
Seit Herbst 2022 betreibt der ADFC die Fahrrad Selbsthilfewerkstatt „BunkerPlus“ in der Blücherstraße 27. Von April bis Mitte Oktober können Radler:innen hier für kleines Geld ihre Fahrräder reparieren und wieder verkehrssicher machen.
„Hier kannst du dir dein Rad selbst wieder fit machen!“
Werkzeuge für übliche Reparaturen, wie platte Reifen, kaputtes Licht, oder das Justieren von Bremsen, Speichen und Ketten werden bereitgestellt. Gängige Ersatzteile für Kleinstreparaturen kann man vor Ort erwerben. Bei größeren Reparaturen müssen sie jedoch mitgebracht werden. Und: Selbst mit anpacken ist Pflicht! Dabei stehen allen, die Hilfe brauchen, die fachkundigen Ehrenamtler:innen des ADFC mit Rat und Tat zur Seite.

Jeden Dienstag, von 15 bis 17 Uhr, ist grundsätzlich jeder willkommen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche und soll „einen Beitrag zur Sicherung von Mobilität und somit zur gesellschaftlichen Teilhabe leisten“, schreibt der ADFC- Kreisverband Dortmund e.V. auf seiner Homepage.
Die Finanzierung der Erstausstattung erfolgte durch den Quartiersfond Nordstadt im Rahmen des Programms Soziale Stadt mit Mitteln des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund.
Ohne Ehrenamt wäre die Station nicht realisierbar
Am Dienstag, den 1. September, treffen wir auf Günter Maiß und Jürgen Preissner, zwei der insgesamt acht Ehrenamtler:innen, die sich um die Station kümmern.

Während Jürgen sich dem ersten Problem des Tages widmet, einem Fahrrad, bei dem die Kette immer wieder herausspringt, stellt sich Maiß unseren Fragen. Seit drei Jahren ist er schon dabei und seit langer Zeit passionierter Radfahrer. Preissner kennt er über die Musik. „Der ist gelernter Schlosser, also näher am Fach als ich“, sagt er.
Und so habe er ihn kurzerhand mit an Bord geholt. „Leute mit wenig Geld mobil halten“, das sei ihr Hauptanliegen. „Bis zu 63 Euro kostet es, eine Speiche auszuwechseln und zu justieren“, dass könne sich nicht jeder leisten.
Das Publikum ist dabei bunt gemischt. Viele Studierende, aber auch Kinder aus der direkten Umgebung, ältere Leute oder auch ganze Familien, allesamt verschiedenster Nationalitäten, besuchen die Werkstatt. „Dabei sind es zu 95 Prozent freundliche Menschen“, sagt Maiß. Preissner pflichtet ihm bei.
Der ADFC sucht weitere Ehrenamtliche
In der Zwischenzeit wurde das Kettenproblem behoben. Der Junge, dem das Rad gehört, bedankt sich und radelt glücklich vom Hof. Es wartet bereits ein älterer Mann mit einer Unwucht in der Felge. Er sei über eine Zeitungsannonce auf die Werkstatt aufmerksam geworden. „Das Werkzeug wäre bei ihm nicht das Problem, aber man brauche auch das nötige Fingerspitzengefühl“, sagt er. Preissner macht sich zusammen mit ihm ans Werk.

Was er sich für die Zukunft wünsche, fragen wir Maiß zum Ende hin. „Gerne mehr Leute, um das Angebot wieder ausweiten zu können. Dann könnte auch wieder samstags geöffnet werden.“
Wobei das Team im letzten Jahr bereits gewachsen sei: „Wir sind auch kein reiner Männerverein mehr“, sagt Maiß mit einem gewissen Stolz. Auch über Spenden freue man sich immer. Alle, die mittlerweile E-Bike fahren, könnten ja mal im Keller nachschauen, ob sie ihr altes Rad noch bräuchten.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
Mehr dazu auf Nordstadtblogger:
Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub fragt nach: Wie fahrradfreundlich ist Dortmund?

