Polizei und Ordnungsamt mussten nur wenige Verstöße ahnden

Die Silvesternacht 2021/2022 war die ruhigste in der Dortmunder Feuerwehrgeschichte

An Orten mit Ansammlungsverboten in der Innenstadt versammelten sich hauptsächlich nur Einsatzkräfte. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Es war eine ruhige Silvesternacht in Dortmund. Für die Dortmunder Feuerwehr war es sogar der ruhigste Jahreswechsel, den sie je erlebt hat. Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt kontrollierten örtliche Böller- und Ansammlungsverbote. Doch auch in den Verbotszonen blieb es überwiegend ruhig. Die Wallszene bekam in der Nacht einen Überraschungsbesuch der Polizei.

Ein Drittel weniger Feuerwehreinsätze nach Mitternacht als vor Corona

Feuerwerk war am Himmel und auf Straßen zu sehen. Verletzungen blieben dabei fast aus. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

So ruhig wie zu diesem Silvester war es für die Feuerwehr nicht einmal beim vergangenen. Der Jahreswechsel 2021/22 gehe als die ruhigste Dienstschicht aller Zeiten in die Geschichte der Dortmunder Feuerwehr ein, heißt es von der Feuerwehr.

In der Zeit von 20 Uhr am 31. Dezember 2021 bis 9 Uhr am 1. Januar 2022 zählte die Feuerwehr nur 168 Einsätze. Und nur bei zehn davon war Feuer im Spiel. Wie viel ruhiger die Einsatznacht war, zeigt der Vergleich mit dem Vor-Corona Silvester 19/20.

In den ersten acht Stunden des Jahres 2020 gab es da 318 Einsätze für die Dortmunder Feuerwehr. In diesem Jahr waren es in den ersten neun Stunden nur 118 Einsätze.

Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Dabei handelte es sich aber auch immer nur um Kleinigkeiten wie einen Heimrauchmelder der ohne erkennbaren Grund ausgelöst hatte oder brennende Müllcontainer. In Oespel brannte eine Hecke auf einer Länge von zwei Metern, die von der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte. Bemerkenswert ist auch, dass es der Rettungsdienst in dieser Nacht mit keiner einzigen Feuerwerksverletzung zu tun hatte. Das Klinikum Dortmund hatte in der Notaufnahme der Unfallklinik auch „nur“ eine Feuerwerksverletzung zu versorgen.

Insgesamt verzeichnete das Klinikum an diesem Silvester aber gut 30 Prozent mehr Patient:innen als 2020/21. Letztes Jahr seie es in der Notaufnahme aber auch besonders ruhig gewesen, erklärte das Klinikum auf Twitter. Viele der Neujahrs-Patient:innen hatten dieses Jahr Verletzungen aufgrund von Auseinandersetzungen. „Alles in allem aber noch nicht wieder das komplexe Niveau und die hohe Anzahl an Fällen wie vor der Pandemie zu Silvester“, resümiert das Klinikum.

Nur kurze Ansammlungen in Ansammlungsverbotszonen

Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Auch Polizei und Ordnungsamt hatten eine überwiegend ruhige Nacht. In der Innenstadt waren besonders viele Einsatzkräfte vor Ort, um Präsenz zu zeigen. Sie kontrollierten die Böller- und Ansammlungsverbotszonen sowie die Kontaktbeschränkungen.

Die Stadt Dortmund hatte in den normalerweise besonders stark frequentierten Innenstadtbereichen sowie im Bereich Möllerbrücke und Sonnenplatz aufgrund der Coronapandemie zusätzlich zu Verbotszonen für Pyrotechnik ein Ansammlungsverbot für mehr als eine Person ausgesprochen.

Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Verstöße dagegen wurden von Ordnungsamt und Polizei angesprochen. Die Angesprochenen Personengruppen kamen der Aufforderung durch die Einsatzkräfte überwiegend nach. Nur in sieben Fällen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen das Ansammlungsverbot geschrieben. An der Katharinentreppe und um den Pylon auf dem Willy-Brandt-Platz sammelten sich gegen Mitternacht Kleingruppen zu einer Masse von jeweils etwa 150 bis 200 Menschen pro Ort.

Nach Lautsprecherdurchsagen der Behörden und direkter Ansprache löste sich die Menge in wenigen Minuten wieder auf. Feuerwerk wurde in den Zonen nur vereinzelt im Vorbeilaufen gezündet. Anzeigen wegen Verstoß gegen das Böllerverbot wurden daher nicht gefertigt. Auch wurde kein Feuerwerk sichergestellt. Etwa 250 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben auch am Dortmunder U. Hier galten keine Ansammlung- und Böllerverbote, so dass hier ohne Einschreiten der Einsatzkräfte gefeiert werden konnte.

Autoparty auf dem Wall endet mit Überaschungsgästen der Polizei

Die Polizei kontrollierte kurzfristig auf dem Wall. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Auf dem Dortmunder Wall wurde das neue Jahr mit Geschwindigkeitsverstößen und Hubkonzerten zelebriert. Teilweise lehnten sich die Beifahrer:innen, im Türrahmen sitzend, aus den Autos um Passant:innen ein „Frohes Neues“ zu wünschen.

Kurz nach zwei Uhr bekam die Autoparty auf dem Wall einen Überraschungsbesuch der Polizei. Sie sperrte den Wall in Höhe Stadthaus mit Streifenwagen ab und schaute sich alle Autos und ihre Insassen an.

Viele auswärtige Rundenfahrer:innen gaben an, auf dem Weg nach Hause zu sein. Die Polizei gab dann den Weg zur B1 als Rückweg vor. Nach etwas über einer halben Stunde war es deutlich leerer auf dem Wall und die Polizei beendete die Kontrollen. Auch an den anderen Kontrollorten von Polizei und Ordnungsamt wurde der Einsatz kurz vor drei Uhr beendet.

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