Die Sanierung des Hoeschparks in der Nordstadt wird deutlich teurer: Die Kosten steigen von fünf auf 6,25 Millionen Euro

Bauarbeiten im Hoeschpark. Foto: Susanne Schulte
Die Bauarbeiten im Hoeschpark werden deutlich teurer. Archivfoto: Susanne Schulte

Auch ohne die Sanierung des Freibads Stockheide wird der Umbau des Hoeschparks in der Nordstadt deutlich teurer. Der Verwaltungsvorstand bittet den Stadtrat, die Mehrkosten von 1,25 Millionen Euro zu finanzieren. Die gute Nachricht: Auch für die fehlenden Mittel können 90 Prozent Fördermittel beantragt werden, so zumindest die Rückmeldung der Bezirksregierung. Statt mit fünf Millionen rechnet die Stadterneuerung mit 6,25 Millionen Euro an Kosten für die Umgestaltung. 

Gestiegene Kosten für Bauleistungen, Schadstoffsanierung und Wegebau

Der Hoeschpark in der Nordstadt. Grafik: Stadt DO

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Hoeschparks werden derzeit die vorhandenen Gebäude des Sport- und des Tennisheims saniert. Außerdem werden mehrere Freiflächen des Parks neu gestaltet und die Beleuchtung der Wege teilweise erneuert. Diese Verbesserungen sollen den Park zukunftsfähig machen.  ___STEADY_PAYWALL___

Nun treiben einerseits die stetig ansteigenden Preise im Baugewerbe die Kosten für die Hoeschpark-Sanierung in die Höhe. Dabei handelt es sich um eine Entwicklung, von der nicht nur die Stadt Dortmund betroffen ist. Auch im Falle des Hoeschpark-Umbaus werden faktisch höhere Preise für die Handwerks- und Bauleistungen aufgerufen, als zum Zeitpunkt der Finanzplanung für das Projekt angenommen wurden. 

Andererseits sind mit Beginn der Bauarbeiten Probleme zum Vorschein gekommen, die vorher nicht absehbar waren. Auch sie führen dazu, dass sich der Umbau des Hoeschparks verteuert: So ist der Untergrund für die Baustraße in schlechtem Zustand und muss in größerem Umfang als angenommen repariert werden. Gleichzeitig verursacht auch die deutlich aufwändigere Schadstoffsanierung Mehrkosten. 

Der Hoeschpark soll als „grüne Oase“ zukunftsfähig gemacht werden

Auf dem Bauschild wurde das Freibad Stockheide mit erwähnt - dabei wird es ausdrücklich ausgespart. Foto: Susanne Schulte
Auf dem Bauschild wurde das Freibad Stockheide mit erwähnt – dabei wird es beim Planen und Bauen ausdrücklich ausgespart. Foto: Susanne Schulte

Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsvorstand beschlossen, dem Rat der Stadt Dortmund den Kostenerhöhungsbeschluss in Höhe von 1.249.000 Euro für die weitere bauliche Umsetzung vorzulegen. Für diese Mehrkosten wurde bereits ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt. Die Entscheidung über den Antrag steht aktuell noch aus. 

Wird der Förderung zugestimmt, erhöht sich der zehnprozentige Eigenanteil der Stadt Dortmund von bisher 499.800 Euro auf 624.700 Euro. Die neu berechneten Gesamtkosten für die Umgestaltung des Hoeschparks liegen nun bei rund 6.250.000 Euro.  Die Fördermittel kommen dabei aus dem Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt – Dortmund Nordstadt“, das von der EU, vom Bund und vom Land NRW getragen wird. 

Der Hoeschpark hat seit jeher eine bedeutende Rolle als „grüne Oase für die Bewohner*innen der Nordstadt. Er ist öffentlich zugänglich und eine Vielzahl von Freizeitangeboten sowie Wald- und Wiesenflächen mit altem Baumbestand bieten allen Altersklassen vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten. 

Der Hoeschpark ist wichtig für den Sport – aber das Schwimmen genießt keine Priorität 

Der Park besitzt auch eine große Bedeutung als Standort des Sports: Er beheimatet heute neben vier Fußballvereinen und einem Tennisclub auch einen Baseball- sowie American Footballverein, wodurch der Park weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. 

Herzstück des Siegerkonzepts ist ein 1,5 Kilometer langer Rundweg („Loop“). Er eignet sich zum Joggen und schafft insgesamt 15 weitere Sportorte.
Herzstück des Siegerkonzepts für den Hoeschpark-Umbau ist ein 1,5 Kilometer langer Rundweg („Loop“). Er eignet sich zum Joggen und schafft insgesamt 15 weitere Sportorte entlang des Weges.

