
Der 1. September ist der Internationale Antikriegstag. Seit 1957 nimmt der Dortmunder DGB den Internationalen Antikriegstag zum Anlass für Mahn- und Gedenkveranstaltungen. Das Motto in diesem Jahr: „Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg“.
Mehr Sichtbarkeit: Statt im Hof der Steinwache nun im Stadtgarten
Am 1. September 2026 jährt sich der Beginn des 2. Weltkriegs zum 87. Mal. Von 16 bis 20 Uhr veranstalten die DGB-Jugend und Kooperationspartner:innen (u.a. Jugendring, Falken, slado eV. und VMDO) ein Antikriegs-Festival im Bereich des Stadtgartens. Hier soll es neben interaktiven Angeboten und Publikumsbefragungen auch Gespräche mit Politiker:innen und Expert:tinnen geben.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Gedenken an einem anderen Ort stattfindet. Jahrzehntelang gab es eine Gedenkfeier mit Reden, Musik und Kranzniederlegung im Innenhof der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Im vergangenen Jahr fand sie erstmals außerhalb statt: Am Alten Markt. 2026 gibt es wieder einen neuen Ort: Der Stadtgarten südlich der Skateanlage.
Das hatte mehrere Gründe: Zum einen ist die Steinwache eine Baustelle – der Innenhof stand nicht zur Verfügung. Zum anderen hätten sich nur wenige Passant:innen in den „Hof der Steinwache verirrt“. Durch die Verlagerung auf einen zentralen öffentlichen Platz erhofften sich die Veranstalter:innen mehr „Laufkundschaft“ und vor allem ein jüngeres Publikum.
Der Aktionstag startet am Dienstag bereits um 11 Uhr mit einer Kranzniederlegung und dem gemeinsamen Gedenken der Opfer von Krieg und Faschismus vor der Hauptverwaltung der Thyssenkrupp Steel Europe AG, in der Eberhardstraße 12 in Dortmund.
Investitionen in soziale Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und Klimaneutralität
Die Kernforderungen des DGB 2026 sind eine „Abkehr der Rhetorik der Kriegstüchtigkeit“ der Bundesregierung, die Ablehnung des „willkürlichen 5-Prozent-Ziels für Militärausgaben der Nato-Mitgliedstaaten“, Kritik am Sparkurs in puncto Entwicklungszusammenarbeit, humanitärer Hilfe und Krisenprävention, die Befürwortung einer streng kontrollierten und transparenten Rüstungsexportpolitik auf Bundes- und EU-Ebene, sowie die Ablehnung der geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland und der Einführung jeglicher Pflichtdienste, sowohl militärischer, als auch ziviler.

Stattdessen müsse man in den Bereichen der sozialen Sicherung, Bildung und öffentlicher Infrastruktur weiter investieren und dürfe die Modernisierung der Wirtschaft hinsichtlich Digitalisierung und Klimaneutralität nicht aus den Augen verlieren.
Statt Pflichtdienste bräuchte es Generationengerechtigkeit und eine „hochqualifizierte Freiwilligenarmee“ und nicht zuletzt „ein klares Bekenntnis zum Völkerrecht“, sie die Veranstalter:innen des Antikriegstags.

