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„Bäcker-WG“ hat nun ausgelernt: GrünBau unterstützte erfolgreich drei Jugendliche aus Albanien in der Ausbildung

(v.l.:) Ledion, Endri, Ildis und Albi: während Ledion sich noch in der Ausbildung zum Restaurantfachmann befindet, haben die anderen Drei ihre beendet und können sich nun stolz als „Bäcker“ bezeichnen. Foto (2): Laura Sommer

Sie mussten damals nach Albanien, um ihr Visum für die Ausbildung in Deutschland zu beantragen – heute haben sie erfolgreich ihre Ausbildung beendet. Drei Jugendliche, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kamen, können sich nun durch die Unterstützung von GrünBau gGmbH, deren Ausbildungscoaching wie Ausbildungsfond, gelernte Bäcker nennen.

Von der Jugendhilfe ins Erwerbsleben – Anschlussperspektiven ermöglichen

Das Ausbildungscoaching für junge Geflüchtete und neu Zugewanderte der GrünBau gGmbH unterstützt seit 2014 junge Menschen bei der Aufnahme einer Ausbildung in Deutschland. Manche TeilnehmerInnen leben außerdem in stationären Angeboten der Jugendhilfe bei GrünBau. Mit dem Ausbildungscoaching wird der Übergang von der Jugendhilfe ins Erwerbsleben vorbereitet. Das Angebot wurde mit Hilfe der „Stiftung soziale Stadt“ initiiert.

Grünbau in der Nordstadt kümmert sich um Flüchtlinge und NeuzuwandererInnen.

Grünbau in der Nordstadt kümmert sich um Flüchtlinge und NeuzuwandererInnen. Foto (2): Alex Völkel

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Dabei spielt Herkunft und Aufenthaltsstatus keine Rolle. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche, die bislang noch nicht die erwünschten rechtlichen oder individuellen Voraussetzungen für eine Ausbildung in Deutschland mitbringen.

Mit der Hilfe von GrünBau und der „Stiftung soziale Stadt“ konnten so von über 420 TeilnehmerInnen aus insgesamt 37 Ländern, 120 TeilnehmerInnen in eine duale oder schulische Ausbildung vermittelt werden. Es wurden außerdem 150 in Praktikumsplätze vermittelt und 35 direkt in eine passende Beschäftigung und ebenso viele in eine passende Maßnahme oder einen Schulplatz.

Ausbildungsfond schließt „Förderlücken“ und ermöglicht Sicherstellung des Lebens

Der Ausbildungsfond dient zur Sicherstellung der Existenz, da einige TeilnehmerInnen zwar eine Ausbildung absolvieren dürfen, allerdings von allen Fördermöglichkeiten, wie der Berufsausbildungsbeihilfe, ausgeschlossen sind und das bloße Ausbildungsgehalt unter dem sogenannten Existenzminimum liegt.

Einige „Förderlücken“ konnten in Dortmund – durch den hartnäckigen Einsatz von GrünBau – schon 2018 durch die Einführung freiwilliger Leistungen durch das Sozialamt geschlossen werden. Seit Anfang September wurden diese „Förderlücken“ endlich auf Bundesebene geschlossen.

In manchen Fällen sind TeilnehmerInnen dennoch auf schnelle und unbürokratische Hilfe, zumindest in Darlehensform, angewiesen, da sie sonst beispielsweise ihre aufenthaltsrechtlichen Verpflichtungen (wie Botschaftsbesuche mit teilweise hohen Gebühren, Kosten für beglaubigte Übersetzungen ausländischer Dokumente usw.) nicht erfüllen können.

Zwei der drei gelernten Bäcker haben schon eine Festanstellung

Durch das Ausbildungscoaching und Spenden für den Ausbildungsfond konnten drei Jugendliche aus Albanien erfolgreich ihre Ausbildung beenden. Sie waren die Ersten, die damals vom Ausbildungsfond profitierten. Mit entsprechender Motivation, Förderung und einem intensiven Coaching wurde ihnen Zukunftsperspektiven verliehen. Sie kamen als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland und wurden im Rahmen der stationären Jugendhilfe von GrünBau betreut.

Endri,Ildis und Albi haben es geschafft - die albanischen Jugendlichen haben einen Ausbildungsplatz.

Foto von der „Bäcker-WG“, als sie den Ausbildungsplatz bekamen (Endri, Ildis, Albi).

Für die Aufnahme ihrer Ausbildung wurden zwei von ihnen nach Albanien verpflichtet, um dort bei der Deutschen Botschaft ein Visum zu beantragen. In diesem speziellen Fall stehen nicht nur die üblichen Förderungsmöglichkeiten nicht zu Verfügung, sondern das Einkommen muss schon vorher über die Einrichtung eines Sperrkontos oder eine Verpflichtungserklärung von Unterstützern gesichert sein.

Im Fall der nun ausgelernten Bäcker Endri, Ildis und Albi waren das rund 7.000 Euro, die vom Fond, über die Dauer von drei Jahren, zurückgelegt wurden. Sie lebten über die gesamte Ausbildungs-Zeit zusammen in einer Wohngemeinschaft, der sogenannten „Bäcker-WG“ – nun trennen sich ihre Wege –, um den je eigenen Lebensweg zu beschreiten.

Zwei der gelernten Bäcker haben schon eine Festanstellung, der Dritte ist noch auf der Suche. Sie sind froh, die Ausbildung erfolgreich beendet zu haben und nun auf eigenen Beinen stehen zu können.

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