Ergänzt wird der Hoeschpark durch das östlich angrenzende Freibad Stockheide. Doch dafür stehen – anders als bei der ursprünglichen Beantragung des Umbaus des Hoeschparks zu einem „überregionalen Integrations-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitpark“ geplant – keine Städtebaumittel zur Verfügung, bedauerte Planungsdezernent Ludger Wilde. 

Dabei ist der massive Sanierungsbedarf des traditionsreichen und denkmalgeschützten Bades seit vielen Jahren bekannt – und der Aufwand steigt. Lagen die Kosten für eine Grundsanierung 2013 noch bei geschätzten fünf Millionen Euro, wäre die Sanierung heute nicht mehr unter sieben Millionen Euro zu haben – ohne mögliche Attraktivierungen eingepreist zu haben. Doch eine Entscheidung darüber wurde noch nicht getroffen und ist auch nicht auf der politischen Agenda der Stadt.

Für das Freibad Stockheide stehen keine Fördertöpfe zur Verfügung

Die Apelle des Freundeskreises Hoeschpark verhallten in der Ratssitzung ungehört. Foto: Leopold Achilles

Auf Nachfrage, welche Fördertöpfe denn für das Freibad Stockheide in Anspruch genommen werden könnten, zeigte sich die Stadtspitze schmallippig. Sportdezernentin Birgit Zoerner machte deutlich, dass die Stadt bei einem Landesförderprogramm mit kleineren Maßnahmen in anderen Bädern abgeblitzt war.

„Es ist ein kleiner Topf von 1,5 Millionen Euro. Bei der Bädersanierung steht Dortmund beim Land nicht im Fokus.“ Daher müsse man eher auf den allgemeinen Haushalt gucken, sagte Zoerner mit Blick auf den Kämmerer. 

Doch OB Thomas Westphal mochte das insbesondere für SPD und CDU unangenehme Fass der Stockheide-Sanierung nach der Ratssitzung nicht erneut aufmachen.

Ein Rohrbruch im Freibad Stockheide sorgt für eine vorrübergehende Schließung des Bades
Im Freibad Stockheide wird es in diesem Sommer keinen Badespaß geben. Archivfoto: Klaus Hartmann

„Es geht hier nicht um Bäder, sondern den Park“, wollte er die erneute Diskussion bzw. weitere Nachfragen der Medienvertreter*innen um die Zukunft des Freibads Stockheide unterbinden.

Auch die weitere Nachfrage von Nordstadtblogger, ob für das denkmalgeschützte Freibad nicht das „Heimat-Programm“ des Landes in Frage käme, würgte er wortkarg ab. „Dieses Programm hat wieder eigene Regeln“, so Westphal.

Der Rat hatte – sehr zum Unmut der gesamten Bezirksvertretung der Nordstadt – beschlossen, das Freibad Stockheide in diesem Sommer nicht zu öffnen, weil wie jedes Jahr rund 250.000 Euro in die Verkehrssicherheit und kleinere Sanierungen investiert werden müssten. Auch eine Grundsatzentscheidung wollten SPD und CDU nicht vor der Vorstellung des Bäderkonzepts treffen. Ob das Freibad im kommenden Jahr öffnen kann und ob es überhaupt fortbestehen kann, dass wurde vom Rat bewusst offen gelassen.

 

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Kommentare

  1. Carola Hiby-Asianowaa

    “Auf dem Bauschild wurde das Freibad Stockheide mit erwähnt – dabei wird es beim Planen und Bauen ausdrücklich ausgespart” (Zitat Text)

    Ganz genau. Auf dem Bauschild ist zu lesen: Gefördert wird die Entwicklung des Hoeschparks und des Freibades Stockheide. Durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung.

    Die Gesamtkosten für den Park sind mittlerweile bei rd 6,25 Millionen. Und das Freibad?

    Für das Freibad stehen “– anders als bei der ursprünglichen Beantragung des Umbaus des Hoeschparks zu einem „überregionalen Integrations-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitpark“ geplant – keine Städtebaumittel zur Verfügung, bedauerte Planungsdezernent Ludger Wilde” (Zitat Text)

    Keine Mittel für das Freibad? Hat sich die Stadt Dortmund beim Beschriften des Bauschildes für so ein immens teures, von EU Mitteln gefördertes Projekt mit der Überschrift “Gefördert wird die Entwicklung des Hoeschparks und des Freibades Stockheide” vertan….?? Unglaublich…..!!!

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