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Demonstration für eine grüne Zukunft in Dortmund und der gesamten Welt: „Raus aus der Kohle! Raus aus RWE!“

„Wollt ihr uns verKOHLEn RWE?“ – Am Dienstagabend demonstrierten rund 100 Menschen für eine grüne Zukunft.

Von Leopold Achilles

„Raus aus der Kohle! Raus aus RWE!“ lautete der Slogan, unter dem am frühen Dienstagabend rund 100 Menschen bei einer Demonstration in der Dortmunder Innenstadt auf die Straße gingen. Vom RWE-Tower vorbei an der Rheinoldikirche, über den alten Markt, ging es bunt und laut sowie auch symbolisch, mit Kohlesäcken und gelben Atomfässern, bis vor das Rathaus.

Was hat Dortmund mit (Braun-)Kohle zu tun? Mehr als viele vielleicht wissen!

Im Vorfeld erklärten die OrganisatorInnen der Demonstration, dass sich aus der Beteiligung der Stadt Dortmund an RWE ergäbe, dass sie bzw. ihre Töchter ein handfestes finanzielles Interesse an wirtschaftlichen Erfolgen seitens RWE hätten. Auch an denen, die aus betriebenen Kohlekraftwerken stammen.

Über die Dortmunder Stadtwerke DSW21 hält Dortmund 23,6 Millionen RWE-Aktien und ist damit der größte kommunale Einzelaktionär von RWE. Oberbürgermeister Ulrich Sierau sitzt auch im Aufsichtsrat von RWE.

Rund 100 Menschen forderten deshalb vor dem Tower des Energiekonzerns auf dem Platz von Amiens: „Raus aus der Kohle! Raus aus RWE!“.

„Kohle Stoppen! Klima Retten!“ – Die Demonstranten fordern einen Abstoß der RWE Aktien

Die Demo startete vor dem Tower des Energiekonzerns.

Nach den dortigen Redebeiträgen bewegte sich der Demonstrationszug über die Kampstraße zur Rheinoldikirche, um dann weiter über den alten Markt bis zum Friedensplatz und vor das Dortmunder Rathaus zu ziehen. Dabei wurden die rund 100 DemonstrantInnen von der Sambaband „Até Logo“ rhythmisch und hörbar begleitet.

Auch Dortmund trage Verantwortung für die Umweltverbrechen, die von RWE im rheinischen Braunkohlerevier begangen würden, heißt es von Seiten der DemonstrantInnen. Da ist besonders die Rodung des Hambacher Waldes bei Köln ein prominentes Beispiel.

„Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass wir uns das nicht gefallen lassen wollen“, so Celine Erlenhofer.

DemonstrantInnen fordern Verantwortung für begangene Umweltverbrechen und wollen weitere verhindern 

Die Demonstration zog auch über den alten Markt in Dortmund. Fotos: Leopold Achilles

„Wir wollen die Leute darüber Aufklären, dass die Stadt Dortmund mit Schuld ist an den Emissionen, die noch von den Kohlekraftwerken in die Luft gepustet werden“, so die Linken-Politikerin weiter. Wie das Bündnis „DEWKommunal“ fordert auch die Linke eine Rekommunalisierung der städtischen Energieversorgung.

Das Bündnis macht die Verstrickungen deutlich: die DEW21 gehöre zu 47 Prozent dem internationalen Energie-Multi RWE; der erwirtschaftete Gewinn gehe natürlich auch an RWE. Außerdem, und das ist ein weiterer Grund für die DemonstrantInnen, auf die Straße zu gehen, ist RWE Betreiberin von fünf Atomkraftwerken in Deutschland.

Deshalb fordern sie auch eine Umstellung der städtischen Stromversorgung auf regenerative Quellen und auf dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung. Alles in allem: den Ausstieg aus der Nutzung von Atomenergie.

Soziale und ökologische Folgen des Kohleausstiegs dürfe man nicht exportieren

Till Strucksberg vor dem RWE-Tower in Dortmund.

Till Strucksberg vor dem RWE-Tower.

„Raus aus der Kohleproduktion weltweit!“ fordert besonders die Initiative Dortmund-Kolumbien. Bei seiner Rede vor dem RWE-Tower fand Till Strucksberg klare Worte bezüglich eines Ausstiegs aus der Kohle.

Es dürfe nicht sein, „dass wir hier unsere Kohleproduktion einstellen und die ökologischen und sozialen Folgen dann in die Länder des globalen Südens exportieren!“

Auch RWE beziehe schon heute Kohle aus dem Ausland. Besonders das südamerikanische Land Kolumbien sei dabei ein Hauptlieferant, so Strucksberg. Die Kohle werde dort zu unsäglichen Bedingungen abgebaut, die Eingeborenen werden teilweise vertrieben, berichtet er.

„Dividenden sind schön, aber sie reichen nicht aus.“

Später vor dem Rathaus heißt es, Energiebeteiligungen, wie es sie von Seiten der Stadt Dortmund mit RWE gebe, seien an sich nicht das Problem. Es sei die fehlende Steuerung in Richtung Energiewende. Denn dies sei das ethisch begründbare Ziel.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten BUND Dortmund, DIE LINKE. Dortmund, BündnisDEWkommunal, IPPNW Germany, Attac Regionalgruppe Dortmund und die Initiative Dortmund-Kolumbien.

Die DemonstrantInnen versammelten sich kurz vor dem Ende der Kundgebung vor dem Rathaus in Dortmund.

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