Nordstadtblogger

Durch das Musikfestival „Way Back When“ wurde Dortmund erneut für drei Tage zum Mekka von Fans der Indie-Musik

Die Rockband Otherkin brachte die Menge zum Toben. Fotos: Leonie Krzistetzko

Von Leonie Krzistetzko

Wenn Indie-Fans in Dortmund von Location zu Location pilgern, um ihre Lieblingsbands zu sehen, ist wieder das Musikfestival „Way Back When“ in der Nord- und in der Innenstadt.

Way Back When Festival 2016: 39 Acts in vier Locations

Gefühlvolles Opening in der Pauluskirche: Der isländische Musiker Axel Flóvent überzeugt mit Singer-Songwriter-Musik.

Von Donnerstag bis Samstagabend verwandelte sich die Dortmunder Innenstadt in eine Indie-Metropole. Das Way Back When ist ein Indoor-Festival für Musik-Liebhaber von Singer-Songwriter, Indie und Electronics.

Die Locations waren hierbei so durchmischt wie die Bands, es gab Konzerte im FZW, dem Domicil aber auch in der Pauluskirche in der Dortmunder Nordstadt zu sehen. Insgesamt 39 Acts bespielten die Locations.

BesucherInnen zwischen Electronics, Folk und Rock

Eröffnet wurde das Musikfestival am frühen Donnerstagabend vom norwegischen Musiker Gundelach.

Wenig später erklangen in der Pauluskirche die ersten Töne: Der isländische Singer-Songwriter Axel Flóvent stimmte die Zuschauer mit folkigen Tönen auf das Festival ein, mal am Klavier, mal an der Gitarre.

Die Dubliner Rockband Otherkin brachte den FZW Club zum Toben. Sänger Luke Reilly stürzte sich während ihres 45-minütigen Auftritts mehrmals in das Publikum und forderte seine Fans auf mit ihm zu springen.

Am Ende ihres Auftritts holte die Band ihre Fans sogar auf die Bühne, um dort mit ihnen zusammen zu ihrem letzten Lied zu feiern.

The Slow Show begeistert mit Melancholie und sanften Klängen

Rob Goodwin und The Slow Show brachten Melancholie und sanfte Klänge ins Domicil.

Im Domicil sorgten, parallel zum Headliner Tocotronic im FZW, die Indie-Band The Slow Show aus Manchester für einen gelungenen Ausklang des ersten Festivaltags.

Während die Massen im FZW zu den rockigen Rhythmen der Hamburger Urgesteine tobten, badeten die Zuhörer im Domicil in eher melancholischen Klängen.

Die Newcomer-Band The Slow Show war bereits 2015 Teil des Indoor-Festivals, damals noch in der Pauluskirche.

Auch dieses Mal schafften sie es wieder ihr Publikum zu begeistern, mit ruhigen und nachdenklichen Texten, untermalt von der dunklen und warmen Stimme von Rob Goodwin, dem Sänger der Band. Eine Stunde lang zogen sie das Publikum in ihren Bann und erzählten Geschichten, wie es sonst nur Nick Cave in seinen Songs macht.

US-Band Augustines spielt letztes Konzert in Dortmund

Trotz der bedauerlichen Absage des englischen Singer-Songwriters Rhodes war der Freitagabend ein voller Erfolg. Den Abschluss in der FZW-Halle machten die Headliner Augustines aus Brooklyn, New York.

Die Band Augustines spielt ihr
letztes Konzert in Dortmund.

Erst Anfang September machten sie öffentlich, dass es sich bei der aktuellen Tour zu ihrem Album „This is your Life“ um ihre letzte handelt. Nach sechs Jahren Bandgeschichte gehen die Indie-Musiker getrennte Wege.

Das Publikum verabschiedete die Band wie es sich gebührt und feierte den Auftritt der Musiker exzessiv. Ein besonderes Highlight: Einer der Zuschauer hatte Geburtstag und wurde von Billy McCarthy, dem Sänger der Band, auf die Bühne geholt, um ihn bei einem Song zu begleiten.

Zwar spielte die Band zum letzten Mal in Dortmund, ihren Fans wird dieser Auftritt aber immer in Erinnerung bleiben.

Festival-Samstag überzeugt mit Spontaneität seiner Künstler

Der Festival-Samstag begann mit einer schlechten Nachricht: Wegen einem Stau auf der Autobahn konnten Model Aeroplanes aus Schottland nicht rechtzeitig zu ihrer Show im FZW sein, sie sollten den letzten Festivaltag eröffnen.

Doch ihre Fans mussten nicht enttäuscht sein, denn gegen 20 Uhr 30 gab die Indie-Pop-Band eine Akustik-Session im Biergarten vom FZW. Schnell wurde mit den Liegestühlen ein Kreis gebildet und sämtliche Musikliebhaber sammelten sich draußen an, um ihnen bei leichter Beleuchtung und Lagerfeuerfeeling zuzuhören.

Ten Fé trat trotz 30-minütiger Verspätung im Domicil auf.

Schwierigkeiten bei der Anreise hatte auch das Duo Ten Fé aus London. Zusammen mit Model Aeroplanes hatten sie am Tag zuvor einen Gig in Berlin. Aufgrund ihrer Verspätung von 30 Minuten konnten die Briten nur vier ihrer Songs spielen, was sie aber nicht davon abhielt auf die Bühne zu gehen und alles in ihre Songs zu legen.

Ihre Auftrittszeit war bereits nach dem dritten Song abgelaufen, aber die Fans überzeugten die Veranstalter schnell, dass die Band noch einen weiteren Song präsentieren konnte.

Laut, bunt und energiegeladen: Kakkmaddafakka sorgen für ordentlich Stimmung

Highlight des Abends und Stimmungsrakete des ganzen Festivals war die norwegische Indie-Band Kakkmaddafakka. Laut, bunt und humorvoll boten sie dem Way Back When einen gebührenden Abschluss in der FZW Halle. Eröffnet haben sie ihr Konzert mit „Touching“ einem ihrer größten Hits. Danach waren sie nicht mehr zu stoppen.

Die sechsköpfige Band aus Bergen begeisterte ihr Publikum mit einer energiegeladenen Live-Show und Indie-Sounds irgendwo zwischen Rock, Disco, Rap und Pop- zahlreiche Tanzeinlagen inklusive. Neben ihren großen Hits spielten sie auch Lieder ihres neuen Albums „KMF“.

Kakkmaddafakka brachten ihr Publikum zum Tanzen.

Wer danach weiterfeiern wollte konnte dies im Sissikingkong auf der Native Party machen. Dort wurde der Abschluss des Festivals mit Indierock, Britpop, 60s, und Beat gefeiert.

Way Back When 2016: Festival rundum gelungen

Gelungen fanden das Festival auch die Besucherinnen Melissa und Ivonne. „Das Festival ist ziemlich entspannt, man kommt gut von Location zu Location und lernt gute neue Musik kennen. Außerdem ist das Festival sehr nah am Hauptbahnhof, also ziemlich zentral“, so Melissa.

Sie war bereits zum zweiten Mal beim Way Back When, hauptsächlich ist sie wegen der Indie-Band We are Scientists gekommen, die am Samstagabend als zweite Band im FZW Club spielten.

In den frühen Morgenstunden ging dann auch die letzte Nachtaktivität zu Ende. Jetzt müssen Musikfans wieder ein Jahr warten bis Dortmund 2017 wieder für drei Tage zur Indie-Hochburg wird.

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