Hannes Weyland feiert „Fluchtwagen“-Jubiläum am 19. September 2026 in der Pauluskirche

Mit Streichtrio und Akustikarrangements der Songs aus dem neuen Album

Der Dortmunder Songwriter Hannes Weyland tritt auf. Bild: Heike Günther
Der Dortmunder Songwriter Hannes Weyland tritt am 19.09 in der Pauluskirche auf. Foto: Heike Günther

Am 19. September 2026 kehrt Hannes Weyland mit seiner Band und einem Streichensemble in die Dortmunder Pauluskirche zurück. Zehn Jahre nach dem legendären Konzert zur Veröffentlichung seiner EP „Fluchtwagen“ feiert der Musiker das Jubiläum mit alten Songs in neuem Arrangement, Stücken seines aktuellen Albums „Schlaf‘ zu wenig, träum‘ zu viel“ und einem Abend, der auf eine bewegte musikalische Dekade zurückblickt.

Ein Abend, der Geschichte hat

Ein Rockkonzert in heiligen Hallen – das ist für die Pauluskirche an der Schützenstraße nicht ungewöhnlich. Besonders nervös war Pfarrer Friedrich Laker an diesem Abend 2016 also vermutlich nicht. Sound und Licht waren gecheckt, die Akustik von Paulus ist sowieso über jeden Zweifel erhaben, Hannes Weyland und seine Musiker:innen stimmten gerade ihre Instrumente. Alles, was noch blieb, war ein kurzer Blick vor das Portal seiner Kirche, dann konnte der Einlass beginnen.

Hannes Weyland ist einer der zahlreichen Künstler, die in der Nordstadt auftreten.
Hannes Weyland an der Gitarre.

Was Laker dort sah, führte ihn schnurstracks zurück in den Backstage-Bereich, wo Weylands Erinnerung nach dann dieser Satz fiel: „Da draußen sind so viele Leute. Ich weiß gar nicht, wo die alle herkommen.“ Gut 200 Menschen waren erschienen, um sich das Release-Konzert von Weylands EP „Fluchtwagen“ anzuhören, die Kirchenbänke entsprechend gut gefüllt. Zwischen Akustikmusik begleitet von Streichern und Paulus‘ Atmosphäre sollten sie nicht enttäuscht werden. ___STEADY_PAYWALL___

Am kommenden Samstag kehren Weyland und seine Band nun zurück in die Kirche. Im Gepäck die bekannten Songs von 2016, dazu neues Material wie „Gold“ oder das Album „Schlaf‘ zu wenig, träum‘ zu viel“ – aber vor allem die Erlebnisse und Erfahrungen aus zehn bewegten Jahren.

Von persönlichen Geschichten zu mutigen Texten

„Ich hoffe, ich habe mich weiterentwickelt“, sagt Hannes Weyland. „Mit ‚Fluchtwagen‘ habe ich begonnen, deutsche Texte zu schreiben und bereits damals ging es natürlich um Dinge, die mich beschäftigten. Aber ich glaube, dieser Blick nach innen hat sich noch einmal intensiviert.“

Die Hannes Weyland Band stellt ihr neue EP „Fluchtwagen“ vor.
Die Hannes Weyland Band im Jahr 2016.

Denn Weyland spricht in seiner Musik auch Themen an, die im allgemeinen Diskurs oft ausgeklammert werden: Ängste, mentale Probleme, depressive Phasen. „Das sind Felder, mit denen ich mich schon länger auseinandersetze – auch ganz persönlich“, so Weyland.

„Aber dann kam Corona und die Pandemie hat noch einen draufgesetzt. Viele Künstlerinnen und Künstler aus meinem Umfeld hatten in dieser Zeit ebenfalls mental zu kämpfen. Das hat mir gezeigt: Wir sitzen doch alle im selben kleinen Boot.“

Gleichzeitig allerdings brachte die Ausnahmesituation für Weyland einen unerwarteten Vorteil: „Ich hatte Zeit.“ So entstanden die Songs für „Schlaf‘ zu wenig, träum‘ zu viel“ unter dem Zeichen von Lockdown und Kontaktbeschränkungen: Weyland und seine Musiker Johannes Nebel (Bass), Nicolas Kozuschek (Keyboard) und Malte Weber (Schlagzeug) nahmen ihre Parts getrennt voneinander auf. Erst im Studio wurden die einzelnen Spuren zusammengeführt, gemixt und gemastert.

Weyland mit neuem Sound: Mehr Strom, weniger Akustik

Auch musikalisch hat sich bei Weyland in den vergangenen zehn Jahren einiges bewegt. Während „Fluchtwagen“ noch stark von den Klängen akustischer Instrumente wie Westerngitarre, Klavier und Kontrabass geprägt war, wurde sein Sound zunehmend elektrischer. Bereits mit „Gold“ kamen Synthesizer und neue Klangfarben hinzu, aus dem eher folkigen Singer-Songwriter-Sound wurde eine vielseitigere Mischung aus Pop, elektronischen und jazzigen Elementen.

Hannes Weyland präsentiert das „3Klang - das Bonsaifestival“.
Hannes Weyland im Studio.

Für das Jubiläumskonzert allerdings wird umgestellt, denn in der Pauluskirche sollen nicht nur die alten Songs erklingen. „Wir haben die Songs aus ‚Schlaf‘ zu wenig, träum‘ zu viel‘ extra für den Abend als Akustikversion neu arrangiert“, erklärt Weyland. So schließt sich der Kreis zum Konzert von 2016, denn auch dieses Mal werden Weyland und Band von einem Streichtrio begleitet.

„Für mich ist es was Außergewöhnliches, in voller Besetzung und dazu mit Streichern zu spielen. Immer weniger Künstler treten mit Band auf, daher ist es fast eine Art Legitimation; eine Ausrede, nochmal was Großes machen zu dürfen. Wenn ich die Mittel hätte und es sich rentieren würde, würde ich so auf Tour gehen.“

Zehn Jahre später: Die Kirche darf wieder voll werden

Ob die Besucher:innen am 19. September erneut von den Toren der Pauluskirche bis auf den Bürgersteig stehen, weiß Weyland natürlich nicht: „Es ist schwieriger geworden, ein Konzert vollzukriegen. Irgendwie sind die Menschen seit Corona da ein bisschen aus dem Tritt gekommen. Vielleicht hängt ihnen immer noch nach, dass viele von ihnen damals auf ihren Tickets sitzengeblieben sind. Aber sei’s drum.“

Denn für Weyland geht es an dem Abend nicht darum, ein Jubiläum abzuhaken: „Ich möchte es vor allem genießen, das Konzert zu spielen. Egal, ob 20 oder 200 Menschen zuhören.“ Nach zehn Jahren und jeder Menge Veränderungen ist das vielleicht genau die richtige Art, auf „Fluchtwagen“ zu blicken: Einfach einsteigen und losfahren – egal, was da kommt.


Hannes Weyland – 10 Jahre „Fluchtwagen“
Wann: Samstag, 19. September 2026, Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr
Wo: Pauluskirche, Schützenstraße 35, 44147 Dortmund
Tickets: 16,50 Euro bei rausgegangen.de oder an der Abendkasse


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