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FH-Studentin verbrachte fünf Wochen auf Lesbos: Doku erzählt die Geschichten von Einheimischen und Flüchtlingen

FH-Studentin Jana Stallein war für ihren Abschlussfilm fünf Wochen auf der griechischen Insel Lesbos und im Flüchtlingslager Moria. Die Dokumentation „Shapes of Lesbos“ zeigt, dass die Bedürfnisse der Menschen bei allen Gegensätzen und Konflikten letztlich gleich sind. Fotos: Shapes of Lesbos

Fünf Wochen war Jana Stallein auf Lesbos. „Ich dachte, ich habe ein Bild von dem, was mich dort erwartet“, sagt die Studentin der Fachhochschule Dortmund. Doch auf Moria könne man sich nicht vorbereiten. Ihre Filmaufnahmen aus dem Flüchtlingslager, von Einheimischen der griechischen Insel Lesbos und den Hilfsorganisationen vor Ort bilden die Bachelorarbeit der 26-Jährigen.

Jana Stallein: „In Moria hat es jeden zweiten Tag gebrannt.“

Bis zu 15.000 Geflüchtete lebten im Lager Moria und in den umliegenden Olivenhainen.

Jana Stallein verließ die Insel vier Wochen, bevor das Flüchtlingslager Moria niederbrannte. Sie hat weiterhin Kontakt zu vielen Menschen auf Lesbos. „In der Nacht des Feuers habe ich ein Video geschickt bekommen“, erzählt die Film-Studentin der FH Dortmund. ___STEADY_PAYWALL___

„Aber in Moria hat es jeden zweiten Tag irgendwo gebrannt. Nicht riesig. Aber ständig stieg Rauch auf.“ Erst am nächsten Morgen sei ihr durch die Berichterstattung das Ausmaß dieses Feuers wirklich bewusst geworden.

Die Ereignisse auf Lesbos bewegen die FH-Dortmund-Studentin. Sie hat eine klare Position zur europäischen Flüchtlingspolitik. Dennoch sagt Jana Stallein: „Ich möchte keinen Film für Menschen machen, die die gleiche Meinung haben wie ich.“ Die Bildsprache in ihrem Werk „Shapes of Lesbos“ ist ruhig, die Aufnahmen von Kameramann und FH-Dortmund-Absolvent Karsten Jäger zeigen weniger Details, sondern bieten einen Überblick. 

Die Zuschauer*innen sollen sich selbst ein Bild machen. Statt Interviews sind die Dialoge authentische Gespräche. Aktuell arbeitet Jana Stallein gemeinsam mit beiden FH-Dortmund-Studierenden Romina Schade (Produktion) und Johann Ott (Sound) an der finalen Version des circa 90 Minuten langen Dokumentarfilms.

Bei allen Gegensätzen sind die grundsätzlichen Bedürfnisse der Menschen. Gleich

Olivenbauer Vangelis lebt seit vielen Jahren auf Lesbos. Die Geflüchteten auf der Insel haben auch sein Leben verändert.

Unterschiedliche Lebenswelten prallen auf der griechischen Insel gnadenlos aufeinander. Die Einheimischen sind überfordert und fühlen sich alleingelassen. Die Geflüchteten sehen sich als Gefangene im Lager, müssen nicht nur für jede Mahlzeit stundenlang anstehen, sondern auch für eine Genehmigung, das Lager verlassen zu dürfen. Andernfalls drohen harte Strafen. Frust und Konflikte auf beiden Seiten sind keine Seltenheit.

Der Film der FH-Studierenden zeigt aber auch, wie ähnlich die Bedürfnisse der Menschen sind. Da ist etwa der griechische Restaurantbesitzer, der auf die wenigen Tourist*innen wartet und der Geflüchtete, der im Lager eine Kantine betreibt. Beide seien leidenschaftliche Wirte, erzählt Jana Stallein. Nur die Möglichkeiten und Umstände unterschieden sich. „Das eine Restaurant ist aus Planen und Schutt gebaut und umringt von Zelten, das andere hat einen wunderschönen Blick aufs Meer.“ Ersteres wurde durch das Feuer in Moria zerstört. 

Inzwischen gibt es ein neues Lager auf Lesbos. Die Lebensbedingungen für Geflüchtete sind damit nicht besser geworden. Weltweit sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Viele leben in Lagern. „Es ist wichtig, dass wir nicht müde werden, dies ändern zu wollen und darüber zu sprechen“, sagt Jana Stallein. Aus diesem Grund ist der Abschlussfilm für den Bachelor an der FH Dortmund für die Dortmunderin eine Herzensangelegenheit. Betreut wird die Arbeit von Astrid Busch (Film) und Prof. Jörg Lensing (Ton).

 

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