Mit dem Projekt soll mehr erreicht werden als reine Mobilität. Wer sich beteiligt, trägt dazu bei, Menschen in Dortmund näher zusammenzubringen. Mehr Infos und Registrierung/Buchung: gibt es unter: dein-rudolf.de.

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Reaktionen

  1. Udo Stailer

    Die Nutzung der Rikschas ist kostenlos.
    Anschaffung und Betrieb der Rikschas sind es sicher nicht.
    Es wäre interessant zu wissen, welche Kosten für den Kauf und dann für den Betrieb der Rikschas anfallen und welchen Anteil die Stadt Dortmund davon trägt.
    Als Dortmunder Bürger ist mir die effiziente Verwendung meiner Steuern sehr wichtig.

  2. Gemeinsam statt allein: Dortmund setzt Zeichen gegen Einsamkeit (PM)

    Mit Grillfesten, Musik, Kunst und Begegnungen beteiligt sich Dortmund an der bundesweiten Aktionswoche gegen Einsamkeit. Die städtische Koordinierungsstelle Einsamkeit bündelt die Angebote und macht sichtbar, wie Gemeinschaft entstehen kann.

    Einsamkeit kann Menschen jeden Alters treffen. Umso wichtiger sind Orte und Gelegenheiten, die Menschen zusammenbringen. Während der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ vom 22. bis 29. Juni zeigt Dortmund, wie vielfältig Begegnung in der Stadt gelebt wird.

    Eine besondere Rolle spielt dabei die städtische Koordinierungsstelle Einsamkeit. Sie gehört bundesweit zu den wenigen Einrichtungen ihrer Art und arbeitet daran, Einsamkeit sichtbar zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und neue Wege des Miteinanders zu fördern.

    Gemeinsam mit zahlreichen Partnern lädt die Stadt in der Aktionswoche zu Veranstaltungen in vielen Stadtteilen ein. Im Mittelpunkt stehen Austausch, gemeinsames Erleben und unkomplizierte Begegnungen.

    Mitbringparty statt Grillstress

    Herzstück der Aktionswoche sind neun nachbarschaftliche Grilltreffen in Begegnungszentren und Quartieren. Die Idee: Alle bringen etwas mit, das sie gerne teilen möchten. Würstchen, Getränke, Grill und Kohle stehen bereit. So entstehen Gespräche ganz nebenbei – mit Menschen aus der Nachbarschaft, die sich oft bislang nur vom Sehen kennen.

    Die Mitbringpartys starten am 22. Juni im Begegnungszentrum Scharnhorst und machen anschließend Station in Eving, Berghofen, Lütgendortmund, Huckarde, Mengede und im Wilhelm-Hansmann-Haus. Auch die AWO-Begegnungsstätte Nord und das Mehrgenerationenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen beteiligen sich an der Aktion.

    Gemeinsam singen und Demokratie erleben

    Weitere Gelegenheiten zum Kennenlernen bietet das gemeinsame Singen im Welthaus Dortmund (Rosental 1) am 25. Juni um 18 Uhr. Musik verbindet Menschen oft schneller als viele Worte und schafft eine besondere Atmosphäre des Miteinanders.

    Am 26. Juni beteiligt sich die Koordinierungsstelle Einsamkeit außerdem am Demokratie-Festival der Quartiersdemokraten. An einem Aktionsstand laden kreative und bewegungsorientierte Angebote dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

    Mit der Rikscha über den Feierabendmarkt

    Am 25. Juni ist das Rikscha-Projekt „E.Rika“ auf dem Feierabendmarkt in Mengede unterwegs. Zwischen 17 und 20 Uhr werden kostenlose Rundfahrten angeboten. Das Projekt der Koordinierungsstelle bringt Menschen zusammen, die es sonst schwer haben, an Veranstaltungen teilzunehmen und schafft Raum für Begegnungen im Alltag.

    Kunst gegen Einsamkeit

    Auch die internationale Kunstbiennale Manifesta 16 Ruhr greift das Thema auf. In Dortmund beteiligt sich der Medienkünstler Sam Hopkins mit seinem Projekt „Baze“ am Nachbarschaftsprogramm der Biennale. Ausgangspunkt sind informelle Treffpunkte in Nairobi, an denen Menschen zusammenkommen, Ideen austauschen und gemeinsam Inhalte gestalten. In Dortmund lädt das Projekt insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene dazu ein, sich offline zu begegnen, kreativ zu werden und neue Formen von Gemeinschaft auszuprobieren.

    Zum Abschluss des Projekts diskutieren am 25. September die Dortmunder Einsamkeitsbeauftragte Sabrina Janz, Künstler Sam Hopkins und Britta Peters, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr, über die Frage, wie Kunst, öffentliche Räume und Begegnung dazu beitragen können, Einsamkeit zu überwinden.

    Begegnung beginnt oft mit einem einfachen Gespräch

    Die Aktionswoche zeigt, dass Gemeinschaft nicht immer große Veranstaltungen braucht. Oft reicht ein gemeinsames Essen, ein Lied, eine kurze Unterhaltung oder eine neue Bekanntschaft im Quartier. Genau solche Momente möchte die Stadt Dortmund mit ihren Partnern fördern – und damit ein deutliches Zeichen gegen Einsamkeit setzen.

    Koordinierungsstelle Einsamkeit: https://www.dortmund.de/themen/soziales/koordinierungsstelle-einsamkeit/

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