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Filmreihe zum Thema Menschenrechte im sweetSixteen: Das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück

Im sweetSixteen-Kino in der Nordstadt wird die Filmreihe „Mehr Licht – Humanismus und Film“ präsentiert. Es wird eine thematische Einführung zu den Filmen geben und am Schluss darf rege diskutiert werden. Foto: sweetSixteen

Anlässlich des 70. Jahrestages der Verabschiedung der Erklärung der Menschenrechte durch die UNO-Vollversammlung veranstaltet der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) eine Filmreihe im Dortmunder Depot. Insgesamt wurden drei Filme sorgfältig ausgewählt, die die unterschiedlichsten Facetten der Menschenrechte beleuchten und sich vor allem mit der Frage beschäftigen, was diese für den Einzelnen und für die Gesellschaft in unserer Zeit bedeuten. Vor jeder Vorstellung wird es eine kurze thematische Einführung geben und im Anschluss darf gerne rege diskutiert werden.

Der 10. Dezember ist ein Feiertag für alle HumanistInnen weltweit

Das Plakatmotiv zur Filmreihe.

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verabschiedet – ein Feiertag für alle HumanistInnen weltweit und Anlass zum Feiern als auch zum Nachdenken.

Aus diesem Grund hat sich die Gemeinschaft Dortmund-Ruhr-Lippe des HVD dazu entschlossen, das Thema auf ein öffentliches Podium zu transportieren, um die Menschen aufzuklären und sich mit ihnen auszutauschen.

Die Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist eine direkte Reaktion auf die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, in dem die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben. Sie ist inspiriert von früheren historischen Erklärungen und philosophischen wie juristischen Betrachtungen.

Die Geschichte der Menschenrechte reicht bis ins 18. Jahrhundert und darüber hinaus zurück

Jens Hebebrand ist Vorsitzender der Gemeinschaft Dortmund-Ruhr-Lippe des HVD. Foto: HVD

So beinhaltet sie beispielsweise Grundgedanken der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution 1789 und konkretisiert die Gedanken eines Thomas Paine während der Amerikanischen Revolution. Paine war der erste, der 1791 den Begriff „Menschenrechte“ konkret formulierte. Auch seine Gedanken basieren auf der Grundlage diverser Vordenker.

Schon vor der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 hatte Thomas Paine sich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt. Seine Schrift „Common Sense“ beeinflusste entscheidend die von Thomas Jefferson verfasste Unabhängigkeitserklärung. 

Auf die Präambel dieser Erklärung konzentriert sich die Filmreihe des HVD. Im Originaltext von Jefferson heißt es: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“

„Das Meer in mir“ – Ergibt sich aus dem Recht auf Leben eine Verpflichtung zum Leben?

Das Oscar-gekrönte und auf wahren Begebenheiten beruhende Drama des chilenisch-spanischen Regisseurs Alejandro Amenabar ist sicherlich ein kontroverser aber auch äußerst wichtiger Beitrag, der für rege Diskussionen sorgen wird.

Javier Bardem in der Hauptrolle spielt den vollständig gelähmten ehemaligen Seemann Ramón, der 1968 im Alter von 25 Jahren einen Badeunfall erlitt und über viele Jahre für sein Recht stritt, das Ende seines Lebens selbst zu bestimmen und Hilfe bei seinem Ableben zu erhalten. Ein Recht, das auch heutzutage noch von vielen, insbesondere religiösen, konservativen Kreisen bestritten wird.

Das Thema „Recht auf Leben“ wird hier durch die Aspekte Selbstbestimmung und die zeitgenössische Debatte um aktive Sterbehilfe aufgegriffen. Die Vorführung im sweetSixteen-Programmkino im Depot in der Dortmunder Nordstadt findet am Sonntag, den 18 November statt und markiert den Auftakt zur humanistischen Filmreihe unter dem Titel „Mehr Licht – Humanismus und Film“. Die Vorstellung beginnt um 17 Uhr.

„The Post/Die Verlegerin“ über die staatliche Manipulation der öffentlichen Meinung 

An der Gestalt eines Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika scheiden sich die Geister international. Wer hätte gedacht, dass ein Polemiker, Sexist, Nationalist und Demagoge wie er, je den Thron des höchsten Amtes der USA besteigen könnte?

Viele Amerikaner sind selbst schockiert darüber, wie es dazu kommen konnte. Einer von ihnen ist Meisterregisseur Steven Spielberg, der sich mit seinem Film „The Post“ (auf Deutsch „Die Verlegerin“) auf historische Spurensuche begibt.

Der Film dreht sich um die Geschehnisse der gegen den Willen der US-Regierung veröffentlichten sogenannten „Pentagon Papers“ in der Washington Post und der New York Times im Jahre 1971, durch die der amerikanischen Bevölkerung vor Augen geführt wurde, dass die Regierung sie systematisch durch das Streuen falscher Informationen gezielt auf den Vietnamkrieg vorbereitete.

Veröffentlichung der Dokumente trug maßgeblich zur Beendigung des Vietnamkrieges bei

Die durch die Veröffentlichung entstandene Empörung der Bevölkerung trug maßgeblich zur Beendigung des Vietnamkrieges bei. Spielberg erzählt die Geschichte aus der Sicht der Washington Post-Verlegerin Katharine Graham, die von Schauspielikone Meryl Streep verkörpert wird.

Der Film thematisiert die unterschiedlichsten auch heute noch akuten Fragestellungen zur Pressefreiheit, der gesellschaftlichen Rolle der Frau, Enthüllungsjournalismus und aktueller denn je, zum von US-Präsident Trump überstrapazierten Begriff Fakenews. Der Film bezieht sich auf den zweiten Grundsatz der Präambel von Jefferson und Paine „Das Recht auf Freiheit“ und versucht die unheilvolle Entwicklung in den USA bis zur Katastrophe Trump nachzuzeichnen. Die Vorstellung im sweetSixteen ist für Sonntag, den 25. November, ebenfalls um 17 Uhr geplant.

Authentizität und Humor zum Abschluss mit „Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel“

Nach zwei ernsten und beklemmenden Dramen hat sich der HVD für den Abschluss eine Komödie aufgespart. „Angel’s Share – ein Schluck für die Engel“ beschäftigt sich mit dem Streben nach Glück. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der auf die schiefe Bahn geraten ist und zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert wird. Hierdurch wird er von einem Sozialarbeiter in die Welt des Whiskys eingeführt und begibt sich mit drei Freunden auf eine Abenteuerreise durch die schottischen Highlands.

Angels’ Share“ erzählt eine Geschichte bitterer Niederlagen, aber auch von der Hoffnung auf eine zweite Chance, direkt aus dem Leben mit authentischen Darstellern und dem Feingefühl des britischen Regisseurs Ken Loach, der vor allem für seine Sozialdramen bekannt ist.

Der Film wird am 2. Dezember um 17 Uhr im sweetSixteen vorgeführt. Der Eintritt zu den Filmvorstellungen kostet jeweils drei Euro. Die Filmreihe wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ und der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Dortmund.

Weitere Informationen:

Sonntag, 18. November 17 Uhr
1. Das Recht auf Leben

Das Meer in mir
Spanien, Frankreich, Italien 2004 – 125 min

Sonntag, 25.November, 17 Uhr
2. Das Recht auf Freiheit

The Post, Die Verlegerin
USA 2017 – 117 min

Sonntag, 02.Dezember, 17 Uhr
3. Das Streben nach Glück

Angels‘ Share – Ein Schluck für die Engel Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien 2012 – 101 min

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