
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 1. Mai 2026 bundesweit zu den jährlichen Kundgebungen und Demonstration ein. In Dortmund startet ab 10.30 Uhr eine Versammlung am Platz der alten Synagoge. Anlässlich des Internationalen Tages der Arbeit, sprechen vor Ort die DGB Regionsgeschäftsführerin für Dortmund-Hellweg Bärbel Sumagang und Felix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen. Im Anschluss startet der Demo-Zug Richtung Westfalenpark, wo das jährliche Familienfest stattfindet.
DGB-Chefin Bärbel Sumagang: „Wir sind mehr, wir sind viele“
„Der 1. Mai ist ein Tag des Zusammenhaltes, der Solidarität und des Widerstandes“, stellt der DGB fest. Auch für Sumagang ist klar: Demonstrationen wie die in Dortmund, zeigten den Arbeitnehmer:innen: „Wir sind mehr, wir sind viele.“ Sich am 1. Mai zusammenzufinden bedeutet für Sumagang, „die Kolleg:innen zu empowern und zu stärken“.

Das kämpferische Motto der diesjährigen Versammlungen spiegele den täglichen Kampf der Gewerkschaften wider.
In der Pressemitteilung der DGB Dortmund-Hellweg heißt es: In einer Zeit der „schlechten Wirtschaftslage“ und „anhaltenden Angriffen auf den funktionierenden Sozialstaat“ seitens der Regierung, seien die Gewerkschaften „die Schutzmacht der Beschäftigten“.
Wie weit können „die Grenzen des Sagbaren verschoben werden“?
Sumagang betont, dass sie angesichts einiger Vorschläge der Bundesregierung zu Änderungen im Sozialstaat nur mit den Schultern zucken könne. Denn sie hätten eines gemein: „Sie gehen auf den Nachteil der Arbeitnehmer:innen“. So entstehe bei ihr der Eindruck, man wolle die Arbeitnehmer:innen testen, wie weit „die Grenzen des sagbaren und machbaren verschoben werden können“.

Auch die DGB sieht gerade „eine Politik, die die Interessen der Beschäftigten hintenanstellt“. Dabei, so Herald Simmberg von der Gewerkschaft der Polizei Dortmund, sei „das Volk der Arbeitnehmer und den sollte man auch vertreten“.
Besorgt zeigt sich Sumagang außerdem über den Rechtsruck: „Menschenverachtendes Gedankengut sickert in unsere Gesellschaft wie tödliches Gift“. Deswegen dürfe man gerade jetzt nicht vergessen, welche Rechte der Sozialstaat biete. Es sei wichtig, diese zu verteidigen. ___STEADY_PAYWALL___
Zentrale Forderung des DGB: „Hände weg vom Acht-Stunden-Tag“
Am 1. Mai 2026 fordert die DGB sichere Zukunftsperspektiven für Arbeitnehmer:innen: Mit „Hände weg vom 8-Stunden-Tag“ zeigt man das Arbeitszeitgesetz als unverhandelbar und als „zentrale Errungenschaft der Arbeiterbewegung“.

Außerdem macht der DGB darauf aufmerksam, dass Einsparungen im Sozialstaat nicht die Lösung sein könne. Denn nicht der Sozialstaat, sondern die „ungerechte Vermögensverteilung“ sei das Problem.
Genauso erwarte man vom Sozialstaat, dass Arbeitnehmer:innen ein bezahlbares Leben bestreiten könnten: Es brauche aufgrund steigender Lebenshaltungskosten, neben „spürbaren Entlastungen“ für die Beschäftigten, auch eine gesicherte Rente und Gesundheitsversorgung.
Geänderter Ablauf zu den Vorjahren in Dortmund
Erstmals gibt es in Dortmund eine Veränderung des Ablaufes: Anstatt die Kundgebung, wie in den Vorjahren, an die Demonstration anzuschließen, beginnt das Programm um 10.30 Uhr damit. „Unsere Hoffnung ist, dass wir damit näher dran sind“, betont Sumagang.

In den letzten Jahren sei es häufiger vorgekommen, dass den Redner:innen aufgrund der Wetterumstände oder des Familienfestes im Westfalenpark wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Deswegen findet die Kundgebung nun direkt am Platz der alten Syngagoge statt.
Im Anschluss an den Redebeitrag von Felix Banaszak bewegt sich die Demonstration zum Westfalenpark. Erwartet werden etwa 3000 Teilnehmende in Dortmund. In der Region finden zusätzlich Versammlungen in Hamm, Unna, Lünen, Bergkamen und Lippstadt des DGB statt.
Für die Organisation bedankt sich Sumagang ganz besonders bei den ehrenamtlichen Unterstützer:innen und bei Klaus Waschulewski. Als Organisationssekretär bei der DGB Dortmund-Hellweg sei er „der Strippenzieher im Hintergrund“, ohne den die Veranstaltungen nicht stattfinden könnten.
Weitere Infos: Alle Veranstaltungen des DGB zum 1. Mai auf der Website: nrw.dgb.de
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