Die illegale Haltung des Primaten war der Polizei zufällig aufgefallen

Der Zoo Dortmund übernimmt einen fast blinden Zwergplumplori aus einer Beschlagnahmung

Der Zwergplumplori ist eine der häufigsten Primaten-Arten im illegalen Wildtierhandel.
Zwergplumplori Rosi weist eine deutlich sichtbare Hornhauttrübung auf, und hatte zudem Grauen Star. Foto: Marcel Stawinoga für den Zoo Dortmund

Der Dortmunder Zoo hat einen fast blinden weiblichen Zwergplumplori übernommen, der im letzten Jahr in Kassel aus illegaler Haltung beschlagnahmt worden war. Das Tier wurde über den Plumploris e.V., der seinen Sitz im Zoo Dortmund hat, an den Zoo vermittelt. Die Primatin, die in Dortmund vom zuständigen Tierpflege-Team den Namen Rosi erhielt, weist eine deutlich sichtbare Hornhauttrübung auf, und hatte zudem Grauen Star. Diese Erkrankung ist vermutlich auf eine jahrelange falsche und zu zuckerreiche Ernährung zurückzuführen.

Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen war Zwischenstation

Die illegale Haltung des Zwergplumploris war der Polizei zufällig aufgefallen, als diese im letzten Jahr bei einer Verhaftung in einer Wohnung in Kassel einen verhangenen Vogelkäfig entdeckte, in dem sich Rosi befand. Zunächst war nicht sicher, um was für einen Primaten es sich handelte.

Es wurden der Veterinärdienst und aufgrund fehlender Papiere für das Tier die Abteilung für Internationalen Artenschutz des Regierungspräsidiums Kassel hinzugezogen, welche den Zwergplumplori mit Sofortverzug beschlagnahmte und zunächst in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen unterbrachte.

In Sachsenhagen wurde Rosi umgehend tiermedizinisch betreut und behandelt. So konnten durch eine Augenoperation unter anderem der Graue Star, der in beiden Augen vorlag, behoben werden. Die trüben Linsen wurden entfernt, die Sehkraft verbesserte sich.

Illegale Überführung des Tiers 2011 aus Russland – Ursprung unklar

Zwergplumplori-Weibchen Marlene (Foto) teilt sich Rosi und Helene ein Gehege. Foto: Marcel Stawinoga für den Zoo Dortmund

Die Vergangenheit des Zwergplumploris lässt sich nur lückenhaft rekonstruieren. Sie wurde von Russland illegal nach Deutschland eingeführt, nachdem sie zuvor im September 2011 von Novosibirsk nach Moskau überführt worden war. Wie sie ursprünglich nach Russland kam, ist unklar. Bis zu ihrer Beschlagnahmung im letzten Jahr lebte in einem Vogelkäfig.

Der Zoo Dortmund hat Rosi im Plumplori-Gehege im Regenwaldhaus „Rumah hutan“ untergebracht. Das Plumplori-Gehege dort wurde im letzten Jahr vom Plumploris e.V. umgebaut und erweitert.

Hier lernt Rosi am Gitter die beiden weiblichen Zwergplumploris Helene und Marlene kennen, während der männliche Zwergplumplori Flori zunächst in ein Gehege hinter den Kulissen gezogen ist. Dadurch soll eine mögliche zusätzliche Unruhe in der Kennenlern-Phase der drei weiblichen Tiere verhindert werden. Zeitnah soll Flori ins Regenwaldhaus „Rumah hutan“ zurückkehren.

Wenn sich die vier Loris verstehen, sollen sie den Gehege-Komplex, den der Zoo aber auch dauerhaft in drei Anlagen unterteilen kann, gemeinsam bewohnen.

Trotz ihrer Augenproblematik kommt sie sehr gut im Zoo zurecht

Die Plumploris – hier Zwergplumplori Helene – gehören zu den Lieblingen der Zoobesucher:innen.

Rosi hat nun die ersten Wochen in ihrem neuen Zuhause im Zoo Dortmund hinter sich und hat sich bereits gut eingelebt. Trotz ihrer Augenproblematik kommt sie sehr gut zurecht. Bereits in ihrer ersten Nacht erkundete sie, wenn auch vorsichtig und ein wenig zurückhaltend, ihr komplettes etwa 21 Kubikmeter großes Gehege.

Mit Flori, der 2015 von Bangkok in Thailand nach München, vermutlich im Handgepäck, geschmuggelt wurde, und Rosi leben nun zwei Zwergplumploris aus Beschlagnahmungen im Zoo Dortmund. Die 13-jährige Helene wurde im Zoo Krakau/ Polen geboren und die zweijährige Marlene im Zoo Planckendael in Mechelen/ Belgien.

Der Zwergplumplori ist eine der häufigsten Primaten-Arten im illegalen Wildtierhandel. Plumploris zählen zu den am häufigsten geschmuggelten und illegal gehandelten Tieren weltweit. Der Plumploris e.V. mit Sitz im Zoo Dortmund setzt sich seit seiner Gründung 2018 für den Schutz und die Erforschung von Plumploris ein (mehr Informationen unter www.plumploris.de).

Redaktionshinweis: Angehängt an diesen Text erhalten Sie ein Foto von Rosi. Foto: Zoo Dortmund/Marcel Stawinoga

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  1. Artenschutztag im Zoo Dortmund (PM)

    Der Zoo Dortmund lädt zum Artenschutztag in den Zoo ein. An diesem Tag dreht sich verteilt über das Zoogelände, an vielen Info-Ständen alles um die Themen Natur-, Tier- und Artenschutz, während viele spannende Projekte präsentiert werden. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 02. Oktober von 10 bis 16 Uhr statt.

    Um 10 Uhr begrüßt Löwe Kim, das Maskottchen der 21-Gruppe aus dem #dortMUT-Logo vor allem die kleinen Besucherinnen und Besucher zum Artenschutztag, ehe er ihnen für Fotos von 11 Uhr bis 12 am „#dortMUT Löwenhaus powered bei 21“ zur Verfügung steht.

    An Info-Ständen mit dabei sind das Hauptzollamt Dortmund, Plumploris e.V., Borneo Orangutan Survival – BOS Deutschland e.V., die Vivaristische Vereinigung e. V., die Kreisjägerschaft mit der Rollenden Waldschule, das Naturmuseum Dortmund, der Botanischer Garten Rombergpark, der TierSchutzVerein Gross-Dortmund e.V., die Zoofreunde Dortmund e.V. und der Förderverein Kinder und Zoo Dortmund e. V.

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