Polizeipräsident Gregor Lange ordnet eine strategische Fahndung an

Auseinandersetzung im Clan- und Rockermilieu: Große Personengruppe greift Tattoo-Studio an

Wegen des Großeinsatzes sperrte die Polizei die Rheinische Straße in Richtung Innenstadt am Montag temporär. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

20 bis 30 dunkel gekleidete Personen haben am Montag nachmittag ein Tattoo Studio in der Rheinischen Straße in Dortmund angegriffen. Eine Person im Studio wurde dabei verletzt. Die Polizei spricht von einer Auseinandersetzung im Clan- und Rockermilieu. In der Nähe nahmen die Einsatzkräfte eine Person vorübergehend fest. Dabei stellten sie auch eine Schusswaffe sicher.

Die Polizei war zum Teil mit Maschinenpistolen im Einsatz

Die Angreifer zertrümmerten ein Fenster des Studios und verletzten eine anwesende Person. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Gegen 17.30 Uhr griff die Gruppe von zum Teil vermummten Personen das Ladenlokal an der Rheinischen Straße / Ecke Siemensstraße in der westlichen Innenstadt an. Dabei beschädigten sie eine Schaufensterscheibe und attackierten auch eine Person im Innenraum.

Die Polizei rückte kurze Zeit später mit einer großen Zahl von Einsatzkräften an. Zum Anfang des Einsatzes waren vor Ort auch Polizist*innen mit Maschinenpistolen im Einsatz – die Polizei wusste offenbar schon früh, womit sie es hier zu tun hat. Am Dienstag bestätigte die Polizei dann das, was auf sozialen Medien schon gemutmaßt wurde: Sie spricht jetzt offiziell von einer Auseinandersetzung im Clan- und Rockermilieu.

„Mehrere Personen aus den Führungsebenen beider Milieus befinden sich nach Ermittlungen, Anklagen und Urteilen in Strafhaft oder auf der Flucht. Das führte in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu einem Macht-Vakuum und als Reaktion darauf wiederholt zu Macht-Ansprüchen“, betont Polizeipräsident Gregor Lange in einer Pressemitteilung. Auf Instagram bewerben einschlägige Mitglieder der Bandidos das Studio.

Polizei: Zeugen sollen Videos nicht ins Netz stellen

Die Kriminaltechnische Untersuchung sicherte Spuren am Tatort. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Vor Ort befragte die Kriminalpolizei Augenzeugen und sammelte Videomaterial von der Tat ein. Ermittelt wird wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährliche Körperverletzung und einen Verstoß gegen das Waffengesetz – eine vorübergehend festgenommene Person aus dem Rockermilieu führte in Tatort-Nähe eine Schusswaffe mit sich, obwohl ihr das Tragen einer Waffe untersagt worden ist.

Auch Baseballschläger und einen Teleskopschlagstock wurden sichergestellt. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, die Videos von der Tat aufgenommen haben, diese nicht in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, sondern diese der Polizei zur Verfügung zu stellen.

Zu dem Fall hat die Polizei am Dienstag eine Ermittlungskommision eingesetzt. Die wertet nun Zeugenaussagen, Videos und Tatortspuren aus. Zudem hat der Polizeipräsident die strategische Fahndung angeordnet. Das erlaubt den Polizist*innen Personen, Fahrzeuge und mitgeführte Gegenstände ohne konkreten Verdacht zu überprüfen.

„Sicher ist, dass Mitglieder dieser kriminellen Milieus sich in Dortmund nicht sicher fühlen können: Wir kennen die Akteure. Wir haben sie im Blick. Wir lassen keine rechtsfreien Räume entstehen und schöpfen dafür alle Möglichkeiten aus, die uns der Rechtsstaat bietet“, betont Lange am Dienstag. DiePolizei geht offenbar gründlich vor: Auch am Tag nach der Attacke waren noch Ermittler*innen im Studio vor Ort.

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